Tomaten als Zimmerpflanze wirken gegen Fliegen

Die Wohnung, in der das Experiment stattfand, hat ein großes Fenster in Richtung Westen. Das bedeutet, dass im Frühling und Sommer, mit einer langen Sonneneinstrahlung zu rechnen ist. Das tut allen Gewächsen gut. Die Zufuhr von Frischluft und der Besuch von Insekten zur Bestäubung, war durch die Balkontüre gewährleistet. Dadurch hatte die Pflanzenliebhaberin die Gelegenheit, die Pflanzen bei geöffnetem oder geschlossenen Fenster, je nach Bedürfnis der Gewächse, diese zu belüften und zu pflegen. Mit dieser Maßnahme kann an den Fenstern keine Staunässe entstehen. Bei zu großer Sonneneinstrahlung oder plötzlich einsetzendem kühlen Wetter kann die Temperatur so hinter der Fensterscheibe unkompliziert geregelt werden.
Da Tomaten in vielen Familie gerne gegessen werden, wird meist eine große Ernte erwartet. Es war im Experiment vorherzusehen, dass Tomaten auf dieser Fensterbank gut gedeihen. Die Lichtverhältnisse und Wetterbedingungen waren optimal.
Zusätzlich wurde erhofft, dass die Tomaten Insekten aus der Wohnung verbannen. Denn in der bisherigen Wohnung, direkt am Park gelegen, störten Zimmerfliegen oft den Tagesablauf, besonders im Büro.

Reife Tomaten

Reife Tomaten (Bild: Monika Hermeling)

Tomatenblüten

Tomatenblüten

Welches Material wird für Gemüse auf der Fensterbank mindestens benötigt?

Für die Pflanzenhaltung auf der Fensterbank ist kein großer Aufwand erforderlich. Es können unterschiedlich große Gefäße, gefüllt mit normaler Blumenerde, aber auch mit spezieller Anzuchterde oder Gartenerde mit oder ohne Torf, genommen werden. Bedacht werden muss, dass die Töpfe oder Schalen genügend Erde fassen müssen, aber auch dekorativ und kipp sicher auf der Fensterbank stehen sollen. Bewährt haben sich kleine Blumenkästen, die mindestens 5 Liter Erde fassen. Wem das Aussehen nicht zusagt, kann ihr Äußeres der Umgebung besser, mit Alufolie oder anderem Dekomaterial, anpassen. Der Pflanzabstand der Pflanzen in den Kästen sollte etwa 50 Zentimeter sein. Es ist zu überlegen, ob nicht jedes Gewächs seinen eigenen kleinen Kasten bekommt, denn Gefäße mit mehreren Pflanzen sind oft zu schwer zu transportieren. Dann zum Beispiel wenn die Fenster geputzt oder die Fensterbank gereinigt werden soll.

Für das Gemüse auf der Fensterbank wird mindestens benötigt:

  • Ein Balkonkasten
  • Blumenerde (im Experiment wurde solche ohne Torf genommen).
  • Pflanzendünger, Neutralseife (im Experiment beides von der Firma Haka)
  • Kleine Gartengeräte
  • Eine Gießkanne
  • Pinsel zum Bestäuben.

Tomatenpflanzen vom Markt tragen Früchte auf der Fensterbank

Ende April wurden Balkontomaten, auf dem Markt gekauft. Die kleinen Pflanzen wurden gewählt, weil sie buschig wachsen und mittelgroße Früchte hervorbringen. Sie brauchen keine Rankhilfe und es ist nicht zu erwarten, dass sie das gesamte Fenster zu wuchern. Um auszuprobieren, wie Tomaten unter unterschiedlichen Bedingungen gedeihen, wurden zwei Tomaten in einen Balkonkasten mit Blumenerde ohne Torf gesetzt. Die übrigen bekamen normale Gartenerde, die mit Kompost angereichert war. Tomaten wollen keine Staunässe und keine Trockenheit. Darum sollten sie täglich gegossen werden. Die Erde muss, optimalerweise immer etwas feucht sein. Besonders in der Blüte und Fruchtbildung brauchen sie viel und gutes Wasser. Bewährt hat sich Regenwasser und abgestandenes Leitungswasser. Als Dünger wurden Effektive Mikroorganismen EM und Haka Blumendünger eingesetzt. Bei Gartenerde, die mit Torf angereichert wurde, ist streng darauf zu achten, dass die Erde immer feucht bleibt. Setzt Trockenheit ein, ist es nahezu unmöglich die Bodenstruktur wieder zu beleben. Die Pflanzen drohen zu verdursten, selbst wenn genügend Wasser dazu gegeben wird. Manchmal gelingt eine Wiederbelebung durch einen Austausch der Erde.

Was erwartet das Zimmergemüse vom Gärtner?

Tomaten lieben eine gute Betreuung. Sie gedeihen gut,

  • ...wenn der Boden, besonders nach einem sonnigen Tag, am Abend leicht aufgelockert und dadurch belüftet wird.
  • Im Garten führt gießen am Abend oft zum Schneckenbefall der Pflanzen. Die Schnecken können sich dann, auf dem warmen und glitschigen Boden, gut zu den lecken Früchten hinbewegen. Manchmal kann es sein, wenn die Erde in Kübeln oder Pflanzgefäßen aus dem eigenen Garten genommen wurde, dass auch Schneckeneier ins Haus gelangten. Dann können die Pflanzen auch von diesen gefressen werden. Vorsorglich ist ein Gießen am Morgen auch darum zu empfehlen. Wer den Schnecken den Weg erschweren will, gießt am Morgen, denn Schnecken mögen das Tageslicht und die Sonne nicht.
  • Da die Pflanzen, besonders bei der Fruchtbildung viel Wasser brauchen, haben sich, um dem Gärtner die Arbeit zu erleichtern, für Zimmergemüse Bewässerungssysteme als optimal erwiesen. Gute Dienste leisten auch kleine Plastikflaschen, die mit Wasser gefüllt und mit dem Flaschenhals nach unten in die Erde gesteckt werden. (Die Öffnung kann größer oder kleiner verschlossen werden) So können sich die Pflanzen selbst mit Flüssigkeit versorgen. Es ist anzuraten, um Überschwemmungen zu vermeiden, die Funktion des Systems im Badezimmer oder im Garten zu erproben.
  • Wer Schimmelbildung auf Pflanzen oder der Gartenerde befürchtet, tut gut daran, dann und wann die Pflanzen mit einem kalten Tee aus Schachtelhalm zu besprühen. Das reichert den Boden zusätzlich auch mit Kieselsäure an.
  • Um die Blütenbildung anzuregen, wurden die Pflanzen im Experiment, am Morgen oftmals mit Neutralseife besprüht.
  • Damit Tomatensorten mit großen Früchten diese gut ausbilden, wird die Anzahl der Fruchtknoten durch das Ausknipsen der Blüten beschränkt. Im Experiment war das nicht nötig, weil eine niedrig wachsende Art mit kleinen Früchten gewählt wurde. Aus diesem Grund waren auch Rankstützen unnötig.
  • Während der Fruchtbildung kann mäßig gedüngt werden. Im Experiment wurde Kompost der mit Effektiven Mikroorganismen angereichert war, in die Erde eingearbeitet.
  • Manchmal reagieren Tomaten auf Kompost oder Dünger aber auch empfindlich.
  • Damit Fehler nicht zu einem Scheitern führen, informieren sich Zimmergärtner bei örtlichen Gärtnern oder auf dem Markt, wie diese Pflanzen behandelt werden wollen. Während der gesamten Wachszeit wurde mit welken Blättern der Tomaten-,Paprika oder Chilipflanzen gemulcht. Das verhindert eine zu schnelle Verdunstung des Gießwassers. Die Blätter der gewählten Pflanze stehen gerne in der Sonne.
  • Es ist darauf zu achten, dass die Früchte genügend Schatten haben. Aus diesem Grund ist es zweckmäßig, nur welke oder bodennahe Blätter zu entfernen.

Bewährt haben sich Pflanzen von Rühlemanns.

Chilischoten auf der Fensterbank gezogen

Chilischoten auf der Fensterbank gezogen (Bild: Monika Hermeling)

Paprika auf der Fensterbank gezogen

Paprika auf der Fensterbank gezogen (Bild: Monika Hermeling)

Die Anzucht von Paprika und Chili

Im Oktober wurden Paprika und Chili in kleine Anzuchttöpfchen gesät. Über den Winter wurden die Samen dunkel und feucht unter einer Folie, in einem kühlen aber frostfreien Raum, gehalten. Im März/April wanderten die Töpfchen auf die Fensterbank. Dort wurde die dunkle Folie durch eine transparente ersetzt. In der Folge zeigten sich die ersten zarten Pflänzchen. Im Mai waren diese so stark gewachsen, dass sie in einen Balkonkasten verpflanzt werden konnten. Zwei Pflanzen, auf einen Kasten von 50 Zentimetern Länge. Um eine starke Blüte zu erreichen, wurden sie, zusätzlich zum gießen mit abgestandenem Leitungswasser, mit Neutralseife besprüht. Der Erfolg zeigte sich schnell, die Blüte war stark. Die Blüten wurden, in Ermangelung von Insekten, mit dem Pinsel bestäubt. Schon nach wenigen Tagen bildeten sich, gleichzeitig mit einer neuen Blüte, die ersten Früchte. Chili wuchsen bis zu 15 Zentimeter lang und die Paprika erlangten auch eine gute Größe.

Tipps wie Früchte von der Fensterbank bekömmlicher werden.

Gemüse aus dem Gewächshaus oder von der Fensterbank kann erhöhte Nitratwerte haben. Viele Gärtner haben deswegen Bedenken die so gewonnen Früchte zu verzehren. Damit ein eventuelles erhöhtes Nitratvorkommen abgebaut werden kann, wurden die Früchte im Experiment am Nachmittag geerntet. Zu diesem Zeitpunkt hat das Tageslicht oder die Sonne Zeit, Schadstoffe ab zu bauen. Wenn das nicht möglich war, wurden sie unter eine Tageslichtlampe gelegt. Dort wird der gleiche Effekt erzeugt.

Ist das Experiment gelungen?

Der Geschmack und das Aussehen der Tomaten, Chili und Paprika war hervorragend, die Chili mittelscharf. Von Oktober bis zur Ernte im Folgejahr, hatte die Gartenliebhaberin genügend zu tun und zu beobachten. Die Sorge um die Pflanzen kann von der eigenen Befindlichkeit ablenken. Es war auffällig, dass die Fliegen dem gewählten Raum tatsächlich fern blieben. Gelangte eine durch ein anderes Zimmer doch in die Wohnung, flogen sie unverzüglich wieder weg. Einmal wurde sogar beobachtet, dass ein dicker Brummer der gerade zur Balkontür hereinfliegen wollte, dort unverzüglich wieder umkehrte. Wer danach fragt, ob sich der Aufwand finanziell lohnte, muss berechnen, dass nur die Tomatenpflanzen gekauft wurden. Die Paprika und Chilisamen wurden aus dem Bioabfall genommen. Alle Materialien waren vorhanden, kleine Gartengeräte, aus Holz, selbst geschnitzt und gebastelt. Wer Gemüse im Zimmer zieht, sollte die Zucht den Urlaubsplänen anpassen. Das gelingt gut, indem die Anpflanzungen früher oder später vorgenommen werden. Zu berücksichtigen ist, dass die Pflanzen auf dem Markt nur zu einer bestimmten Zeit zu kaufen ist. In feuchtes Zeitungspapier eingeschlagen und an einem kühlen Ort verwahrt, können sie aber einige Zeit auf das Pflanzen warten.

 

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