Sven Nordqvist erfand Pettersson und Findus

Bei den Proben zu Pettersson und ...

Bei den Proben zu Pettersson und Findus, Kindertheater mit hohem Spaßfaktor (Bild: Ruth Weitz)

Der schwedische Kinderbuchautor Sven Nordqvist hat mit den Figuren Petterson und Findus ein Paar geschaffen, das die Fantasie von Kindern anregt und gleichzeitig pädagogische Inhalte vermittelt. Es geht um Freundschaft, Empathie und soziale Kompetenz. Diese Inhalte werden in amüsanten Geschichten erzählt, die sich auch gut in Theaterstücke verpacken lassen.

Detailgetreue Inszenierung nach den Vorgaben der Literaturvorlage

Georg Mittendrein, Regisseur des Maintal Theaters, hat die Inszenierung der "Abenteuer von Pettersson und Findus" als Kinderstück für das Sommerprogramm 2011 umgesetzt, das am 28. Juni im Theaterzelt am Mainufer in Laudenbach Premiere hatte. In vielen Proben entstand eine Aufführung, die bunt, witzig und anrührend ist. Das, was mit scheinbarer Leichtigkeit auf der Theaterbühne gezeigt wird, ist mit anstrengenden Proben verbunden und muss hart erarbeitet werden. Die Darsteller müssen Allround-Talente sein: Sänger, Musikanten und Schauspieler. Bei der Probenarbeit im Sportheim der Laudenbacher Kicker zeigt sich, dass Regisseur Georg Mittendrein  detailgetreu  inszeniert. Er  sitzt an einem Tisch, vor ihm das aufgeschlagene Drehbuch. Die Brille hat der gebürtige Wiener auf die Nasenspitze geschoben und äugt über die Gläser in den kleinen Saal, wo musiziert, gesungen und gespielt wird, dass die Wände wackeln. So will es der Regisseur auch haben. "Das Publikum soll mitgerissen werden", sagt er und ist der Meinung, dass der Anfang "ein bisserl zu fad" ist.

Knorriger Pettersson, pfiffiger Findus - Die Requisiten sind Elemente der Dramaturgie

Pettersson und FindusSolveig Wagenhäuser, die Darstellerin des Findus, hakt beide Daumen in den Bund der kurzen grünen Hose, in die sie zweimal hinein passen würde. Die viel zu weite Hose ist ein wichtiges Element in der Dramaturgie. Die Handlung gibt vor, dass der knorrige und etwas vierschrötige Pettersson die Hose für den kleinen Findus selbst geschneidert hat. So sieht sie auch aus. Requisiteurin Waltraud Günther hat hierfür ein geschicktes Händchen. Bei den Proben erscheint sie wie eine Fee auf der Bildfläche, wenn ihre flinke Nadel gefordert ist.

Die erste Szene von "Pettersson und Findus" wird wiederholt

Die erste Szene wird wiederholt. Sandra Walter, die bei "Pettersson und Findus" die Rolle des Huhnes "Prillan" übernommen hat, greift zur Querflöte. Dieter Schaller, Darsteller des Nachbarn Gustavsson, rückt seinen Stuhl zurecht, damit er mit dem Zug seiner Posaune Sandra Walter nicht versehentlich einen Nasenstüber versetzt. Derweil haben sich Fritz Wickenhauser (Pettersson) und Daniel Soran (Caruso) die Gitarren umgehängt und Erich May hantiert mit den Rhythmusinstrumenten. "Und los!" gibt Georg Mittendrein das Kommando. Solveig Wagenhäuser hüpft behände  hin und her, während die Musiker die Melodie anstimmen. Dann fängt sie an zu singen. Nach dem Schlussakkord hüpft sie wie ein Gummiball in die Höhe. "Jubel, jubel!" kommentiert Mittendrein, dem völlig ungewohnt und spontan ein Lob über die Lippe schlüpft: "Ihr seid alle total begabt und brav!".

Gelungene Premiere von "Pettersson und Findus"

Caruso rockt für PetterssonIn der zweiten Szene hat der Hahn Caruso seinen großen Auftritt. Nachdem Waltraud Günther das Federkostüm in Form gebracht hat, betätigt sich Daniel Soran als "Hühnermann, der richtig fetzig singen kann" und untermauert dies mit einem flotten Rock 'n' Roll. Die übrigen Darsteller rocken im Hintergrund mit und singen: "Die Hennen hat der Rock gepackt, der Hühnerstall erbebt im Takt". - "Supi, supi!", Mittendrein ist begeistert – bis auf eine winzige Einschränkungen. Die kleinen Unebenheiten im Text und beim Gesang sieht er nicht als großes Manko an. "Das wurschtelt sich noch zusammen", meint er. - Es war so! Die Premiere von "Die Abenteuer von Pettersson und Findus" war ein rauschender Erfolg.

Das Maintal-Theater hat sich Ende Oktober 2012 aufgelöst, nachdem Georg Mittendrein als "spiritus rector" nicht mehr zur Verfügung stand und die Aufführungen im Jahr 2012 nicht den erhofften Erfolg gebracht hatten.

Krimifreundin, am 01.07.2011
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