Warum ich? Warum jetzt? Wie geht es weiter?

Seit es die Reihenuntersuchung Mammographie-Screening gibt, nehme ich daran teil. Jeweils 10 bis 14 Tage später kommt ein Brief an, in dem man erfährt, ob irgendwelche Auffälligkeiten zu sehen waren. Als ich heuer diesen Brief bekam, habe ich ihn eigentlich bloß überflogen, bis mir dabei plötzlich das Wort "anrufen" auffiel. Ein klein wenig beunruhigt rief ich in der Radiologiepraxis an und erfuhr, man müsse noch eine Ultraschalluntersuchung machen. Also kein Problem! Zwei meiner Freundinnen verbinden die Mammographie immer mit einer sogenannten "Sonographie".

Ultaschall und Gewebeprobe

Allerdings bestätigte die Untersuchung das Urteil der Radiologin, dass sich in meiner linken Brust ein Knoten gebildet hat. Sie erklärte mir, dass nur eine Gewebeprobe genauere Auskunft geben könne. Also ließ ich mir von ihr sofort diese "Stanzbiopsie" machen. Angenehm war das nicht, aber nach der örtlichen Betäubung der Brust war das Einführen der Hohlnadel und die Entnahme des Gewebes nur ein bisschen schmerzhaft. Die Ärztin zeigte mir die 4 etwa 1cm langen "Würmchen", die nun in ein onkologisches Institut zur Analyse geschickt wurden.

Aufbau der Brust (Bild: Novartis Oncology)

Ich bekam meine Mammographie-Bilder mit und sollte ein paar Tage später einen Besprechungstermin mit einem Arzt meines Vertrauens ausmachen.

Ganz so ruhig war ich nun nicht mehr, aber schließlich war ich in keiner Weise erblich belastet, ich war schlank und trieb Sport, was sollte da sein?!

Meine Freundinnen erzählten von Kalkablagerungen und gutartigen Knoten, ich solle mich bloß nicht verrückt machen. Das tat ich auch nicht.

Diagnose

Völlig ruhig und unbedarft ging ich zum Besprechungstermin. Erst als ich das ernste Gesicht meines Arztes sah, ging mir auf, dass da etwas gar nicht in Ordnung war. Die Radiologin hatte angerufen und dann den Befund gefaxt: Ich hatte ein "invasiv lobuläres Mammakarzinom"! (sprich, ein bösartiger Tumor, der sich in den Drüsenläppchen gebildet hat, aber bereits in gesundes Gewebe eingedrungen ist)

Momentan war ich wie erstarrt. Gott sei Dank war mein Mann dabei. Er nahm meine Hand und erklärte: "Wir schaffen das schon!"

Termin im Brustzentrum

Mein Arzt machte für mich gleich einen Termin im nächsten zertifizierten Brustzentrum aus.

Recherche im Internet

In der Zwischenzeit hatte ich mich im Internet schlau gemacht. Ich fand gute sachliche Aufklärung, aber auch eine Vielfalt an niederschmetternden und dann auch wieder an beruhigenden Artikeln. Am beunruhigsten war, dass der bösartige Tumor laut Internet sehr schnell andere Körperorgane wie Leber, Lunge oder Knochen befällt. Irgendwie wusste ich überhaupt nicht, wie ich mich fühlte! Meine Gefühlslage schwankte zwischen "Unkraut vergeht nicht, ich pack das!", zwischen "warum das auch noch?" (weil wir in diesem Jahr schon einige Schläge einstecken mussten) und einer tiefen Lebensangst.

Informationen zum Brustkrebs

Einige Informationen zur Vorbeugung gegen Brustkrebs, die ich aus dem Internet und aus den "blauen Ratgebern" der Deutschen Krebshilfe erhalten habe.

Die weibliche Brust

Für viele Menschen ist ein schöner Busen ein besonderes Prädikat der Weiblichkeit. Deshalb stellt jede Erkrankung der Brust für die meisten Frauen eine Einschränkung ihrer Lebensqualität dar. Andererseits ist die Brust kein primäres Geschlechtsorgan. Sie besteht aus Fett und Drüsengewebe und hat die Aufgabe, für ein Neugeborenes Muttermilch zu produzieren.

Wie entsteht Brustkrebs?

Krebs entsteht durch die Entartung einer Zelle, das heißt, durch einen Fehler in ihrem Erbgut verwandelt sich eine normale Körperzelle in eine Tumorzelle. Normalerweise kann eine Zelle diese Fehlentwicklung reparieren. Wenn allerdings der Schaden am Erbgut zu groß ist, zerstört sich die Zelle selbst. Die entstandene Tumorzelle kann entweder sofort anfangen sich unkontrolliert zu teilen, sie kann aber auch jahrelang "schlafen" und solange unentdeckt bleiben. Aus irgendeinem Grund gerät sie plötzlich außer Kontrolle, sie teilt sich und verdoppelt ihren Zellverbund ständig, bis eine Krebsgeschwust entsteht, die in das gesunde Gewebe eindringt.

Warum entsteht Brustkrebs?

Bis heute ist nicht nachgewiesen, warum Frauen, vor allem zwischen 50 und 69 Jahren,  an Brustkrebs erkranken.

Allerdings hat man einige Risikofaktoren herausgefunden. So erhöhen z.B. Übergewicht und Bewegungsmangel, erhöhter Alkoholkonsum, eine späte erste Schwangerschaft, eine Hormonbehandlung in den Wechseljahren, eine erbliche Belastung sowie das zunehmende Alter die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken.

Wie kann man vorbeugen?

Für jede Frau sollte es zur Routine gehören, ihre Brust selbst genau abzutasten, um Veränderungen sofort festzustellen. Zusammen mit der alljährlichen Vorsorge beim Frauenarzt und der Teilnahme mindestens alle zwei Jahre an der Mammographie sind dies die wichtigsten Möglichkeiten, Brustkrebs so früh wie möglich zu erkennen.

Deutsche Krebshilfe: Die blauen Ratgeber, Heft 02, Heft 46, Heft 50

Wie es weiterging, wie mdie Operation verlief, erzähle ich in einem weiteren Bericht.

DiesUndDas, am 19.03.2012
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