Die Hilfsorganisation ADRA

Ein Projekt, dass dieses Wohlstandsgefälle ein wenig abflachen möchte, ist die Paketaktion "Kinder helfen Kindern". Organisiert wird sie seit vielen Jahren von der international tätigen Katastrophen- und Entwicklungshilfe ADRA. Die Abkürzung steht für Adventist Development and Relief Agency. ADRA ist eine freikirchlich initiierte Hilfsorganisation mit dem Anspruch, in Not geratene Menschen unabhängig von ihrer jeweiligen Weltanschauung zu unterstützen. In der Bundesrepublik Deutschland existiert ein Ableger von ADRA seit 1986. ADRA trägt das "DZI Spendensiegel" und gehört zu den Gründungsmitgliedern der Initiative "Aktion Deutschland hilft".

Wie die Paketaktion "Kinder helfen Kindern" entstand

Das Projekt "Kinder helfen Kindern" (KhK) hat seine Ursprünge in einer kleinen Episode des Jahres 1999. "Kinder helfen Kindern" trägt seinen Namen durchaus nicht zufällig, denn tatsächlich beruht das Projekt KhK auf den Gedanken eines Kindes. Pastor Erich Lischek, der damalige Geschäftsführer von ADRA Deutschland, erzählte davon in einem Interview: Als er zu Hause einmal seine Reiseeindrücke aus den Armutsgebieten Indiens berichtete, wollte seine Tochter spontan ihr Spielzeug den dortigen Kindern spenden. Aus dieser kleinen Begebenheit entwickelte sich bald die Idee zur Hilfsaktion "Kinder helfen Kindern", welche seit dem Jahr 2000 regelmäßig durchgeführt wird. Das Prinzip ist denkbar einfach: Kinder in Deutschland befüllen kleine Weihnachtspakete mit allerlei Dingen, die ihnen selbst auch Freude bereiten würden: Süßigkeiten, Spielzeug, Dinge zum Malen oder Basteln und natürlich auch Plüschtiere. Lediglich Kriegsspielzeug, Monsterfiguren und batteriebetriebe Geräte sollten bzw. dürfen nicht verpackt werden.

Um die Transportkosten zu optimieren, stellt ADRA dafür standardisierte Kartons zur Verfügung. Neben diesen eigentlichen Weihnachtspäckchen gehen in der Regel noch unzählige Bananenkartons mit Kleiderspenden auf die Reise. Auch größere Plüschtiere, die in den Päckchen keinen Platz hatten, werden auf diese Weise transportiert. An der bundesweiten Aktion beteiligen sich neben Privatpersonen auch Schulklassen und Kindergärten.

Weihnachtsgeschenke und nachhaltige Hilfe

Zur Ausgabe und Entgegennahme der Pakete stehen deutschlandweit regionale Sammelstellen und örtliche Ansprechpartner bereit. Auf diese Weise konnten durch größtenteils ehrenamtliche Arbeit bisher pro Jahr fast 40.000 Weihnachtspäckchen in osteuropäische Länder transportiert werden. Seit einigen Jahren kommt ein Teil der Spenden auch von Armut betroffenen Kindern im Inland zugute. Die Hilfsaktion beginnt jährlich im September und dauert rund zwei Monate, so dass anschließend noch genügend Zeit für den Weitertransport in die jeweiligen Zielgebiete bleibt.

Doch das Projekt "Kinder helfen Kindern" beschränkt sich längst nicht allein auf die vergleichsweise kurzlebigen Weihnachtsfreuden. Spendengelder ermöglichten bislang auch vielfach nachhaltige Hilfe. Beispielsweise konnten osteuropäische Kinderheime und Schulen saniert oder neu eingerichtet, Anlaufstellen für Straßenkinder geschaffen oder medizinische Maßnahmen finanziert werden.

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