(Bild: webvilla)

Der Montag

Die Mamas und die Papas waren eine Band aus den 1960er Jahren. In ihrem Lied "Monday, Monday" besingen sie die Wechselfälle des Lebens, die sich an diesem Wochentag ereignen können.
Die Freunde des Karnevals fiebern ebenso dem Rosenmontag entgegen.

(Bild: skeeze)

Allerdings denkt nicht jeder Werktätige über alle Montage des Jahres in diesem Sinne. Einige Menschen sollen sogar sagen: "Gott sei Dank, es ist Freitag".

Heh du da, bist du Frau Luna?

Unsere Altvorderen hatten den ersten Tag der Woche einst den "Tag der Mondgöttin" genannt (*). Wie kamen sie zu dieser poetischen Bezeichnung?
Luna war die römische Mondgöttin. Es ging um die Beschreibung des Tag- und Nachtwechsels. Die Sonne geht unter, der Mond geht auf.

(Bild: stevepb)

Aber warum ist der Mon(d)tag der erste Tag im Wochenplan? Von der Logik her müsste doch der Sonntag den ersten Platz besetzen.
Tat er auch - ursprünglich galt der Sonnentag als die Nummer Eins im Wochenkalender. Über die Jahrhunderte wurde der religiöse Brauch, an diesem Tag den jeweiligen Gott zu ehren, vielfach verändert. Im Zuge der Industrialisierung übernahm der Montag mehr und mehr die erste Stelle im Wochenkalender.
Zur allgemeinen Überraschung wird in einigen Ländern der Erde auch heute noch der Sonntag als erster Tag der Woche betrachtet, z.B. in den USA (*).

Die Mitte der Woche. Und im Zusammenhang mit dem Sonntag als ersten Wochentag erklärt sich nun auch die Bezeichnung für den Mittwoch. Sieben Tage mit dem Sonntag als Beginn geteilt durch zwei ergibt – Mittwoch.

Dingesdach

Den Dienstag schreiben wir alle falsch. Es heißt korrekt: dingesdach.
So hieß nämlich die nordisch-germanische Gottheit Tyr im Mittelhochdeutschen (*). Und diese Bezeichnung geht wieder auf einen lateinischen Gott mit ähnlichem Namen zurück.
Die Verbindung zwischen dem germanischen Gott und der Wahl seines Namens für diesen Wochentag verliert sich in zahlreichen, auch verwirrenden, Auslegungen von Sprachforschern.
Offenbar war dieser Gott für die Urgermanen von großer Bedeutung. Und so haben sie seinen Namen in einem Wochentag verewigt.

Thor, der Mann mit dem Hammer

(Bild: skeeze)

Thor oder Donar war der Name des germanischen Donnergottes.
Der Leser, der sich mit den Hintergründen von Sagen und Märchen beschäftigt, erfährt bald eine tiefer liegende Bedeutung in den Göttergestalten. In der Regel stehen die Götter nicht für eine historische Person. Sie verkörpern entweder physikalische Phänomene wie Blitz und Donner. Oder sie stehen für menschliche Charaktereigenschaften, wie ein Herkules für unsere physischen und psychischen Stärken oder Schwächen.

Thor oder Donar steht also für den Donner, und die Germanen haben diesen Tag dem Donnergott verehrt. Wann war das? Genau wissen wir es nicht.
Die Namensgebung muss aber nach dem Jahr 321 n. Chr. stattgefunden haben. In diesem Jahr wurde im römischen Reich die 7-Tage-Woche offiziell eingeführt. Die germanischen Völker haben zu einem unbekannten Zeitpunkt die römische Einteilung der Woche für ihren Kulturkreis übernommen.

Freitag – Venustag

Der Freitag ist der Tag der Liebe. Die Römer haben ihn ursprünglich der Liebesgöttin Venus gewidmet. Weiter nördlich hieß diese Dame Freya, und so kam es wahrscheinlich zu dieser Bezeichnung.

Freitag der 13. gilt bei abergläubischen Menschen als Unglückstag. Die Hintergründe für das Zusammentreffen des Wochentages mit dieser Zahl können seitenweise Text zu diesem Thema füllen.

(Bild: geralt)

Wenn der Saturn im siebten Hause steht ...

Samstag leitet sich vom römischen Wort für den Planeten Saturn her.
Unsere Vorfahren haben die Sterne genau beobachtet und aus den Konstellationen ihre Rückschlüsse gezogen. Moderne Astronomen stehen dem nicht viel nach. Schon bald wird sich herausstellen, ob es einen neunten Planeten namens Nibiru gibt. Dieser Störenfried soll alle circa 3000 Jahre Unruhe in unsere Galaxie bringen. Allerdings gehen uns dann die Wochentage als Platzhalter für einen neuen Namen aus.

Da die Ankunft eines hypothetischen Nibiru zurzeit noch in den Sternen steht, können wir im Moment noch problemlos mit den bestehenden Namen für die Wochentage leben.

In diesem Sinne – eine schöne Woche.

Autor seit 2 Jahren
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