1. Die Mauskrankheit oder Sehnenscheidenentzündung

Wer so einige Zeit, auch und vor allem beruflich, am Computer verbringt, der kann dann körperliche Gebrechen aufzählen. Sehr verbreitet ist die sogenannte Mauskrankheit, nein, nicht, dass Mäuse über den Schreibtisch laufen! Das bekäme ihnen bei uns gar nicht gut, denn da hat oft Protagonistin Fina ihren Stammplatz, die schwarze Katze, die meines Mannes Liebling ist und umgekehrt.

MäusefeindLinks: Echte Mäuse hätten hier keine Chance!

Gemeint ist vi

elmehr das Bediengerät mit dem man herumfuhrwerkt und den Cursor bewegt. Das kann richtiggehend zur Sehnenscheiden-entzündung führen - ist alles schon passiert! Auch mir, vor allem in Verbindung von auch noch Ausmisten vorwiegend mit dieser, der rechten Hand und unbewussten Drehbewegungen mit der Mistgabel. Es hat schon Leute gegeben, die ließen sich damit krank schreiben, also wegen Sehnenscheidenentzündungen durch Mausbewegungen! Geht natürlich gar nicht als Selbständige.

Vorbeugung:

    • Eine leicht zu bedienende Maus aussuchen, auf der die Finger  natürlich liegen, die sich ohne großen Druck bewegen läßt. Ausprobieren vor Ort und lieber etwas mehr Geld ausgeben.
    • Drehbewegungen mit dem Handgelenk möglichst vermeiden, dabei kann man leicht verkrampfen.
    • Wichtiger Sitztipp: Die Unterarme müssen beim Sitzen vor der Tastatur genau im rechten Winkel geradeaus darüber reichen, dürfen also nicht unter der Schreibtischkante liegen.
    • Gymnastiktipp: öfters mal die Hand zur Faust ballen und wieder öffen. Außerdem wie beim Klavierspielen die Finger im Halbkreis spreizen, auch öfters wiederholen.
    • Nicht meinen, bei den ersten Beschwerden, die bis zum sogenannten Tennisarm gehen können, einfach nur eine Bandage drumherum wickeln  und weiterarbeiten: Das kann zu langwierigen und chronischen Bescherden führen. Dann sich lieber vorher eine Zwangspause verordnen, bis die Symptome wieder abklingen und eher mehr mit der Tastatur arbeiten, wenn das möglich ist.

2. Augenflimmern

Dass einem vor den Augen weiße Mäuse herumflimmern können, ist auch nicht von der Hand zu weisen, wenn man zu lange bei schlechtem Licht auf den Bildschirm starrt. Heutzutage sind deshalb bei Angestellten in diesem Bereich immer mal wieder Pausen vom Hacken vorgeschrieben.

Mein Bildschirm flimmert zur Zeit aus ganz anderen Gründen: In der Dämmerung surren da immer so viele Mücken drumherum und dann patsche ich die halt mit gehöriger Wut darauf tot! Göttergatte meint, ich sollte mal dringend die Bildschirmfläche putzen. Aber nicht so chemisch gründlich, wie er das mit seinem Navigationsgerät im Auto machte: Da lief an der Seite etwas Flüssigkeit hinein und tot war das Gerät!

Vorbeugung:

  • Einen Bildschirm mit hoher Auflösung, zum Beispiel die jetzt gängigen HD-Bildschirme wählen mit mindestens 1920 mal 1080 Pixel. Ein altes Gerät entsorgen und sich diese Anschaffung leisten.
  • Die meisten Bildschirme haben wünschenswerten Kipp- und Drehmechanismus: ausprobieren, wann der Lichteinfall am angenehmsten ist. Das Gleiche gilt für die abendliche Schreibtischbeleuchtung, die nicht blenden darf.
  • Nicht zu nahe daran sitzen, lieber beim Augenarzt die Sehstärke überprüfen und notfalls eine geeignete Sehhilfe verschreiben lassen. 
  • Tatsächlich den Bildschirm öfters vorsichtig reinigen: Es gibt heute so schöne sanfte Staubtücher, die den Schmutz nicht aufwirbeln und im Raum verteilen, sondern aufsaugen.
  • Pausen machen - mindestens alle zwei Stunden
  • Gymnastiktipp: Mit den Augen rollen, mal links herum, mal rechts herum, das ganze mehrmals.

am PCRechts: Die Maus wird etwas verkrampft gehalten - für Linkshänder eh nicht einfach - und der Unterarm könnte etwas höher liegen.

3. Rückenprobleme

Rückenprobleme, auch Nackenprobleme,  sind wohl die häufigsten Beschwerden bei  der Computerarbeit wie bei allen sitzenden Berufen. Dann kann  zum Beispiel der sogenannte Hexenschuss eintreten, meist noch dort, wo der Mausarm in der Verlängerung in den Rücken mündet, also kurz unterhalb der Schulter. Das setzt einen dann für circa zwei Tage so richtig außer Gefecht - nicht nur am Computer! Als Erste-Hilfe-Maßnahmen sollte man Arnika oder Franzbranntwein deshalb immer im Hause haben.

Vorbeugung:

  • Das A und O ist wieder einmal die richtige Sitzposition, wie schon bei der Sehnenscheidenentzündung beschrieben, und ein geeigneter Bürostuhl. Dabei sollte man darauf achten, dass der Stuhl nicht zu leicht mit den Rollen davon fährt, aber wichtiger, dass er eine Lordosenstütze hat, die untere Wirbelsäule unterstützt, und sich nicht nach außen hin wegbiegt.
  • Gymnastiktipps:

a) Beide Schultern kreisen lassen, wobei der Oberkörper ruhig gehalten wird. Man kann auch abwechselnd erst die eine, dann die andere Schulter von hinten nach vorne und umgekehrt im Kreis bewegen.

b) Aufstehen, Hände in die Hüfte stemmen und die Beckenpartie mehrere Male erst nach rechts, dann nach links kreisen lassen.

c) Gegrätscht stehen, Oberkörper hängt nach unten. Dreimal den Oberkörper tief federn, beim dritten Mal aufrichten, Arme dabei hoch strecken, sofort wieder tief federn und so weiter. Mindestens fünf Mal ausführen.

d) Wunderbar eignen sich auch Feldenkraisübungen am Ende eines Computerarbeitstages oder Yogaübungen wie etwa das "Krokodil". Und schwimmen ist ein prima Ausgleichssport dafür.

SchwimmenLinks: Schwimmen als Ausgleichssport für langes Sitzen am Computer

Foto: Wolfgang Wilpert

 

 

Anmerkung: Diese Seite ersetzt bei auftretenden Beschwerden auf keinen Fall einen Arztbesuch.  .

Arlequina, am 24.07.2012
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Bildquelle:
G.Hefele (Facebook macht depressiv und Smartphone einsam? Konträres zu Social...)
Reinhard Hefele (Ein gesundes Mikroklima schaffen)

Autor seit 5 Jahren
216 Seiten
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