Einige Pflanzen brauchen aber doch eine spezielle Erde

Zuerst gleich die Ausnahmen von der Universalerde. Manche Pflanzen benötigen saure Erde mit einem niedrigen pH-Wert. Dafür wurde in der Vergangenheit bisher immer Torf verwendet. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) appeliert an alle Verbraucher, nur als "torffrei" deklarierte Blumenerde zu kaufen. Denn bei der Gewinnung von Torf (das Foto zeigt abgebauten Torf) werden Moore ausgebaggert und zerstört. Moore sind aber Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten und binden zudem große Mengen klimaschädliches Koh­len­dioxid.

Inzwischen gibt es Blumenerde mit einem um 50 Prozent reduzierten Torfanteil, aber auch Spezialerde ohne Torf, sondern mit Ersatzstoffen wie Rindenhumus, Grüngutkompost und Holz- oder Kokosfasern., die für "sauer" mit einem niedrigen pH-Wert sorgen. Die Mischungen mit maximal 40 Volumen-Prozent Kompost sowie höchstens 30 bis 40 Prozent Rindenhumus oder Holzfasern werden von den meisten Pflanzen bestens vertragen.

Rhododendren, Azaleen usw

Rhododendren, Moorbeetpflanzen, Azaleen, Blaubeeren, Cranberrys und Preiselbeeren können in Beeten und auch Pflanzkübeln auf Dauer nur mit saurer Erde bei einem pH-Wert 4 bis 5 gedeihen. Will man sie einpflanzen, muss im Beet die Gartenerde bis in mindestens 40 Zentimeter Tiefe bei einem Durchmesser der Pflanzgrube von 60 bis 80 Zentimetern gegen torfhaltige Moorbeeterde oder eine Mischung aus Nadelholz-Häcksel und Torf oder eine Mischung ganz ohne Torf ausgetauscht werden.

Orchideen

Auch Orchideenerde gibt es zu kaufen. Aber keine Orchidee benötigt Orchideenerde.

Orchideen gedeihen in normaler Erde gar nicht, weil sie einen hohen Rindenanteil brauchen. In ihrer natürlichen Umgebung wachsen die exotischen Orchideen nicht am Boden, sondern halten sich in luftiger Höhe mit ihren Wurzeln an der Baumrinde fest. Für die nötige Feuchtigkeit sorgen Moose und Flechten am Baum. Kultiviert man die Pflanzen im Topf, pflanzt man sie in ein hauptsächlich aus Rindenstücken bestehendes grobes Substrat. Orchideen-Experten raten zusätzlich, eine Schicht Holzkohlestückchen auf dem Topfboden zu verbringen, um dauerhaft eine Schimmelbildung zu verhindern.

Heidelbeeren

Heidelbeeren lieben saure, humose Erde. Man pflanzt Kultur-Heidelbeeren am besten im Oktober, allerspätestens jedoch Anfang November.

Gute Blumenerde

Eine gute Blumenerde hat einen möglichst hohen Humusgehalt. Humus sorgt dafür, dass die Nährstoffe gespeichert werden und die Erde gut belüftet ist. Gute Erde zeichnet sich dadurch aus, dass sie locker in der Hand zerfällt.

Wie sich die einzelnen Erden unterscheiden, ist auf den ersten Blick oft nicht leicht zu erkennen. Anzuchterde ist meist sehr fein und stabil, hat aber einen geringen Nährstoff- und Salzgehalt. Der niedrige Düngeranteil soll die Samen zur Wurzelbildung anregen.

Kübelpflanzenerde hat hingegen einen höheren Nährstoffgehalt und zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie besonders stabil ist. Die Pflanzen können sich besser daran festhalten, wenn sie Wind und Wetter trotzen müssen.

Viele Standard-Erden aus den großen, bunten Tüten und Säcken – lesen Sie stets vor dem Kauf die Inhaltsangaben - enthalten oft zu viel Torf und Rinde und haben manchmal auch einen hohen Salzgehalt. Das beeinträchtigt das Wachstum der Pflanze und macht sie anfälliger für Krankheiten.

Der Preis sagt nichts über die Qualität der Blumenerde aus. Es zeigt sich aber oft, dass viele Billig-Produkte zu wenig Nährstoffe oder minderwertigen Kompost oder unzureichend verrottete Holzstückchen enthalten. Aussagekräftiger ist eine Faustprobe: Lässt sich die Erde mit der Hand zusammendrücken oder klebt, haben die Wurzeln später zu wenig Luft. Skepsis ist auch berechtigt, wenn der Inhalt beim Öffnen des Sacks nach Rindenmulch riecht. Gute Pflanzerde duftet nach Waldboden und zerfällt beim Hineinstechen mit dem Finger in lockere, aber stabile Krümel. 

Minderwertige Erde erkennen Sie daran, dass sie beim Gießen schlammig wird und sich deshalb beim Trocknen eine feste Kruste an der Oberfläche bildet.

Lesen Sie auch Die richtige Blumenerde für jede Pflanze finden.

Mögliche zusätzliche Bestandteile einer guten Blumenerde

  • Dünger versorgt die Pflanzen mit den wichtigsten Nährstoffen und gewährleistet eine bedarfsgerechte Ernährung der Pflanzen. Bei gekaufter Blumenerde reicht der zugefügte Dünger oft nur für wenige Wochen. Eine Nachdüngung ist je nach Pflanzenentwicklung bereits nach zwei bis drei, spätestens aber nach acht Wochen erforderlich. 
  • Grünkompost enthält viele natürliche Nährstoffe, besonders Kalium und Spurenelemente. Diese werden bedarfsgerecht an die Pflanze abgegeben.
  • Holzfaser stellt eine Alternative zu Torf dar. Durch die Zugabe werden Eigenschaften wie Entwässerung und Belüftung der Erde gefördert.
  • Kokosfaser nimmt selbst nach Austrocknung sehr schnell wieder Wasser auf und speichert dies. Dadurch wird die Wiederbenetzbarkeit der Erde erhöht.
  • Lavagranulat verbessert die Luft-, Wasser und Nährstoffspeicherung und gleicht unterschiedliche Gieß- und Düngegewohnheiten aus.
  • Rindenkompost erhöht mit seiner etwas gröberen Struktur die Entwässerung und Belüftung der Erde.
  • Sand ist ein idealer Bestandteil in Aussaaterden, denn er verbessert die Entwässerung und erleichtert das Pikieren und Vereinzeln der Jungpflanzen.
  • Torf ist wichtig für die Wasser- und Nährstoffspeicherung der Erde und gibt diese bedarfsgerecht an die Pflanze ab.

Blumenerde selber herstellen

Statt fertige Blumenerde zu kaufen, kann man seine Blumenerde auch selbst herstellen: Man nimmt gesiebten Kompost, der älter als ein Jahr ist, und mischt Kokosfasern hinein, die man als getrocknete Ware kaufen kann. Sie quellen in Wasser auf. Die Fasern verrotten nur langsam, speichern gut Wasser und fördern die Durchlüftung der Erde.

Für Pflanzen, die wenig Nährstoffe brauchen, mischt man einen Teil Kompost mit vier Teilen Fasern. Nährstoffbedürftigere Pflanzen bekommen eine Mischung zu gleichen Teilen, denen man Stickstoff in Form von von ein bis drei Gramm Hornspäne pro Liter beimischt.

Neue Erde zum Umtopfen

Bei kleinen Gefäßen sollte in jedem Jahr, bei größeren spätestens alle drei Jahre die Erde ausgetauscht werden. Grund dafür ist, dass sich der Wurzelraum verengt, die Erde durch das Gießen verdichtet ist und durch den Dünger eine Versalzung eingetreten ist, die in ihrer Konzentration den Pflanzen schadet, abgesehen davon, dass alte ausgelaugte Erde Schädlinge und Krankheitskeime beherbergt werden.

Die alte Erde aus Töpfen und Kübeln kann zusammen mit neuen Gartenresten kompostiert werden und wird im Garten noch gebraucht.

Autor seit 4 Jahren
302 Seiten
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