Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont (Konrad Adenauer)

Man kann hinsichtlich des IQ eines Menschen zwischen drei Horizonten unterscheiden: 68% der Bevölkerung haben einen normalen IQ von 85 -115, 14% weisen einen IQ größer als 115 auf, sind somit überdurchschnittlich begabt und nur ca. 1% gelten mit einem IQ von 135 hochbegabt. Dabei spielen die Erbanlagen eine besondere Rolle, aber auch das Umfeld, in dem man aufwächst, die Fähigkeiten, auf die man in einer Umwelt zurückgreifen muss und natürlich alle weiteren sozialen und kulturellen Einflüsse, die sich der Mensch nicht immer selbst aussuchen kann. Die Intelligenz setzt sich dazu aus Motivation, Ausdauer und Fleiß zusammen; Faktoren, die man selbst steuern und beeinflussen kann. Wenn man diese Eigenschaften ausbaut, gewisse Trainingsaufgaben für das Denkvermögen absolviert, kann man seinen IQ bis zu ca. 10 – 15 % steigern und somit auch seinen Horizont selbst gestalten und ändern. Obwohl intelligente Menschen dafür bekannt sind, rationale Entscheidungen zu treffen und Lösungen für diverse Probleme zu finden, machen sie sich mehr Gedanken über ihre Zukunft und gelten folglich im Generellen als ängstlicher. Die Welt unter diesem Horizont sieht anders aus und je mehr Weitblick sie im Leben erfahren, desto mehr denken sie darüber nach, dieses Leben zu führen, welches sie zufrieden stellt. Intelligenz stellt die Weichen, um seine Ziele zu erreichen.

Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen (Heinrich Heine)

Im Hintergrund des erweiteteren Horizonts, setzt sich der Intelligente mit weitaus mehr Themen auseinander als seine Artgenossen, darunter auch Themen, die er nicht sofort versteht bzw. nicht in seinem persönlichen Interessenfeld einzuordnen sind. Auch der Intelligente besitzt Wissenslücken, welche ihm bewusst werden lassen, wo seine Stärken sind und wo sein Wissen begrenzt ist. Er ist selbstkritisch, unterstellt sich immer einer geistigen Herausforderung und hat den Drang alles zu analysieren. Im Stillen. Weniger kluge Menschen neigen dazu alles zu kommentieren. Dabei kommt es zu einem interessanten im ersten Moment empfundenen Widerspruch: Wer dauernd nachdenkt, ist nicht so schlau. Wie schon erwähnt, weisen Intelligente eine schnellere Auffassungsgabe auf (haben somit Übung was das Denken angeht) und können sofort auf Wissen zugreifen; effizient und schnell.

Der Weise findet sogar beim Narren Rat (französisches Sprichtwort)

Hier kommt es zu einer Interaktion zwischen dem Klügeren und dem weniger Klugen. Das Sprichwort an sich weist Widersprüche auf wenn man bedenkt, dass intelligente Leute lieber unter Ihresgleichen sind, bzw. den Weg des Einzelgängers gehen. Nietzsche, Emily Dickinson, Hermann Hesse und auch Leonardo da Vinci – um nur einige zu nennen – waren Einzelgänger. Die Erklärung liegt darin, dass sie sich von ihrer Umwelt unverstanden fühlen und Aufgaben besser selbstständig lösen können. Es ist schwer für sie einen Gegenüber zu finden, der unter dem gleichen Horizont wie sie lebt und gewisse Gedankengänge und Vorgänge nachvollziehen kann. Mit zu viel sozialem Kontakt fühlen sie sich unzufriedener, sodass sie leicht in die Gruppe der Introvertierten einzuordnen sind. Das heißt allerdings nicht, dass sie nicht mit Anderen umzugehen wüssten. Das Gegenteil ist der Fall: Intelligente verfügen über enorme soziale Kompetenzen, weisen mehr Empathie auf und können sich leichter auf ihren Gesprächspartner einstellen. Der Mensch ist ein soziales Wesen und lebt von der Kommunikation seinesgleichen. Die praktische emotionale Intelligenz ermöglicht den Intelligenten besser zuzuhören, viele Informationen aufzunehmen, neue Zusammenhänge zu setzen und daraus neue Ideen zu entwickeln – auch wenn es von einem Narren kommt, der nicht dasselbe geistige Niveau aufweisen kann.

Wenn es nicht so viele Dummköpfe gäbe, hätten die Klugen keinen Erfolg (Mark Twain)

Dieses Zitat ist schon fast biblisch: Kein Gut ohne Böse und vice versa. Ja, und wenn es keine dummen Leute gäbe, würde man die Klugen nicht erkennen. Aber hier stoßen wir wieder auf das Problem der genauer Definition von dumm und schlau. Sogenannte Dummköpfe kommen unter verschiedenen Gesichtspunkten vor: Die schlichte Dummheit, einfach strukturierte Menschen oder auch die arrogante Dummheit. Manchmal wird ein Mensch aufgrund einer bestimmten Handlung und Entscheidung nur für eine gewisse Zeit als dumm angesehen. Natürlich stimmt es, dass Intelligente eine herausgehobene Stellung in ihrer Gesellschaft innehaben. Hinzu kommt, dass man sich mit steigender Intelligenz leichter an die moderne Welt anpassen kann, da man diese versteht und vorausschauend denkt. Das kann in der sich ständig Veränderungen unterliegenden Konsumlandschaft vom Vorteil sein wenn man unter die Unternehmer gehen möchte. Aber wie in allen Sachen, muss man die Gelegenheit beim Schopfe packen. Sein Potential erkennen und bewusst einsetzen, denn auch die dümmsten Bauern, um den Artikel gerecht zu beenden, können die dicksten Kartoffeln ernten.

 

Autor seit 1 Jahr
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