Übergewicht, ein leidiges, die Gesundheit belastendes Problem

Übergewicht ist ungesund. Zunehmen ist leicht, aber überflüssige Pfunde wieder loszuwerden, fällt fast jedem Menschen sehr schwer. Das Abnehmen kann aber lebenswichtig sein, denn Übergewicht oder Adipositas führt meist zu gesundheitlichen Problemen. Sie führen fast automatisch zum Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Leider gibt es viel zu viele Tipps zum Abnehmen, die auf Modediäten basieren. Aber welche Diät ist die individuell richtige?

Welche Arten von Diät gibt es?

 

Bevor man sich der Antwort auf diese Frage zuwendet, sollte ein Überblick über die verschiedenen Arten von Diäten Klarheit verschaffen. Damit nicht individuell willkürliche Überlegungen angestellt werden müssen, har sich die Verbraucherzentrale Hessen einmal der Mühe unterzogen, die häufigsten Diätvarianten zu untersuchen.

  • Mischkost-Diät

Bei den dieser Variante geht es hauptsächlich um eine ausgewogene Ernährung, und kein Lebensmittel ist verboten

  • Trennkost-Diät

Bei den Trennkost-Konzepten geht es darum, eiweiß- und kohlenhydratreiche Lebensmitteln getrennt zu essen.

  • Stoffwechsel-Diät

Sehr viel unterschiedliche Diäten sollen den Stoffwechsel aktivieren oder verändern oder dem individuellen Stoffwechsel anpassen

  • Crash-Diät

Crash-Diäten werben mit der Aussage, extreme Abnehmerfolge in kürzester Zeit zu erreichen. Sie stellen entweder auf einige wenige Lebensmittelgruppen oder sogar nur ein einziges Lebensmittel pro Tag ab..

  • Mode-Diät

 

Diese Art von Diäten (wie Paleo, Detox und Teilzeit 5-zu-2) versprechen einen radikalen Frühjahrsputz mit völliger Entgiftung für den Körper; zweimal in der Woche wird bei je bis zu 600 kcal. gefastet.

 

 

  • Diätformen nach dem glykämischen Index (GI)

Hier geht es darum, den Blutzuckergehalt und den damit verbundenen Insulinanstieg unter Berücksichtigung der Kohlenhydratzufuhr so niedrig wie möglich zu halten.

  • Fett- und eiweißreiche Diät

Formen dieser Diät wie Atkins, Dukan, Schlank im Schlaf und Eiweißbrot kümmern sich um das Insulin. Wirkt das Insulin wegen Insulinresistenz nicht mehr richtig, ist der Blutzuckerspiegel erhöht.

  • Immun-/Allergie-Diäten

Sie setzen voraus, dass die Ursache des Übergewichts eine individuelle Lebensmittelunverträglichkeit ist.

  • Frei verkäufliche Schlankheitsmittel

Hierzu mehr im nächsten Absatz

Frei verkäufliche Schlankheitsmittel

Entgegen einer frei gewählten, gesunden Diät sollten Medikamente und Schlankheitsmittel beim Abnehmen immer nur eine unwichtige Nebenrolle spielen; sie bergen auch Gefahren. Diäten verlangen, das Essverhalten auf Dauer eventuell zu ändern, während Schlankheitsmittel Wunder versprechen, aber nicht halten.

Der Begriff Formula-Diät dient als Sammelbegriff für verschiedene Pulver, die mit Wasser oder Milch angerührt werden und als alleinige Kost eine oder mehrere Tagesmahlzeiten ersetzen sollen. Sie enthalten gesetzlich vorgeschriebene Mengen der wichtigsten Nährstoffe und müssen, sofern alle Mahlzeiten ersetzt werden, den Warnhinweis "Darf ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei Wochen verwendet werden" tragen. Viele dieser Pulver enthalten viel zu viel Zucker und teilweise gentechnisch verändertes Soja.

Appetitbremsen sind freiverkäufliche Nahrungsergänzungsmittel und unterscheiden sich von den verschreibungspflichtigen Appetitzüglern. Diedarin enthaltenen Produkte bewirken in der Regel keine dauerhafte Gewichtsreduktion.

Homöopathische Schlankheitsmittel sind aus verschiedenen Heilkräutern zusammengesetzt. Vielfach wirken diese Präparate durch Entwässerung oder einen Abführeffekt; einige stimulieren auch durch hohe Jod-Gehalte die Schilddrüse. Wegen möglicher Nebenwirkungen sollte vor der Einnahme immer der Rat des Apothekers oder Arztes gesucht werden.

Entwässerungs- und Abführmittel sind keine Schlankheitsmittel. Wasserverluste und erhöhte Stuhlmengen stehen weder für echte Gewichtsabnahme noch für Fettabbau. Die unkontrollierte Dauereinnahme ist gesundheitsgefährdend.

Ballaststoff- und quellstoffhaltige Produkte werden oft als wirksame Hungerbremsen oder Sättigungsmittel beworben. Es handelt sich immer um Lebens- oder Nahrungsergänzungsmittel oder um Medizinprodukte, nicht um Arzneimittel. Quell- und Ballaststoffe können nur wirken, wenn gleichzeitig ausreichend getrunken wird. Ohne eine Einschränkung der Kalorienzufuhr funktionieren die Produkte nicht. Andernfalls besteht die Gefahr eines Darmverschlusses. Wegen der Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollte vor der Einnahme der Rat eine Arztes eingeholt werden.

Fett- und Kohlenhydratblocker werden heute meist als Medizinprodukte angeboten. Sie unterliegen damit nicht dem Lebensmittelrecht und wirken prinzipiell rein physikalisch. Die gewünschte Wirkung wird nur zusammen mit einer kalorienreduzierten Ernährung erzielt; das Produkt alleine reicht nicht.

Enzympräparate versorgen den Körper mit Verdauungsenzymen, an denen es vermeintlichb mangelt. Es wird jedoch kein Fett abgebaut, sondern der Körper in die Lage versetzt, Eiweiß besser ausnutzen zu können. Das spart aber keine Kalorien. In einigen Präparaten sind Fruchtsäuren enthalten, die abführend wirken.

Hormone stehen im Vordergrund der augenblicklich sehr populären HCG-Diät. HCG (humanes Choriongonadotropin) ist ein Hormon, das während der Schwangerschaft in der weiblichen Plazenta gebildet wird und für die Erhaltung der Schwangerschaft verantwortlich ist. Die "Diät", die einen Monat dauert, stammt aus den 50-iger Jahren des vorherigen Jahrhunderts. Sie setzt auf eine sehr niedrige Energiezufuhr (circa 500 Kilokalorien) und eben die Einnahme des Hormons in Form von Injektionen, Tropfen, Tabletten oder Spray. Nierensteine, Herzrhythmus- und Stoffwechselstörungen können auftreten, und der Jo-Jo-Effekt ist sicher. Selbst in den USA sind HCG-Produkte verboten.

Light-Produkte sollen aussagen, dass Kalorien eingespart werden. Tatsächlich aber kann in den Produkten auch der Fett-, Alkohol-, Zucker- oder Koffeingehalt reduziert sein. Damit Light-Produkte schmecken, müssen sie mit verschiedenen Zusatzstoffe aufwändig verarbeitet werden. Wenn sie nicht anhaltend sättigen, isst der Mensch mehr davon als nötig. Light-Produkte können zu größeren Portionen verleiten, ändern aber keineswegs falsche Essgewohnheiten.

Bei vielen anderen Präparaten, die als "rein pflanzlich", "ärztlich erprobt" oder mit "Schlankheitsgarantie" angepriesen werden, kann nicht auf die versprochene Wirkung vertraut werden. Auch der Hinweis "nur in der Apotheke erhältlich" ist kein Qualitätskriterium. Und zum Schluss: Angebote per Post oder aus dem Internet könnten in Deutschland verboten sein.

 

Die wichtigsten Regeln einhalten

Bei jeder Diät sollte man sich an die wichtigsten Prinzipien halten und nicht auf jeden Modetrend hereinfallen. Ohne Sport abzunehmen und alles zu essen und dabei Gewicht zu reduzieren ist ein Unding; das schafft kein Wundermittel der Welt. Das schaffen auch keine Fettverbrenner, oder wie sie in der Werbung lauten "Fatburner", wenn diese Nahrungsergänzungsmittel keine gefährlichen und verbotenen Substanzen enthalten.

Ein Abnehmen fällt mit allmählicher und gesunder Diät immer noch am leichtesten.

Viel Werbung wird auch für die Idee betrieben, nach 18.00 Uhr keine Nahrung mehr aufzunehmen. Begründung dafür ist, dass ohne Nahrungsaufnahme der Blutzuckerspiegel sinkt und dadurch weniger Insulin ausgeschüttet und dadurch Fette aus Fettpolstern herangezogen werden. Das ist ein guter Ansatz, aber die Gesamtkalorienzufuhr über 24 Stunden entscheidet. Abnehmen kann nur, wer mehr Energie verbraucht als zuführt

Das Intervallfasten ist eine gute Methode, abzunehmen, zumal sich im Alltag des Menschen nichts ändert. Intervallfasten muss aber immer mit einer gezielten Auswahl der Nahrungsmittel einhergehen..

Ähnlich ist es mit Low-Carb. Wer weitgehend oder völlig auf Kohlenhydrate verzichtet, kann dies auf Dauer nur schwer durchhalten. Die Pfunde kommen mit einem Rückfall auf die alten Essgewohnheiten aber rasch wieder zurück.

 

 

Viel Wasser zu trinken ist bei allen Abnehmversuchen wichtig.

 

 

 

Autor seit 6 Jahren
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