Sehenswürdigkeiten in Eilenburg

In der Stadt Eilenburg gibt es etliche historische Bauten. Allerdings sind bei Kämpfen im Frühjahr 1945 viele Gebäude zerstört worden.

Die Burg Eilenburg war in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts das Zentrum des Burgwards Ilburg. Um 1000 kam sie in den Besitz der Wettiner. Von der für die Landesgeschichte bedeutsame Burg stehen heute noch zwei aus Backstein errichtete Wohntürme aus der Zeit um 1200, die etwa gleichzeitig erbaute Ringmauer mit Gräben und das barocke Amtshaus. In den drei Geschossen des Sorbenturms, der seit 1863 als Aussichtspunkt zugänglich ist, finden Ausstellungen statt.

Das Rathaus entstand in der Renaissance 1545. Seine heutige Erscheinungsform erhielt es in den Aufbaujahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei wurde der Renaissancestil des zerstörten Rathauses erhalten.

Am Kornmarkt steht der Gasthof Zum Roten Hirsch. Dieser Renaissancebau gehört zu den ältesten Profanbauten in der Stadt. Zahlreiche bedeutende und einflussreiche Persönlichkeiten stiegen hier ab. So August der Starke in Begleitung des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III. Der Gasthof war auch eine Poststation. Davon künden eine über dem Eingangsportal befindliche Tafel und die benachbarte Kursächsische Postmeilensäule von 1724. Heute ist im Erdgeschoss wieder eine Gaststätte und in den oberen Stockwerken das Stadtmuseum beheimatet.

Gegenüber dem "Roten Hirsch" steht die Stele Via Regia. Sie soll die Bedeutung der Via Regia für die Entwicklung der Stadt erklären. In Verbindung zu der Stele wurden im gesamten Stadtgebiet so genannte Camera Historica aufgestellt und Informationstafeln angebracht. An bedeutenden Bauten geben die Informationstafeln Auskunft zu den jeweiligen Gebäuden.

Die evangelische Nikolaikirche, auch Marktkirche genannt, stammt aus dem 12. Jahrhundert. Nach einem Brand 1435 wurde sie ab 1444 als dreischiffige Hallenkirche in Backstein neu errichtet. Der Westturm entstand 1496. 1945 erlitt sie starke Schäden. Die Innenausstattung wurde total vernichtet. Bis 1961 wurde die Kirche weitgehend wiederhergestellt. Hochwasserschäden von 2002 wurden bis 2004 beseitigt.

Im Stadtteil Berg steht die evangelische Bergkirche St. Marien. Sie geht auf einen romanischen Bau aus dem 12. Jahrhundert zurück. Der wurde von 1516 bis 1522 zu einer spätgotische Hallenkirche umgebaut. Auch der Reformator Martin Luther predigte hier.

Im Norden des Stadtzentrums steht die katholische Kirche St. Franziskus Xaver von 1854. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört und von 1947 bis 1949 wieder aufgebaut.

In der Nähe des Stadtparks und des Mühlgraben befindet sich das Bürgermeisterhaus, die Wilhelm-Grune-Schenkung, mit Jugendstilornamenten.

Der Wasserturm in Eilenburg-Ost ist das eindrucksvollste technische Bauwerk der Stadt. Der 60,5 Meter hohe Turm wurde 1916 für die Zelluloidfabrik errichtet.

Rathaus (Bild: haros)

Museen in Eilenburg

Das Stadtmuseum wurde um 1900 auf Initiative des Heimatforschers Dr. Wilhelm Büchting eingerichtet. Es befindet sich heute im ehemaligen Gasthof Zum Roten Hirsch. Zeugnisse zur Regionalgeschichte vom 10. bis zum beginnenden 19. Jahrhundert werden im Haus präsentiert. Dazu gehören Eilenburger Drucke aus der Reformationszeit, ein Stadtschreibertisch aus dem 17. Jahrhundert, Silberschmuck aus der Zeit um 1600 und eine Puppensammlung. Zu sehen ist auch ein vollständiges historisches Klassenzimmer aus den 1920er Jahren.

Grünes Eilenburg

Eilenburg wirbt seit geraumer Zeit mit dem Slogan "Muldestadt mit grünem Herzen". Dazu gehört vor allem der 12 Hektar große Stadtpark. Der wurde auf Initiative des Industriellen Wilhelm Ferdinand Mitscherlich (1826–1895) 1870 angelegt. In park befinden sich ein Tierpark, ein Schwanenteich, ein Spielplatz und ein Rosarium.

Im nördlichen Stadtzentrum wurde ein Grüngürtel am Nordring angelegt. Der folgt dem Verlauf der ehemaligen Stadtmauer im Norden. Hier gibt es Spielplätze und eine mit kleinen Pflastersteinen gestaltete historische Karte der Stadt.

Bei Eilenburg fließt die Mulde breit und mäandernd durch die weitgehend Naturbelassene Muldenaue. Zwischen Eilenburg Hainichen gibt es noch ein gänzlich unberührtes Stück der Muldenauenlandschaft. Dieses Lübbisch genannte Altwasser der Mulde dient bei Hochwasser als Überschwemmungsgebiet. Westlich des Mühlgrabens finden sich in der Nähe von Wedelwitz in einem Wasserschutzgebiet zahlreiche Altarme.

Südlich der Stadt entstand vor etwa 700 Jahren der Bobritzer Damm, der auch Kollauer Wehr genannt wird. Der sorgte für die Wasserführung in dem künstlich angelegten Mühlgraben.

Zwischen Schönwölkau und Eilenburg befindet sich der Kämmereiforst. Das ist ein natürlich gewachsener Eichen- und Hainbuchenwald.

Rad- und Wanderwege durch Eilenburg

Durch Eilenburg führen mehrerer Rad- und Wanderwege. Der bedeutendste ist der Muldentalradwanderweg von Holzhau an der Freiberger Mulde bzw. Muldenberg an der Zwickauer Mulde über Sermuth, Grimma, Wurzen und Eilenburg nach Dessau.

An der Pionierbrücke beginnt ein maßstabsgetreuer Planetenwanderweg zum Bobritzer Damm.

Der Mühlenwanderweg von Bad Düben führt durch Eilenburg und weiter in die Dörfer Glaucha und Zschepplin. Die Eilenburger Station dieses Themenpfades ist die 1868 errichtete Bechersmühle.

Geschichte von Eilenburg

Einen knappen Überblick zur Geschichte der Stadt gibt der Beitrag "Eilenburg- Geschichte der Großen Kreisstadt im Landkreis Nordsachen".

Literatur

  • Michael Hirschfeld: Vom Berge grüßt der Sorbenturm. Engelsdorfer Verlag Leipzig 2006, ISBN 3-939404-47-0
Autor seit 3 Jahren
195 Seiten
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