Die Anführer der Shoshone hatten keine große Macht (Bild: Gerald W. Williams Collection /OSU Special Collections)

Sakajawea und ihr Mann dienten der Expedition als kundige Führer

Die ersten Weißen, die mit den Shoshone in Kontakt kamen, waren die Entdecker Meriwether Lewis und William Clark. Die Begegnung verlief freundlich. Das sollte auch die nächsten Jahrzehnte so bleiben. Verantwortlich dafür waren die Indianerin Sakajawea und ihr Ehemann, der frankokanadische Trapper Tousaint Charbonneau, der sich als kundiger Führer erwies. Sakajawea wurde um 1788 im heutigen Idaho geboren. Ihr indianischer Name lautete "Tsi-ki-ka-wi-as" (Vogelfrau). Sie gehörte zu den Shoshone-Indianern und wurde als kleines Mädchen von feindlichen Hidatsa geraubt und an Charbonneau verkauft. Bei ihrer Begegnung mit Lewis und Clark war sie gerade sechszehn Jahre alt, schwanger und ihrem Mann vollkommen ergeben.

Während des Winteraufenthalts in Fort Mandan brachte sie ihren Sohn "Pomp" (Der Erstgeborene) zur Welt. Zu dritt begleiteten sie die Expedition über den Missouri River nach Westen ins Indianerland. Sakajawea konnte zwar kein Englisch, besaß jedoch Sprachkenntnisse in Shoshone und Hidatsa. Ihr Mann übersetzte ihre Worte ins Französische, und Francois Labiche, ein Mitglied der Expedition, dolmetschte die Worte ins Englische.

Captain Clark sorgte dafür, dass Sakajaweas Sohn in Europa studieren konnte

Am 15. August 1805 trafen sie bei den Shoshone ein. Cameahwait, einer von Sakajaweas Brüdern, war der Anführer des Dorfes. Die Indianer empfingen die Reisenden freundlich, verkauften ihnen Pferde und fertigten sogar eine Landkarte an. Einige Tage wurden sie von einem Krieger begleitet, der ihnen den richtigen Weg über die Berge zeigte. Am Meer konnte Sakajawea zum ersten Mal das "Große Wasser" sehen, von dem sie schon so oft gehört hatte.

Nach der Expedition bekamen Charbonneau und seine Frau ihren versprochenen Lohn. Captain Clark sorgte dafür, dass ihr Sohn in St. Louis eine Ausbildung machen konnte. Sakajawea und Charbonneau lebten bis 1811 in der Stadt, dann zogen sie wieder nach Westen. Ihr Sohn blieb bei William Clark und studierte in Europa. Später kehrte er als Jäger und Fallensteller in die Berge zurück. Sakajaweas Tochter, die in St. Louis geboren wurde, blieb ebenfalls bei Clark. Über ihr weiteres Leben ist jedoch nichts bekannt, ebenso wie über die letzten Jahre von Sakajawea. Einigen Quellen zufolge starb sie am 20. Dezember 1812 an Fieber. Die Shoshone behaupten, sie habe noch viele Jahre gelebt und sei erst am 9. April 1884 gestorben. 

BerndT, am 27.06.2013
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Bildquelle:
NatashaG (Niagara-Fälle - Die donnernden Wasser)
Bernd Teuber (Der Winterkalender der Indianer)

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