Zahncreme ohne Fluorid

Über die umstrittene Wirkung fluoridhaltiger Zahnpastas und die möglichen negativen Langzeit-Nebenwirkungen von zu viel Fluorid habe ich bereits einen anderen Artikel geschrieben. Sicher, Zahncremes mit Fluorid sind meistens etwas billiger. Wenn man bedenkt, dass es sich dabei um ein industrielles Abfallprodukt handelt, kann man sich leicht ausmalen, warum die fluoridhaltigen Zahnpflegemittel so preisgünstig sind. Ob man dieses gesundheitliche Risiko von Zahnpasta mit Fluorid auf lange Sicht tragen möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Fakt ist jedenfalls, dass fluoridfreie Zahncremes in vielen Fällen einen mindestens ebenso guten Reinigungs- und Schutzeffekt haben. Fluoridfreie Zahnpastas sind in verschiedenen Variationen erhältlich. Sie wirken zum Beispiel durch Inhaltsstoffe wie Natrium- oder Calciumcarbonat, Kieselerde, Hydroxylapatit oder bioverfügbares Phosphat. Hydroxylapatit und Carbonate sind Bestandteile des Zahnschmelzes, mit denen durch das Zähneputzen mit fluoridfreier Zahnpasta, wo diese enthalten sind, die Zähne remineralisiert werden. Ebenfalls haben sich Xylitol und Kokosöl als sehr gute Wirkstoffe für den Zahnschutz erwiesen. Durch die Zahnreinigung neutralisiert sich obendrein der pH-Wert im Mund wieder, so dass das Milieu nicht mehr sauer ist und somit Karies vorgebeugt wird. Dies kann auch ohne Fluorid sehr gut erreicht werden!

Bei den im Folgenden vorgestellten fluoridfreien Zahnpastas traten bei mir keinerlei Nebenwirkungen, keine allergischen Reaktionen, keine Zahnschmerzen oder sonstigen Anzeichen von Unverträglichkeit auf.

Vergleich: Fluoridfreie Zahnpasten

1. Lavera Zahncreme Basis Sensitiv

Mein Favorit unter den drei von mir bis jetzt getesteten fluoridfreien Zahncremes ist diese von Lavera. Die Kombination aus Xylitol, Calciumcarbonat und den Zahnfleisch und Mundraum schützenden Wirkstoffen Bio-Echinacea und Propolis bildet ein starkes "Team" für die Zahnpflege sowie Mundhygiene. Die weiße Zahnpasta mit hinreichend fester Konsistenz lässt sich normal sparsam dosieren, hat einen angenehm milden, frischen Geschmack und reinigt die Zähne sehr gut. Beim Putzen entsteht ein zarter Reinigungsschaum, jedoch keineswegs in übertriebener Menge.

2. BioRepair Zahnpasta

Auch die fluoridfreie Zahncreme von BioRepair hat mich in puncto Zahnpflege und hoher Ergiebigkeit überzeugen können. Ich war selbst überrascht, wie meine Zähne nach dem Zähneputzen mit dieser Zahnpasta ohne Fluorid glänzten. Bereits ziemlich zu Anfang merkte ich, dass meine Zähne durch das Putzen mit dieser Zahncreme sauberer aussahen, und auch die Säure, die im Mund nach dem Essen entsteht, wird damit offenbar sehr gut bekämpft. Mit der regelmäßigen Anwendung verstärkte sich der Zahnschutz nach meinem Eindruck noch. Lediglich an die recht starke, etwas herbe geschmackliche Frische musste ich mich erst gewöhnen.

Diese bemerkenswerte Wirkung in Bezug auf die Reinigung der Zähne verdankt die BioRepair Zahnpasta vor allem dem enthaltenen Wirkstoff Zinkcarbonat-Hydroxylapatit. Hydroxylapatit ist ein wichtiger Bestandteil des Zahnschmelzes, mit dem die Zähne vor Säureangriffen und Bakterien geschützt werden. Durch das Zähneputzen mit dieser Zahncreme wird dieser Schutz ganz ohne Fluorid wieder aufgebaut. Zudem werden dabei nachweislich Zahnbeläge reduziert. All diese in der Praxis spürbaren Wirkungen der Zahnpasta von BioRepair sind wissenschaftlich belegt. In einer Studie wurde sogar eine zahnaufhellende Wirkung der Zahncreme festgestellt.

3. Weleda Calendula Zahncreme

Man sollte schon Lakritzegeschmack mögen, wenn man sich mit dieses fluoridfreien Zahnpasta die Zähne putzt. Da mir auch Lakritze schmeckt, hat mich dieser Geschmack beim Zähneputzen mit der Zahncreme mit Ringelblumenextrakt genauso wenig gestört wie die leicht ins Gräuliche gehende Farbe und die der Zahnpasta ohne Fluorid. Ich bewerte ein Produkt zur Zahnpflege ja nicht nach der Optik. Die Calendula Zahncreme schäumt nicht bei der Zahnreinigung. Zumindest ist so das Kleckerrisiko minimiert. Leider hat mich die potentielle Reinigungswirkung dieser fluoridfreien Zahnpasta nicht vollends überzeugt. Auch ein etwaiges Frischegefühl hält nicht lange im Mund an.

Mit Xylitol die Zähne schützen

Xylitol, das auch Birkenzucker genannt wird, ist ein süß schmeckender, aber zuckerfreier Stoff, der in der Natur in diversen Pflanzen vorkommt, zum Beispiel in der Birkenrinde, im Blumenkohl, in Pflaumen und Beerenfrüchten (Erd- und Himbeeren). In Lebensmitteln kann Xylit aufgrund seiner Süße als Zuckerersatz verwendet werden. Das dort enthaltene Xylitol wird allerdings meist mittels bestimmter Enzyme industriell aus Glukose hergestellt, das man oftmals aus Maisstärke gewinnt. Wer sichergehen möchte, dabei keine Bestandteile aus gentechnisch veränderten Pflanzen zu sich zu nehmen, der sollte auf eine entsprechende, einschlägige Kennzeichnung als "gentechnikfrei" achten. Bei guten Biosiegeln gehört die Gentechnikfreiheit zu den Standards.

Xylitol ist als Pulver erhältlich. Es gibt aber auch Kaugummis und Bonbons, die mit dem kalorienarmen und den Zahnschutz unterstützenden Xylit gesüßt sind. Der Zuckeraustauschstoff enthält 40 Prozent weniger Kalorien als Zucker und hat neben der Kariesprophylaxe und der Vorbeugung gegen Plaques einige weitere positive Wirkungen auf die Gesundheit. So fanden Wissenschaftler in mehreren Studien heraus, dass Xylitol bei einer täglichen Dosis von etwa 10 Milligramm (0,001 Gramm) einer Mittelohrentzündung vorbeugen helfen kann. Außerdem verbessert es die Calciumverwertung im Darm. Calcium wird für die Knochen benötigt. Dennoch sollte man ihn eher sparsam verzehren, da ein Übermaß daran abführend wirken oder Blähungen hervorrufen kann. Deshalb sollte nicht mehr als 0,5 Gramm Xylitol pro Kilogramm Körpergewicht täglich eingenommen werden. Bei 60 Kilogramm wären dies also 30 Gramm.

Effektive Zahnpflege mit Kokosöl

Ebenfalls wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass Kokosöl die Bakterien im Mund wirkungsvoll bekämpft und somit auch Karies vorbeugen hilft. Das Kokosfett wirkt auf natürliche Weise antibiotisch bzw. antibakteriell. Dabei ist die Wirkung gegen die Streptokokken im Mundraum, die sonst auch den Zahnschmelz angreifen würden, umso größer, wenn dem Kokosöl bestimmte Enzyme hinzugefügt worden sind. Dies fanden irische Wissenschaftler in einer Studie heraus, bei der modifiziertes mit unverändertem Kokosöl verglichen wurde.

Zahnpasta aus Kokosöl kann man übrigens auch leicht selber herstellen. Wie das geht, zeigt Malaikha in ihrem Artikel über die Einsatzmöglichkeiten von Kokosöl.

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Die enthaltenen Informationen beruhen auf meinen eigenen Erfahrungen sowie Internetrecherchen zu den Fakten. Dennoch ersetzt er nicht fachlichen Rat durch einen Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker.

Und wie schützen Sie Ihre Zähne vor Karies und Parodontose?
Die_Utopische, am 25.06.2014
5 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Bildquelle:
Karin Scherbart (Fluorid - wie gefährlich ist es wirklich?)

Laden ...
Fehler!