Bei Fieber nicht gleich die Körpertemperatur senken und den Schutzmechanismus schwächen!

Die normale Körpertemperatur eines Menschen beträgt zwischen 36 und 37,5 °C. Die Messung unter der Achsel oder im Mund wird von vielen bevorzugt, einen genaueren Wert erhält man allerdings bei der rektalen Messung. Gerade bei leicht erhöhten Temperaturen kommt oft die Frage auf: Ab wann hat man Fieber? Da bei den altbekannten Fieberthermometern mit Glas die Zahl 37 rot markiert wurde, gehen viele davon aus, dass ab hier auch das Fieber beginnt. Dem ist aber nicht so. Erst wenn die Körpertemperatur über 38°C ansteigt, spricht man im medizinischen Sinne von Fieber. Ab wann man das Fieber bei einem Erwachsenen senken sollte, dafür gibt es keine allgemeine Empfehlung. Man sollte dies im Einzelfall immer von der Befindlichkeit abhängig machen.

Hausmittel richtig angewendet zeigen gute Wirksamkeit

Das Ansteigen der Temperatur bringt es mit sich, dass der Körper vermehrt schwitzt. Daher ist das Trinken jetzt besonders wichtig um das Flüssigkeitsdefizit wieder aufzufüllen. Auch hier gilt die Empfehlung mindestens 2 Liter Flüssigkeit aufzunehmen, besser wären sogar noch mehr. Der Appetit wird vermutlich meist gering sein, aber das ist nicht weiter tragisch. Als Getränke eignen sich Mineralwasser und Kräutertees. Auch eine kräftigende und leicht gesalzene Brühe tut einem Erkrankten gut. Ein bekanntes Naturheilmittel bei Erkältungen stellt der Lindenblütentee dar. Übergießen Sie einen Teelöffel Lindenblüten mit 250 ml kochendem Wasser und lassen sie den Aufguss ca. 10 Minuten ziehen. Trinken Sie über den Tag verteilt, je nach Geschmack 3 - 4 gesüßte oder ungesüßte Tassen Lindenblütentee. Der leicht schweißtreibende Effekt sorgt dafür, dass die Hautoberfläche durch die verdunstende Körperflüssigkeit gekühlt wird. Darüber hinaus wirkt der Tee übrigens auch krampflösend, schmerzstillend und entzündungshemmend.

Leicht anzuwenden und sehr effektiv - Wadenwickel

Sehr effektiv lässt sich sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern das Fieber mit einem Wadenwickel senken. Sie benötigen hierzu am besten zwei Leinentücher (z. B. Geschirr-Handtücher), zwei Bauchwolltücher als trockene Zwischentücher und ein großes Wolltuch zur äußeren Umwicklung. Sie beginnen zunächst mit den Leinentüchern, die in handwarmem Wasser getaucht, und gut ausgewrungen werden. Wickeln Sie nun die feuchten Tücher möglichst faltenfrei und nicht zu fest um die Unterschenkel des Fieberkranken. Anschließend umwickeln Sie jedes Bein mit einem Baumwolltuch. Abschließend wird noch ein großes Wolltuch um die Beine geschlagen. Bei hohem Fieber sollten nach 10 Minuten die Wadenwickel erneuert werden. Empfohlen wird ein dreimaliger Wechsel, dem eine Pause von ungefähr einer halben Stunde folgen sollte. Ist das Fieber nur mäßig hoch, reicht es den Wickel für ca. 15 - 20 Minuten auf den Unterschenkeln zu belassen. Die Durchblutung darf nicht durch zu festes Wickeln gestört werden. Socken verhindern eine zu starke Auskühlung der Füße. Die Körpertemperatur soll zwar herabgesenkt werden, Frösteln sollte der Erkrankte allerdings bei dieser Prozedur nicht. Mit dieser altbekannten Heilmethode lässt sich das Fieber bestenfalls bis zu 1 Grad senken. Ganz sanft und körperschonend.

Gute Besserung!

So werden Wadenwickel bei Kindern angelegt

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keinen fachkundigen Rat eines Arztes oder Apothekers.

© Edelgard Kleefisch

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