Die vier C: Parameter der Wertbestimmung

Ein Diamant besteht im Prinzip aus nichts anderem, als eine Bleistiftmine auch: Kohlenstoff. Was beide voneinander unterscheidet, ist ihre stoffliche Struktur, welche den Diamanten zum härtesten Werkstoff der Welt macht. Ein großes C ist jedoch nicht nur das chemische Formelzeichen des Diamanten. Es steht auch als Abkürzung für die vier Eckdaten, mit denen der Wert des Edelsteins bestimmt wird. Daher spricht man auch von den vier C der Preisbestimmung.

Das erste C: Carat (Gewicht)

Die Einheit Karat ist die landläufig wahrscheinlich bekannteste Klassifizierung der Diamanten. Die Angabe basiert auf einer altertümlichen Einheit, die sich auf das Samenkerngewicht des Johannisbrotbaums bezog. Ein Karat entspricht demnach ungefähr 0,2 Gramm. Da große Diamanten sehr selten vorkommen und durch die Bearbeitung zudem enorm an Gewicht verlieren, ist die Karatangabe des Diamanten ein bedeutender Preisindikator.

Das zweite C: Cut (Schnitt und Schliff)

Rohdiamanten sehen alles andere als begehrenswert aus. Erst die richtige Optik macht sie zum teuren Kaufobjekt. Die entsprechende Bearbeitung soll deshalb dafür sorgen, dass der Diamant eine möglichst ideale Lichtbrechung erreicht. Im Prinzip ist der verführerische Glanz dieser Edelsteine also lediglich das Ergebnis perfekter Handwerkskunst. Diamanten werden in verschiedene Formen geschliffen, welche (bei ansonsten gleicher Qualität des Steines) preislich starke Unterschiede aufweisen können. Ein relativ unspektakulärer Schliff ist beispielsweise die Tropfenform. Erheblich aufwendiger und preisintensiver ist hingegen der aus unzähligen Facetten bestehende Brilliantschliff. Seine Form gilt als das Diamant-Symbol schlechthin. Nicht allein der Arbeitsaufwand macht Diamanten so teuer, sondern auch der dabei unvermeidliche Materialverlust.

Das dritte C: Colour (Farbe)

Die Farbe trägt wesentlich zum Reiz des Diamanten bei. Obwohl die Diamantkristalle eigentlich farblos sind, kann es durch winzige Verunreinigungen oder Strukturfehler zu allerhand Verfärbungen kommen, bis hin zu pink, violett oder grün. Verfärbungen werden aber auch oft künstlich durch Bestrahlung erzeugt, da natürlich verfärbte Diamanten bei steigender Nachfrage vergleichsweise selten vorkommen. In der klassischen Einstufung gelten jedoch klare Diamanten als besonders wertvoll, beispielsweise ein beinahe schon bläulich schimmerndes Weiß. Manche Experten besitzen zur Beurteilung der Farbe einen klaren Diamanten als Referenzobjekt.

Das vierte C: Clarity (Reinheit)

Ebenso wichtig wie Farbe, Schliff und Gewicht ist die Reinheit als vierte Faktor der Preisbestimmung. Hier kommt es auf wortwörtlich lupenreine Ergebnisse an: Was ein Fachmann bei zehnfacher Vergrößerung am Stein entdeckt, entscheidet über die Einstufung und damit den Preis des Diamanten. Bereits winzige Einschlüsse oder Beschädigungen können den Wert des Steins enorm beeinflussen. Natürlich können viele fehlerhaften Stellen durch den Schliff beseitigt werden. Dies jedoch kann wiederum die Preisgrößen "Cut" und "Carat" negativ beeinflussen...

Wertanlage oder Schmuck?

Otto Normalverbraucher kennt Diamanten meist nur in winziger Ausführung als Bestandteil eines Schmuckstücks. Deshalb müssen beim Preis auch die verwendeten Edelmetalle sowie der Fertigungsaufwand berücksichtigt werden. Das erschwert natürlich die Bewertung des eigentlichen Diamanten, welcher sich in eingefasster Form zudem kaum realistisch begutachten lässt. Vorsicht: So mancher sprichwörtliche "Brilli" ist in Wahrheit gar kein Diamant, sondern ein preislich günstigerer Zirkon. Dieser gleicht äußerlich dem Diamanten, unterscheidet sich jedoch in bestimmten Eigenschaften (beispielsweise im Verhältnis Größe-Gewicht) von diesem. Den Unterschied können oftmals nur Fachleute feststellen. Wer sich also einen Diamanten in Schmuckform kauft, sollte das betreffende Objekt vorrangig auch genau so verwenden.

Soll ein Diamant hingegen als reine Wertanlage dienen, empfiehlt es sich, gründliche Informationen einzuholen und einen Fachmann als Berater hinzuzuziehen. Denn wer beim Kauf nur auf Kostenersparnis achtet, könnte später feststellen, dass das vermeintliche Schnäppchen einfach nur überteuerter Ramsch ohne echten Anlagewert ist. Allgemein kann jedoch gesagt werden, dass Diamanten in der Vergangenheit zu den wertstabilsten Vermögensanlagen gehörten.

Kohlenstoff in seiner wertvollsten Ausführung

Sie werden gepresst, verschüttet, geschürft, geschnitten und geschliffen: Bis Diamanten in den Auslagen der Juweliergeschäfte glitzern und funkeln dürfen, vergehen mitunter Jahrtausende. Vermutlich machen sich nur wenige Kunden klar, welchen langen Weg ein Diamant bis zu seiner endgültigen Verwendung zurücklegen musste. Denn die Entstehungsgeschichte der wertvollen Edelsteine ist weitaus weniger glänzend.

Diamanten: Entstehung und Vorkommen

Der Ursprung aller natürlichen Diamanten befindet sich im Erdmantel. In Tiefen bis zu 200 km entstanden hier aus Kohlenstoff unter enormem Druck bei 900-1300 °C die Rohdiamanten. Ihre Lagerstätten verließen sie meist durch vulkanische Schlote, in welchen sie nach oben geschleudert wurden. Viele dieser so genannten Pipes unterlagen zudem einer natürlichen Zerstörung, so dass die Diamanten beispielsweise in Flüssen oder Meeresströmungen weiter "wanderten" und sich an bestimmten Stellen ablagerten. In einzelnen Meteoriten nachgewiesene Spuren lassen zudem die Vermutung zu, dass Diamanten auch durch kosmische Ereignisse entstehen können.

Stoffliche Eigenschaften der Diamanten

Im Prinzip bestehen Diamanten aus reinem Kohlenstoff. Dass sie dennoch weder zu Briketts, noch zu Bleistiftminen verarbeitet werden, hängt mit ihrer stofflichen Struktur zusammen. Der Gebrauchswert von Diamanten wird somit lediglich durch eine Symbiose aus wissenschaftlich trockenen Zahlenwerten definiert: Die mittlere Dichte beträgt 3,52 g/ccm, die Lichtbrechung 2,417 und die so genannte Härte nach Mohs 10,0. Unter Luftabschluss schmelzen Diamanten nicht, sondern verwandeln sich zwischen 1650 und 1800 °C zu Grafit. Hinzu kommen eine hohe Wärmeleitfähigkeit, verschiedene Kristallausprägungen und so weiter...

Im Klartext: Diese Edelsteine sind wegen ihrer physikalischen Eigenschaften gefragte Handelsgüter. Beispielsweise gilt Diamant als der härteste Werkstoff überhaupt. Er lässt sich nur durch andere Diamanten bearbeiten, weil deren Härtegrade (aufgrund unterschiedlicher Kristallanordnungen) leicht variieren.

Der Diamant als Wirtschaftsgut

Nach derzeitiger Quellenlage wurden Diamanten bereits vor rund 2400 Jahren zu wirtschaftlichen Zwecken verwendet. Im antiken Griechenland dienten sie aufgrund ihrer Härte vor allem als Werkzeug. Darüber hinaus kam ihnen eine medizinisch-religiöse Bedeutung zu. Die Verwendung als Schleifmittel ist seit dem 6. Jahrhundert belegt. Ab dem Hochmittelalter setzte sich der Diamant schließlich auch in der Schmuckbranche durch. Heute gelten als Hauptumschlagplätze Antwerpen, Amsterdam, Tel Aviv, London und Bombay. Weitere Handelszentren haben sich zudem in den jeweiligen Fundregionen (z. B. Südafrika, Brasilien, Thailand, Indien) etabliert. Allerdings eignet sich nur maximal ein Viertel aller natürlichen Diamanten zur Schmuckverarbeitung. Sie machen jedoch trotz hoher Materialverluste beim Schleifen rund 70 % des Wertes aller geförderten Diamanten aus.

Für industrielle Zwecke hingegen werden heute überwiegend synthetische Diamanten verwendet. Dazu wurden seit Ende des 19. Jahrhunderts verschiedene Herstellungsverfahren entwickelt.

Seit einigen Jahren entstehen synthetische Diamanten zudem noch für einen gänzlich anderen Zweck. Unternehmen der Bestattungsbranche offerieren die Möglichkeit, die Asche Verstorbener als Andenken zu einem Diamanten zu pressen. Hierbei sind in Deutschland allerdings einige juristische Hürden zu beachten.

Berühmte Diamanten

Nur selten werden wirklich große Diamanten gefunden. Umso interessanter und verworrener gestaltet sich dagegen ihre Geschichte. Sie durchliefen oft eine Odyssee aus zahlreichen Ortswechseln, waren in blutige Ereignisse verwickelt und gehörten prominenten Leuten. Einer dieser berühmten Steine ist der Cullinan. Er gilt mit ursprünglich unglaublichen 3106 Karat als der größte jemals gefundene Rohdiamant. Der Cullinan wurde in mehrere Diamanten aufgeteilt, welche heute zum englischen Kronschatz gehören. Ebenfalls im Besitz des britischen Königshauses ist der legendäre Koh-i-Noor (rund 106 ct, nach anderen Quellen 109 ct), dessen Name "Berg von Licht" bedeutet.

Der "Grüne Dresden" (bzw. Grüner Sächsischer Diamant) hingegen ist mit gut 40 Karat zwar immer noch ein ungewöhnlich großer Stein. Doch seine Berühmtheit verdankt dieser Diamant nicht dem Gewicht, sondern vor allem der äußerst seltenen Grünfärbung, welche durch natürliche Radioaktivität entstanden sein soll. Als Herkunftsland werden Indien oder Brasilien vermutet.

Eine Vielzahl weiterer Steine erlangte ebenfalls Berühmtheit, allerdings eher eine der traurigen Art. Sie gingen als so genannte Blutdiamanten in die Geschichte ein, weil ihre (illegale) Förderung unter menschenunwürdigen Bedingungen erfolgte oder weil sie zur Finanzierung militärischer Konflikte in Afrika dienten. Durch ein internationales Abkommen aus dem Jahr 2003 wird versucht, diese Blutdiamanten vom weltweiten Handel auszuschließen.

 

Quellenauswahl:

naturalgems.de

Brockhaus Wissenscenter

Diamant-Lexikon

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel grundsätzlich keine Beratungsleistung, beispielsweise durch einen Anlageberater, ersetzen kann und will.

Donky, am 23.11.2016
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