Experimentieren mit Kindern

Experimentieren mit Kindern (Bild: Nemo/pixabay)

Das kommt auf das Experiment an: Von Gegenständen und Zutaten, die es in jeder Küche gibt bis zu Chemikalien und entsprechenden Schutzbrillen. Immer aber gilt: Wenn Sie mit Kindern erstmals Experimente durchführen wollen, sollten Sie sich in aller Ruhe alle Hintergründe und Anleitungen durchlesen und das Experiment verstehen. Vor allem jüngere Kinder brauchen Anleitung und Aufsicht und nichts ist blöder als erst die Anleitung suchen zu müssen, wenn gerade etwas aus dem Ruder läuft. Sie merken: Experimentieren mit Kindern bildet nicht nur die Kindern, sondern auch Sie selber!

Bei älteren Kindern ist es besser, sich im Hintergrund zu halten und sie selbst heraus finden zu lassen, wie das Experiment funktioniert. Nicht ist für Kinder in einem gewissen Alter nerviger als Eltern, die ihnen alles aus der Hand nehmen, weil sie am liebsten selbst "spielen" wollen. Es ist ja gerade Sinn und Zweck des Experimentierens, dass Kinder eigene Erfahrungen machen, sich Themen erarbeiten und sich damit naturwissenschaftliches Wissen spielerisch erschließen. Dennoch sollten Sie ein Auge auf den experimentierenden Kids haben und wissen, was Sie tun, um hilfreich eingreifen zu können, wenn es nötig ist.

1. Strom aus der Kartoffel

Wussten sie schon, dass Sie eine gewöhnliche Kartoffel als Batterie verwenden können? Alles, was Sie dafür brauchen, ist ein Stückchen Kupferdraht oder ein Plättchen (zum Beispiel eine 5 Cent Münze), ein Stück Zink (zum Beispiel ein Nagel), Drähte und natürlich Kartoffeln. Wenn Sie jeweils ein Kupfer- und ein Zinkstück in eine Kartoffel stecken und einen Draht anschließen, entsteht zwischen den beiden Drähten eine geringe elektrische Spannung, mit der Sie zum Beispiel eine kleine LCD-Uhr betreiben können. Aber wie funktioniert die Kartoffelbatterie?

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Das Zinkstück und das Kupferstück wirken als Elektroden, zwischen denen Elektronen ausgetauscht werden, wenn sie in einer entsprechenden leitfähigen Lösung stecken. Das ist beim Saft der Kartoffel der Fall: Die Flüssigkeit in der Kartoffel wirkt als Elektrolytlösung, in der Elektronen zwischen den den Beiden Drähten "wandern" können. Strom beginnt zu "fließen". Die Kartoffeln dürfen Sie dann aber nicht mehr essen, sie enthalten dann Metallionen. Aber Sie würden ohnehin keine Batterie essen, nicht wahr? Das Experimentirset von Green Science enthält alles, was Sie für das Experiment brauchen außer Kartoffeln.

2. Kristalle züchten

Dieses Experiment begeistert auch Mädchen, die ansonsten mit Chemie und Physik Experimenten nicht viel am Hut haben: Die Kinder und Jugendlichen können selbst funkelnde "Edelsteine" herstellen. Dazu werden verschiedene Salze wie Alaun oder Kupfersulfat in Lösung gebracht. Wenn die Flüssigkeit verdunstet, lagern sich die Salze um einen "Impfkristall", der an einem Faden in die Lösung gehängt wird, ab und bilden schöne Kristalle. Natürlich braucht dieses Experiment etwas Geduld. Um farbenfrohe und unterschiedliche Kristalle zu bekommen, erhalten herkömmliche Experimentierkästen oft Chemikalien, die nicht in die Hände kleiner Kinder gehören. Deshalb werden diese Experimentierkästen meist für Kinder ab zehn oder zwölf Jahren empfohlen.

Sie können dieses Experiment jedoch auch mit gewöhnlichen "Küchen-Chemikalien" durchführen: Mit Kochsalz, das in Wasser gelöst wird, funktioniert das auch. Als Ausgangspunkt können Sie dann einfach einen Faden in das Glas hängen.

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3. Das Segnersche Wasserrad

Das ist ein Physik-Experiment, bei dem auch kleine Kinder mitmachen können, denn es ist völlig ungefährlich. Dazu ist es billig, denn Sie haben alles, was Sie brauchen, zu Hause: Bohren Sie in einen Plastikbecher Löcher und stecken Sie Trinkhalme hindurch. Knicken Sie die Trinkhalme jeweils in entgegensetzte Richtungen ab. Dichten Sie die Durchtrittsstellen mit etwas Knetmasse ab und hängen Sie den Becher so auf, dass er sich drehen kann. Wenn Sie nun Wasser in Becher füllen, fängt er aufgrund des Rückstoß-Prinzips an, sich zu drehen. 

Was kleinen Kindern noch gleichgültig sein dürfte: Hier handelt es sich um ein Experiment aus der klassischen Mechanik: Die potenzielle Energie des Wassers wird in kinetische Energie des ausströmenden Wassers umgewandelt, diese dann in Rotationsenergie des Wasserrads. Dabei wird der Faden verdrillt und wenn der Becher leer ist, dreht sich der Becher wieder zurück: Die potenzielle Energie des Fadens wird wieder in kinetische Energie umgewandelt.

4. Die Cola Light Fontäne

Das ist ein Experiment für Kinder, das Riesenspaß und eine Riesensauerei bringt und deshalb nur draußen durchgeführt werden sollte. Wenn man ein Mentos Kaubonbons in eine große Flasche Cola light fallen lässt, steigt eine Riesen-Fontäne aus der Flasche auf. 

Was passiert? In der Cola ist sehr viel Kohlendioxid gelöst. Die Oberfläche der Mentos Kaubonbons ist sehr rauh und an der Oberfläche bilden sich größere Blasen, die schnell zur Oberfläche aufsteigen. Dadurch wird noch mehr Kohlendioxid freigesetzt und zum dünnen Flaschenhals hin baut sich Druck auf. Das Gas reißt schließlich Flüssigkeit mit, das in einer Fontäne aus der Flasche spritzt (Quelle: www.tk-logo.de).

Ein bisschen Vorsicht ist auch nötig, denn der Experimentationsleiter sollte die Fontäne nicht ins Auge bekommen und das ist gar nicht so einfach, denn die Fontäne entsteht blitzartig. Eine Methode ist, die Menthos auf einen Faden aufzufädeln und zunächst über der Cola baumeln zu lassen, bis der Experimentationsleiter sich in einem gewissen Respektabstand befindet.

5. Das Stärke-Monster

Dieses Experiment für Kinder ist so einfach wie verblüffend. Mischt man Mais-Stärke mit Wasser entsteht ein sogenanntes Nicht Newton'sches Fluid: In Ruhe und bei langsamen Fließgeschwindigkeiten verhält sie sich wie Flüssigkeit, man kann zum Beispiel ohne Weiteres einen Finger in die Flüssigkeit eintauchen. Versucht man jedoch den Finger ruckartig in die Flüssigkeit zu tauchen, prallt der Finger ab wie an einer festen Oberfläche. Es ist auch sehr schwer, den Finger schnell wieder aus dem Fluid zu ziehen. Das Monster hält den Finger fest. 

Über Flüssigkeiten, die mit Maisstärke versetzt sind, kann man sogar gehen, wenn man schnell genug ist. Besonders monstermäßig verhält sich das Wasser-Stärke Gemsich, wenn man es auf Laustsprecher-Boxen "tanzen" lässt.

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