Das Eichsfeld

Nicht nur geographisch bis zur deutschen Wiedervereinigung, sondern auch aus religiöser Sicht hatte das Eichsfeld stets eine Randlage. Es bildete über Jahrhunderte im Kernland der Reformation eine Enklave des katholischen Fürstbistums Mainz und war auch nach der Reformation nahezu zu 100 Prozent katholisch. Noch heute ist auf alten Grenzsteinen das Mainzer Rad zu sehen. Für Thomas Müntzer und auch während des Dreißigjährigen Krieges war das Eichsfeld immer eine Gelegenheit zum Plündern, Brandschatzen und Verproviantieren. Auf dem Wiener Kongreß wurde 1815 das Eichsfeld zwischen dem Königreich Hannover und der Preußischen Provinz Sachsen aufgeteilt. Genau an dieser Grenze verlief dann später der Eiserne Vorhang zwischen Ost und West.

In der Nähe von Rhumspringe liegt das Europäische Brotmuseum. Das Eichsfeld ist auch durch den niedersächsischen Dichter Wilhelm Busch ("Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich") bekannt geworden, denn ganz in der Nähe Rhumspringes ist die Wilhelm-Busch-Mühle zu finden, in der Max und Moritz ihre Streiche ausheckten. An dieser Mühle spielte der dritte Streich, dessen Opfer Schneider Böck wurde.

Sehenswert ist auch das Grenzlandmuseum Eichsfeld in Teistungen, an dem eine Fahrt in den Harz fast automatisch vorbeiführt.

Nach der Teilung Deutschlands und der Errichtung der immer unüberwindbareren Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten wurde zwischen den Dörfern Gerblingerode im Westen und Teistungen im Osten auf der Basis des Grundlagenvertrages ein kleiner Grenzverkehr ermöglicht.

Eichsfelder Feldgieker

Kulinarisch hat das Eichsfeld eine spezielle Besonderheit zu bieten. Bekannt und beliebt ist eine Eichsfelder Spezialität, der Feldgieker. Der Feldgieker ist eine harte Mettwurst aus gewürztem Schweinefleisch, die noch warm in die Fetthaut des Bauchschmers des Schweines gefüllt wird und das nach alten, hergebrachten Rezepten auf Dachböden oder in "Wurstekammern" frostfrei mindestens drei Wochen reift. Für den Feldgieker kommen nur mit traditionellem Futter aufgezogene Schweine in Frage, keine Mastschweine. Die Wurst aus heimischen Fleischereien ist ein beliebtes Mitbringsel.

Die Rhumequelle am Südharz

Die Rhumequelle

In Rhumspringe entspringt die Rhume. Die Rhumequelle ist mit ihrem Quelltopf eine der ergiebigsten Quellen Deutschlands und mit einem Ausstoß von durchschnittlich 2000 und in Spitzenzeiten maximal 5000 Litern pro Sekunde eine der größten Karstquellen Europas. Die Harzflüsse Sieber und Oder versickern teilweise in den unterirdischen Hohlräumen des Karstgebietes im Südharz. Ihr blau-grün schimmerndes Wasser tritt als Quelle der Rhume wieder ans Tageslicht. Die Rhumequelle friert bei einer konstanten Wassertemperatur zwischen acht und neun Grad niemals ein und bleibt so das ganze Jahr über ein imposantes Naturschauspiel. Das idyllisch am Nordostrand der Rhumegemeinde an der Landesstrasse 530 Richtung Pöhlde gelegene Areal ist somit zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. (Fotos © Rhumspringe)

Neben der Hauptquelle gibt es an der Rhumequelle noch zahlreiche Nebenquellen, die den Quelltopf speisen. Der Rundgang um die Rhumequelle dauert zirka 15 Minuten. Ein gemächliches Tempo ist geboten, denn wegen ihrer einmaligen Lage und natürlichen Besonderheit dienen die Quelle und ihre Umgebung vielen Tierarten wie Pirol, Eisvogel, Wasseramsel, Regenbogenforelle und Äsche als Rückzugs- und Nahrungsgebiet. Das in zirka 10 Kilometern Entfernung auf Gut Herbigshagen gelegene Naturerlebniszentrum der Heinz-Sielmann-Stiftung hat ergänzend zu den Schautafeln im Quellumfeld die Flora und Fauna der Rhumequelle dokumentiert.

Die Rhume selbst ist 48 Kilometer lang, nimmt auf ihrem Weg die wasserreiche Oder auf, aus der bereits die Quelle der Rhume genährt wird, und fließt dann über Leine, Aller und Weser in die Nordsee.

Der Quelltopf der Rhume aus der Vogelperspektive

Duderstadt

Duderstadt kann bei rund 500 Häusern im Fachwerkstil, einer restaurierten 3,5 Kilometer langen Stadtmauer und einem der ältesten Rathäuser Deutschlands mit einem mittelalterlichen Stadtbild aufwarten und ist ein lohnendes Ziel für einen Ausflug. Die Stadt ist rund 1100 Jahre alt. Um 1400 erreichte die wohlhabende Kaufmannsstadt mit 4000 Einwohnern eine Größe fast wie Hamburg. Sehenswert sind der große Marktplatz, die Fachwerkhäuser, das Rathaus, die beiden großen Kirchen St. Servatius und St. Cyriakus, die Folterkammer im Rathaus und der Westerturm mit seiner gedrehten Spitze.

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