Mathematisch ist die Anzahl unserer Vorfahren nicht zu erfassen!

Stelle ich mir die Frage, wie viele Vorfahren habe ich, muss ich auch sagen, seit wann. Jeder Mensch hat eine Mutter und einen Vater. Zwei Omas und zwei Opas. Vier Uromas und vier Uropas. Rein mathematisch müsste man nun einfach pro Generation mit zwei multiplizieren. Seit etwa 250 Jahren werden die Menschen in zivilisierten Gegenden etwas älter, deshalb kann man da pro 100 Jahre mit drei Generationen rechnen, davor mit vier und in der Entstehungsgeschichte des Menschen vor ca 4,5 Millionen Jahren eher mit fünf. Rein rechnerisch kämen wir dann auf eine gigantische Anzahl von Personen, die auf diesem Planeten bist dato noch nie gelebt hat. Die Bevölkerungspyramide ist aber anders herum aufgebaut. Von einer kleinen Gruppe oder Einzel-Wesen, die mutierten und sich dann weiter vermehrten, ausgehend zu Sippen, Clans, Stämmen und Völkern wurden. Also ist die mathematische Lösung logischerweise falsch. Wären wir Einzeller und würden wir uns durch Zellteilung vermehren, könnte man einfach sagen: "Vor 180000 Jahren entstand der moderne Einzeller, durchschnittlich vier Teilungen pro 100 Jahre ergäbe dann 7200 Ahnen und Urahnen." Wir, der Homo sapiens, oder auch Cro-Magnon-Mensch sind also heute etwa 7200 Generationen von unserem Ursprung entfernt.

Je größer die Gruppe, desto eher ist Inzest unwahrscheinlich.

Nun sind wir aber Säugetiere und keine Einzeller. Bei unserer Zeugung bekommen wir von beiden Eltern aber nur genau die Hälfte der jeweiligen Erbanlagen. Das nennt man Meiose (Reduktionsteilung) und stammt aus der Vererbungslehre. Wäre das nicht so, würde der Chromosomensatz von Generation zu Generation exponential steigen, Störungen und Gendefekte hervorrufen. Bei jeder Zeugung geben die Eltern eine andere Hälfte ihrer Erbanlagen weiter. Diese können sich überlappen, führen so zu Ähnlichkeiten bei Geschwistern. Das bedeutet für uns, wir hatten gentechnisch gesehen als direkten Vorfahren nur eine halbe Mutter und einen halben Vater. Zwei viertel Omas und zwei viertel Opas. Nun wird unsere Rechenaufgabe realistisch. Statt zu fragen, wie viele Personen in grauer Vergangenheit an der Erschaffung unserer Existenz beteiligt waren, sollten wir fragen, wer hat uns genau was vererbt. Wir sollten also unserer Gen-Linie folgen. Zumal es auch noch so etwas gibt, wie Ahnenschwund. Das bedeutet, dass etliche unserer Vorfahren verwandt waren. Ich möchte niemanden beleidigen, aber die Eltern unserer Urahnen waren Geschwister. Da wir biologisch gesehen zu den Menschenaffen zählen, kann es sogar sein, dass damals etliche von uns vom Ober-Menschenaffen gezeugt wurden. Bei Gorillas ist der "Silberrücken" für die Vermehrung zuständig, bei den Pavianen übernimmt das der "Pascha", der Anführer der Gruppe. Das würde erklären, warum die Evolution in der Altsteinzeit im Schneckentempo dahin schlich und seit der Neolithisierung galoppiert. Der Gen-Pool war zu dieser Zeit einfach zu eingeschränkt.

 

 

 

 

 

Die "Out of Africa" - Theorie ist die wahrscheinlichste Version der Forschung.

Unsere Geschichte beginnt bereits vor etwa sechs Millionen Jahren in Afrika. Stammesgeschichtlich haben sich da die Vorfahren der Schimpansen von der Entwicklungslinie der Menschen abgetrennt. Funde bestätigen, dass es zu dieser Zeit aufrecht gehende Homininen gab. Vor drei Millionen Jahren entwickelte sich die ersten Vertreter der Gattung Homo. Homo habilis, Homo ergaster und Homo erectus. Letzterer war der Erste, der Afrika verließ. Er beherrschte bereits das Feuer und breitete sich in Europa, Asien und dem Vorderen Orient aus. Getrieben wurde er durch den Klimawandel, der durch die Plattentektonik hervorgerufen wurde. Neue Gebirge entstanden, West- und Passatwinde veränderten sich genau wie Meeresströmungen. In der Folge wurde es kühler, es kam vor 2,6 Millionen Jahren zur Eiszeit. Vereisung bedeutet, es wird trockener. Wasser verdampft nicht mehr in den gleichen Mengen und wird in Gletschern gebunden. Meere trockneten teilweise aus, zumindest sank der Meeresspiegel. So gab es viele Landverbindungen für die ersten Auswanderer. Mit dem Austrocknen der Böden veränderte sich die Vegetation und die Tierherden mussten neue Weideplätze suchen. Den Herden folgten die Jäger. Die benutzten bereits einfache Steinwerkzeuge (Oldowan-Kultur) und konnte einen primitiven Speer schleudern.

Aktuell befinden wir uns in einem Interglazial der Eiszeit

Wir leben heute im känozoischen Eiszeitalter. Oder seit etwa 2,6 Millionen Jahren im Quartären Eiszeitalter. Veränderungen durch Plattentektonik wie z. B. die Entstehung der Landverbindung zwischen Nord- und Süd-Amerika veränderten die Meeresströmungen und führten Luftfeuchte in die Antarktis. Das führte zur Vereisung der Nordhemisphäre. In der Eiszeit gibt es warme und kalte Phasen, Glaziale und Interglaziale. Seit etwa 12000 Jahren leben wir in einer sogenannten "Warmzeit - Interglazial". Unsere Vorfahren mussten sich also permanent anpassen, geeignete Lebensräume suchen oder untergehen. Da wir heute existieren, haben sie ihre Sache recht ordentlich gemacht. Wir sollten also Respekt vor ihren Überlebens-Künsten haben. Der Neandertaler ist vermutlich ein direkter Nachfahre von Homo erectus. Mit den Wanderbewegungen passte der Mensch sich an die neue Umgebung an und veränderte seine Erbanlagen. Der Gen-Pool vergrößerte sich. Auswanderung und klimabedingte Rückkehr ließen "alte" Bevölkerung und "neue" Bevölkerung verschmelzen. Es kam zu einem Sprung in der Evolution. Vor 180 Tausend Jahren entstand der Cro-Magnon-Mensch oder Homo sapiens in Afrika. Der war zwar nicht mehr so robust, wie der Vorgänger, dafür aber wendiger und agiler.

Überblick der Entwicklung

Der Homo sapiens hat sich nicht wesentlich seit damals verändert.

In verschiedenen Wellen eroberte er von Afrika aus kommend den Vorderen Orient, Europa, Sibirien und Asien. In der archäologischen Kultur des Gravettien (Steinklingen - Gravette-Spitzen) fand vor 54000 tausend Jahren eine Vermischung des Homo sapiens mit dem Neandertaler statt. Wir haben deshalb auch heute noch Gene der Neandertaler in uns, einige mehr, andere weniger. Bereits zu der Zeit gab es Kunst. Höhlenmalerei, Figuren aus gebranntem Ton oder aus Elfenbein geschnitzt. Bekannt sind die Venusfigurinen. Dieser Kultur folgte die des Solutréen im Jungpaläolithikum. Das war zur kältesten und trockensten Periode der Weichseleiszeit. Man fand eine regelrechte Produktion von Blattspitzen aus Stein für Pfeile. In den kalten Steppen konnte man sich kaum an das Wild anschleichen, musste es deshalb auf Entfernung töten. Auch gab es zum ersten mal Nadeln, um Kleidung (Felle) zu nähen. Es war die Not, die uns immer erfinderisch machte.

Ingenieurs-Kunst vor 12000 v. Chr. Das bekämen wir heute ohne Maschinen nicht mehr hin!

Nicht überall schritt die Entwicklung gleich schnell voran. In südlichen Breiten war der Wechsel von Kalt- zu Warmzeiten auch nicht so gravierend. Es gab eher Trockenperioden und niederschlagsreiche Zeiten. Kulturen wie "Magdalénien", "Ibéromaurusien", "Natufien" und "Epipaläolithikum" führten schließlich zum Neolithikum, der Sesshaft-Werdung. Das ging auch nicht ruckartig, feste Jagdlager für Sommer und Winter gab es bereits vorher. Auch der damalige Bauer blieb Jäger, wenn denn Wild da war. Bereits lange Zeit gab es eine Sprache und feste Strukturen. Die damaligen Menschen waren alles andere als dumm. Sie waren noch natürlicher und folgten oft ihrem Instinkt. Wenn die bereits 12000 v. Chr. in der Lage waren tonnenschwere Steine zu behauen, zu transportieren und zu Tempeln zu verbauen, sollten wir vor dieser Leistung den Hut ziehen. Göbekli Tepe in der heutigen Türkei ist ein Beispiel dafür. Die Landwirtschaft wurde im sogenannten "Fruchtbaren Halbmond" erfunden. Einer Region im Nahen Osten. Wir können aber davon ausgehen, dass unsere Vorfahren sehr bewegungsfreudig waren. Die zogen gerne umher, und unterhielten Handels- und Tausch-Beziehungen zu anderen Ablegern der Gattung Homo. So kam es auch zu Gen-Auffrischungen und damit verbunden zu Schüben in der Evolution. Einzeller sind Klone ihrer selbst und können sich nicht ohne Einfluss von außen weiterentwickeln. Zum Glück sind wir Säugetiere, die durch Aufnahme fremden Blutes Gendefekte und Stillstand vermeiden können. Die ständigen Wanderungen haben uns biologisch fit gehalten.

Die Flut-Katastrophe am Schwarzen Meer löste eine Fluchtwelle in Richtung Europa aus.

Eine damalige Hochkultur entstand im Raum des Schwarzen Meeres. Das war damals noch ein Süßwassersee. Der Spiegel des Mittelmeeres lag 120 Meter niedriger als heute. Da das Nahrungsangebot groß war, wuchs die Bevölkerung. Einige wanderten ab, und gründeten Sub-Kulturen. Was sie mitnahmen, war die indogermanische Sprache. Im Alpenraum und im Norden zogen sich die Gletscher zurück. Der Meeresspiegel stieg, und das Schwarze Meer wurde überflutet. Eine große Kultur versank in den Fluten. Atlantis ging unter. Die Berichte von dieser Flut findet man in alten Sagen und Religionen. Ob Bibel oder Gilgamesch-Epos, diese Katastrophe gab es. Nur die zeitliche Einordnung gelang den damaligen Geschichtsschreibern nicht. Denn die Fakten wurden ja mündlich überliefert. Auch das die Schlange die Menschen aus dem Paradies vertrieb ist wahr. Nur war die Schlange Sinnbild für die großen Flüsse, die austrockneten, weil der Niederschlag aus blieb. Der Untergang von Atlantis brachte eine Völkerwanderung Richtung Europa hervor, das nun ja langsam eisfrei wurde. Auch die Artus-Sage hat mit Atlantis zu tun. Am Schwarzen Meer wurden Äpfel gezüchtet, und Avalon bedeutet die Apfel-Insel. Auch ein Schwert aus dem Stein zu ziehen ist nicht schwer, für den der es weiß. Eisenerz wird aus Stein geschmolzen. Die Eisenzeit begann, zwar später, aber in dieser Region. Aus Berichten wurden Legenden, daraus entstanden Sagen, die verfälscht wiedergegeben wurden. Manche wurden auch mutwillig verdreht.

Die Ethnolinguistik kann uns zu unseren Vorfahren leiten.

Anhand der Ausbreitung der indogermanischen Sprache (Indien - Europa) wissen wir, wie weit und wo lang unsere Vorfahren zogen. Da die Gletscher in den Alpen schmolzen, war der Weg nach Europa frei. Die Atlantisflüchtlinge folgten, wie damals alle "Wanderer", den Flüssen. Hier speziell der Donau. Sie trafen dabei natürlich auf Kulturen, die von früheren Auswanderungen stammten. Nicht immer ging es dabei friedlich zu. Aber es kam dabei auch zu Verschmelzungen. Regional veränderte sich die Sprache natürlich (und Gott verwirrte ihre Sprache). Aber im Kern sind Begriffe oder Ähnlichkeiten erhalten geblieben. Die indogermanischen Sprachen werden als genealogisch verwandt betrachtet, d. h. als "Tochtersprachen" einer "Muttersprache", des nicht mehr erhaltenen Urindogermanischen. Ausgehend von Wortstämmen, die allen indogermanischen Sprachen gemeinsam sind, versucht die Ethnolinguistik, in Zusammenarbeit mit der Archäologie das Ursprungsgebiet der Indogermanen zu bestimmen und mit prähistorischen Völkern oder Kulturen in Verbindung zu bringen. Wahrscheinlich sind Hypothesen, die eine Urheimat zwischen den Extremen annehmen. Dazu gehören vor allem Gegenden rund um das Schwarze Meer: die Steppen mit der Kurgankultur im Norden, Transkaukasien im Osten oder Kleinasien (Anatolien) im Süden.

Unser Gehirn arbeitet mit Symbolen, Zeichen waren daher die erste Schrift.

Es gab also Sprache und Schriftzeichen oder Symbole schon lange vor Babylon. Auch wurde eine Sozialstruktur etabliert, die sich in Statusunterschieden manifestiert. Es gab Regenten, Priester, Verwalter und Krieger. Seit Anbeginn hatten die Menschen den Glauben an ein Weiterleben nach dem Tod. Das ergibt sich aus ihren Bestattungs-Riten. Und es gab Natur-Götter. Aber nun wurden die Götter instrumentalisiert. Auf sie stützten die Herrscher ihren Machtanspruch. Einige machten sich dann gottgleich, als Sohn der Sonne z. B. Stadtstaaten wurden gegründet und gewannen an Bedeutung. Als z. B. Babylon innerhalb der Städte des Zweistromlandes eine Vormachtstellung einnahm, gewann die Stadtgottheit Marduk innerhalb des akkadischen Pantheons an Bedeutung. Dies wurde verdeutlicht, indem Marduk in den Weltschöpfungsmythos eingebunden wurde. Das Werk diente nach einigen Interpretationen fortan zur ideologischen Untermauerung des babylonischen Herrschaftsanspruches. Dabei griffen die Babylonier auf die sumerische Kultur zurück. Marduk war das Kalb des Sonnengottes, also das "Goldene Kalb". Teile der Israeliten bekannten sich zu Marduk und lebten im babylonischen Einflussgebiet angepasst. Diese wurden dann von Moses als Aufrührer erschlagen. Es ging letztendlich nie um Gott, es ging immer nur um Macht und Einfluss. Das Universum hält sich an die Gesetze der Physik. Da wird nicht gezaubert! Wunder erklären sich durch natürliche Vorgänge.

 

Die Vergangenheit muss man verstehen, um die Zukunft zu meistern.

Zurück zu unseren Vorfahren. Von Afrika aus kommend breiteten diese sich also in mehreren Wellen über Europa aus. Dabei war das Klima und seine Veränderungen Antrieb aber auch Hilfe. Durch ausgetrocknete Meere konnte man wandern. Sie passten sich den Gegebenheiten an, veränderten sich im Aussehen und assimilierten die Kulturen der Vorgänger oder zerstörten diese. Letztendlich sind wir alle verwandt, stammen von einer kleinen Horde aufrechtgehender Affen ab. Wie viele Ahnen ein jeder hat, lässt sich genau also gar nicht feststellen. Die Ur-Indogermanen, die vom Schwarzen Meer kamen, wurden dann zu Proto-Kelten und Proto-Germanen. Aus denen sich dann irgendwann mal unser Volk entwickelte. Doch das zu erzählen, würde den Rahmen sprengen. Nur noch so viel, aus nichts etwas zu machen, ist erheblich schwieriger, als einen PC zu bedienen. Ohne die Errungenschaften unsere Vorfahren säßen wir heute noch nackt in der afrikanischen Savanne. Also seit stolz auf sie und leistet euren Beitrag für kommende Generationen! Dadurch ehrt Ihr sie mehr, als durch leere Worthülsen!

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