Pflanzenkrankheiten und ihre Behandlung sind oft teuer

Nicht nur in Privatgärten, sondern besonders beim kommerziellen Anbau von Schnitt- und Topfrosen, verursachen Parasiten erhebliche Kosten. Der Verursacher von Mehltau ist bei den Rosen ein Hauptproblem. Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln ist umweltpolitisch problematisch und der Versuch gegen Mehltau resistente Sorten zu züchten blieb bisher weitgehend erfolglos. Der Mehltaupilz hatte die Oberhand. Ihm gelang es immer wieder mühelos und schnell, sich an die neuen, von Menschen gesetzten Resistenzfaktoren an zu passen.

Pflanzgemeinschaften gegen Mehltau mit wissenschaftlich nicht erforschtem Erfolg

Obwohl Vergissmeinnicht sich eher mit Frühlingsblumen vertragen, sind sie auch in Pflanzgemeinschaft mit Rosen schön anzusehen. Beide Blumen können Mehltau bekommen. Einige Hobbygärtner, die namentlich nicht genannt werden wollen, schwören auf die günstige Gemeinschaft von Vergissmeinnicht und Rosen. In dem Fall werden die Rosen vom Mehltau verschont. Auch stärkende Spritzungen mit Brennsesseljauche und/oder Zinnbrauttee oder eine Waschung mit Neutralseife, tun den Pflanzen sichtlich wohl. Zufall?

 

"Türschloss" gegen Mehltau gefunden

Wie an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Leibniz Universität in Hannover, festgestellt wurde, kann der echte Mehltau nur durch ein bestimmtes Protein, das MLO-Gen, in die Pflanze gelangen. Wird dieser Schlüssel in den Rosen unbrauchbar gemacht, sind die Pflanzen vor Mehltau geschützt. Die Wissenschaftler suchten unter 1.000 Rosen nach Mutanten, die diese Merkmale bereits natürlich hatten und gegen Mehltau resistent waren. Auch in ihrer DNA-Sequenz wurde nach Veränderungen gesucht. Es wurden mehrere Abweichungen gefunden, die für die Funktion der Gene keine Rolle spielen, aber auch vier unterschiedliche MLO-Gene, deren Struktur auf einen Funktionsverlust hindeuten. Im Klartext: diese Rosen sind natürlich gegen Mehltau resistent, weil das Schlüsselgen fehlt, das dem Mehltaupilz den Zugang gewährt. In der Landwirtschaft, beim kommerziellen Anbau von Gerste, Tomaten und Erbsen, wurde ein ähnliches Gen schon seit mehr als 50 Jahren gefunden und bei der Züchtung von Sommergerste seither genutzt.

Durch Veränderung an der DNA von Rosen zu intensiveren Testergebnissen

In einem weiteren Projekt nahmen die Forscherinnen und Forscher gezielte Veränderungen der DNA an MLO-Genen vor. Sie erzeugten gendefekte Rosen und testeten an ihnen ihre Residenz gegen Pflanzenkrankheiten. Die japanische Firma Suntory brachte 2009 die erste blaue, genveränderte Rose auf den Markt. Der Preis sei im Luxusbereich angesiedelt, teilte der Pressesprecher von Suntory, in Tokio mit. Ein erster Prototyp wurde der Weltöffentlichkeit demnach schon 2004 vorgestellt. Die seltene blaue Farbe wurde durch das Einsetzten eines Farbgens, den Farbstoff Delphinidin erzeugt. Diese Farbe kommt in der Natur in Stiefmütterchen, aber nicht in Rosen vor. Die japanische Firma gibt bekannt, dass die blaue Rose im Feldversuch auch in den USA und Australien angebaut wird. Über eine weltweite Markteinführung wurde bisher nichts bekannt.

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