Liebe und Familie im Wandel der Zeit

Früher waren die Kompetenzen von Mann und Frau in der Gesellschaft fest vorgegeben. Schon in der Steinzeit blieb die Frau mit den Kindern in der Höhle und der Mann ging oft tagelang auf die Jagd, um seine Familie mit Nahrung zu versorgen. Diese Grundeinstellung der Menschen, dass die Frau für Kinder, Küche, Kirche und der Mann für alles Übrige zuständig sei, änderte sich erst nach und nach in den letzten gut dreißig Jahren mit Einzug der Emanzipation in Deutschland. Auch Frauen gehen jetzt zur Arbeit und tragen zum Unterhalt der Familie bei. Männer sind öfter zu Hause mit Haushalt und Kindern beschäftigt. Es findet eine Überschneidung, manchmal sogar ein Tausch der Kompetenzen statt - eine Entwicklung, die Streitpotenzial mit sich bringt.

Zwei Welten treffen aufeinander

Hinzu kommt, dass viele bereits einige Zeit ihr Leben alleine meisterten, bevor sie von der Liebe übermannt wurden und beschlossen, den Lebensweg gemeinsam zu gehen. Jeder hatte die volle und alleinige Entscheidungsbefugnis in allen anliegenden Dingen. Dieses Vorleben hat den Einzelnen durch die unterschiedlichsten Erfahrungen geprägt. Kein Mensch ist wie der andere und so sind die ersten Meinungsverschiedenheiten vorprogrammiert. Ob es um die Ausstattung der Wohnung, den nächsten Urlaub oder einen anderen, der mannigfaltigen Gründe für eine Auseinandersetzung geht, spielt keine Rolle. Ist keine Übereinstimmung vorhanden, beginnen bald die ersten Streitereien, die schnell zu einem Machtkampf ausarten können. Mit Gewalt wird versucht, den Partner davon zu überzeugen, dass der eigene Standpunkt der richtige ist. Der amerikanische Psychologe und Paartherapeut John M. Gottman sagte dazu: "Der andere möchte nicht überzeugt werden. Er möchte verstanden werden".

Für oder gegen die Liebe

Der oft erteilte Ratschlag, ob in den Medien, von Freunden und Bekannten, ja sogar manchmal von Eheberatern, einen Streit auszutragen und auf seinem Recht zu bestehen, führt in vielen Fällen dazu, dass sich der Partner mit der Zeit ganz abwendet. Ein Mensch, der unter Druck steht, geht in die Verteidigungsposition und wird sich oder seine Meinung durch einen Streit meist nicht ändern. Im Gegenteil, ständiger Streit tötet die Liebe. Wie aber kann eine Meinungsverschiedenheit sonst gelöst werden? Zuerst einmal sollte der Grund der Meinungsverschiedenheit hinten angestellt werden. Dies kann durchaus durch nur einen Teil der Partner erfolgen, da zum Streiten immer zwei gehören. Es wird nicht immer leicht sein, da hierzu eine gewaltige Portion Selbstbeherrschung gehört. Es hat nichts mit Unterwerfung zu tun, denn nur die Strategie wird geändert.

Das Wichtigste in einer Beziehung ist das Verständnis füreinander. Ist die Meinung des Partners anders als die eigene, so ist zu hinterfragen, warum er dieser Meinung ist. Das aber nicht in Streitform, sondern in guter Stimmung, in einem guten Gespräch. Notfalls abwartend, bis der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Und nicht zuletzt sollte das Sexualleben gepflegt werden. Eine gute Partnerschaft verlangt gegenseitige Achtung, Respekt und das Gefühl, für den Partner wertvoll und begehrenswert zu sein. Die Neugier auf den Partner, die zu Beginn der Beziehung ganz von allein da war, kann wieder geweckt werden. Es gibt immer wieder Seiten an einem Menschen, die man vorher noch nicht kannte und die liebenswert sind. Durch das gute Gespräch miteinander können positive Gefühle wieder zum Vorschein kommen. Die Liebe ist eine zarte Pflanze, nur wer sie hegt und pflegt, kann reiche Früchte ernten.

Alte Liebe aufpoliert

Gehen wir zurück zur Ausgangsposition. Die Stimmung war gut und man hat sich in einen Menschen verliebt und ihn so akzeptiert, wie er war. Hat dieser Mensch sich tatsächlich so sehr verändert? Hat er sich in der ersten Zeit so sehr verstellt, dass sein wahres Gesicht nicht zu erkennen war? Lautet die Antwort auf diese Fragen nein und ist der feste Wille da, die Beziehung wieder zum Laufen zu bringen, hilft nur, die gute Stimmung wieder herzustellen. Man sollte sich ins Gedächtnis zurückrufen, was einem am Partner gefallen hat, weshalb man sich in ihn verliebt hat. Gerade an Tagen, an denen einem eigentlich nicht danach ist, weil alles schief läuft, sollte man besonders daran denken, da die Gefahr eines Streits dann extrem hoch ist. Denn ein Beziehungsstreit rückt die Schieflage nicht wieder gerade, aber ein Partner mit guter Stimmung kann für vieles wieder entschädigen. Man muss es nur zulassen. In guter Stimmung kommt auch wesentlich leichter und manchmal sogar unverhofft das Gewünschte zustande, das vorher zum Streit geführt hat, da ein Mensch mit guter Laune wesentlich geneigter ist, Kompromisse einzugehen.

Die Steigerung und der Erhalt des Selbstwertgefühls, das eigene Ich, dürfen dabei nicht zu kurz kommen. Wer sich gut fühlt und Lebensfreude ausstrahlt, wirkt auch attraktiv. Sportliche Aktivitäten, Freunde treffen oder auch das Lösen eines Problems auf eigene Faust, steigern das Selbstwertgefühl erheblich. Und sollte man nicht gelobt werden, darf man sich in so einem Fall ruhig einmal selbst loben.

Quellen:

Anonyme Erfahrungsberichte

Christian Thiel: Was glückliche Paare richtig machen, ISBN: 978-3-593-38163-3, Taschenbuch - Euro 19,90

http://ajerrar.de

http://pagewizz.com/eine-chance-fuer-die-liebe/

Ajerrar, am 27.07.2013
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Autor seit 5 Jahren
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