Die Betriebsrente wird auch betriebliche Altersversorgung (bAV) genannt. In Deutschland hat grundsätzlich jeder Arbeitsnehmer einen rechtlichen Anspruch auf die Betriebsrente, was jedoch nicht bedeutet, dass die Betriebsrente direkt vom Unternehmen gezahlt werden muss. Dies ist heute nur noch bei größeren Konzernen der Fall. Kleinere und mittelständische Unternehmen bieten stattdessen eine Betriebsrente über einen externen Finanzierer an. Dabei handelt es sich in der Regel um Pensionskassen, Pensionsfonds, Direktversicherungen oder Unterstützungskassen. Solche betrieblich organisierten Sparverträge werfen mitunter sogar höhere Renditen ab als firmeninterne Betriebsrenten. Eine umfassende und objektive Beratung finden Arbeitnehmer und auch Arbeitgeber bei der Deutschen Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung (DGbAV).

Um den Lebensstandard im Alter halten zu können, wird allgemein empfohlen, sich nicht nur auf die gesetzliche Rente zu verlassen. Die Versteuerung der Rente und die allgemein steigenden Lebenskosten machen es sehr wahrscheinlich, dass die gesetzliche Rente schon bald nicht mehr ausreichen wird. Da ist es wichtig, zusätzlich vorzusorgen. Neben der Riester-Rente ist die Betriebsrente die interessanteste Form der Zusatzrente.

 

So funktioniert das Modell Betriebsrente

Für die Betriebsrente zahlt der Arbeitgeber einen Teil des Gehaltes (entweder vom Monatslohn oder zum Beispiel das Weihnachts- und Urlaubsgeld) in die entsprechende Anlageform ein. Man spricht auch von der Entgeltumwandlung, weil das Gehalt sozusagen in die Betriebsrente umgewandelt wird. Da der Beitrag vom Bruttogehalt abgezogen wird, entstehen steuerliche Vorteile für den Arbeitnehmer. Der eingezahlte Betrag ist bis zu einer Grenze von derzeit 2046 € im Jahr Steuer- und Sozialabgaben frei. Faktisch bleibt so mehr Netto vom Brutto übrig.

 

Die Betriebsrente lohnt sich – ein Beispiel

 

An folgendem Beispiel wird ersichtlich, wie lukrativ die Betriebsrente sein kann: Bei einem jährlichen Beitrag von nur 1500 € in eine Pensionskasse werden dem Arbeitnehmer tatsächlich nur ca. 750 € (also die Hälfte) vom Gehalt abgezogen, dies kommt durch die Steuerersparnisse zu Stande. Das Geld wird von der Pensionskasse Gewinn bringend in Aktien und Zinspapieren angelegt. Die garantierte Rente beträgt bei einer Laufzeit von 40 Jahren 51.000 €, da die Rendite jedoch erwartungsgemäß höher ausfällt, kann der Arbeitnehmer mit ca. 67.000 € rechnen. Bei Renteneintrittsalter besteht übrigens die Möglichkeit, die Summe statt als monatliche Rente auch im Ganzen auszahlen zu lassen.

Darüber hinaus ist die Betriebsrente Hartz IV sicher, bei Arbeitslosigkeit darf das Vermögen also nicht angetastet werden. Der einzige Nachteil ist jedoch, dass die betriebliche Altersvorsorge ebenso wie die gesetzliche Rente versteuert werden muss.

Daher lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge nur, wenn während der Einzahlungsphase auch von dem Steuervorteil profitiert wurde. Dies ist bei Geringverdienern mitunter nicht der Fall. Zusätzlich zur Betriebsrente ist auf jeden Fall der Abschluss einer Riester Renten Versicherung empfehlenswert.

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