Die Höfe

Die Schmiede aus Grattersdorf im Landkreis Deggendorf präsentiert Leben und Wirken eines Dorfschmids. Der fertigte die Beschläge für die Wagen, Pflüge und Eggen, Fenster- und Türbeschläge, Ofentüren, Ketten und einfache Schlösser. Weiter gehörte das Beschlagen der Pferde und Zugochsen samt Huf- und Klauenpflege zu seinen Aufgaben. Erbaut wurde diese Schmiede wohl 18. Jahrhundert. Erhebliche Umbauten folgten im 19. und 20. Jahrhundert. Dabei wurden die Fenster vergrößert und das Dach steiler. Es handelt sich um einen zweigeschossigen Blockbau mit giebelseitigem Eingang. Die Geräte in der Schmiedewerkstatt stammen aus einer Schmiede in Pankofen im Landkreis Deggendorf und aus Finsterau. Die Beschlaghütte stammt aus dem 20. Jahrhundert und ersetzte einen gleichgroßen Vorgängerbau.

Das Straßenwirtshaus Ehrn stammt aus der Gemeinde Kollnburg im Landkreis Regen. Es wurde 1840 neu erbaut. Das massiv gemauerte Erdgeschoß mit seinen dicken Wänden hat große Fenster und beherbergt die Wirtsstube und Küche. Das Obergeschoss mit dem Tanzsaal ist ein Blockbau mit einem Balkon an der Traufseite. Vor dem Dachgeschoß gibt es einen weiteren Balkon. Die Einrichtung der Wirtsstube stammt aus Wirtshäusern in Oberösterreich und im Landkreis Freyung-Grafenau.

Das Salettl aus Beiderwies in der Stadt Passau war einst ein freistehender Tanzsaal. Errichtet wurde das Gebäude 1881. 1924 wurde es zu einer Lackierwerkstätte umgebaut. Es handelt sich um einen stark durchfensterten verbretterten Holzständerbau mit Laubengang und Zeltdach.

 

 

 

Mit dem Kapplhof wurde das Museum 1980 eröffnet. Es handelt sich um ein Wohnstallhaus aus Trautmannsried in der Gemeinde Drachselried im Landkreis Regen. Erbaut wurde es 1835. Umbauten erfolgten im frühen 20. Jahrhundert. Es handelt sich um einen anderthalbgeschossigen Kantholzblockbau mit Schindeldach. Der Stall ist aus Feldsteinmauerwerk und hat eine Balken-Bohlen-Decke. Der Getreidekasten stammt von 1712. Er ist ein geständerter Kantholzblockbau mit Schindeldach. Der Stallstadel von 1816 stammt aus Reichenberg im Landkreis Freyung-Grafenau. Das ist ein verbretterter Holzständerbau mit Schindeldach.

 Die Kapelle aus Schwolgau bei Büchlberg im Landkreis Passau ist ein fensterloser Holzbau. Er wurde wohl von der Dorfgemeinschaft in Eigenleistung 1822 errichtet. Über rechteckigem Grundriss erhebt sich der Holzständerbau. Sein steiles Satteldach ist mit Biberschwanzschindeln eingedeckt. Renovierungen erfolgten 1875 und 1934. Das Kruzifix über dem Altar ist ein ehemaliges Feldkreuz aus Perlesöd bei Freyung.

 

Der Tanzerhof ist ein geschlossener Dreiseithof aus Einberg bei Grafenau. Das Wohnstallstadelhaus mit flach geneigtes Falzziegeldach entstand 1879 und wurde 1922 renoviert. Es enthält auch den aus Feldsteinen gemauerten Rinderstall und einen hölzernen Stadel Das Wirtschaftsgebäude mit Werkstatt, Backofen, Wagenschupfen u.a. hat ein steiles Dach mit Biberschwanzdeckung stammt von 1900. Mauerteile des Erdgeschosses stammen vermutlich von einem Vorgängerbau. Die Tennbrücke von 1887 hat ebenfalls ein steiles Dach mit Biberschwanzdeckung. Die Ausstattung der Bauten ist zum Teil rekonstruiert. Der Stall wird in den Wintermonaten genutzt. Das Umfeld des Hofes ist rekonstruiert. Die Ausmalung der Schlafkammer und der Fassadendekor entstanden 1922.

Der Petzi-Hof ist ein geschlossener Vierseithof mit sieben Gebäude. Er stand in Pötzerreut bei Röhrnbach im Landkreis Freyung-Grafenau. Er war einer der letzten großen Höfe des Bayerischen Waldes der weitgehend in seinem ursprünglichen Zustand erhalten geblieben ist. Im Süden des Anwesens liegt neben dem Tor das langgestreckte Inhaus. Das entstand 1818 als Austragshaus (Altenteilerwohnung). An der anderen Seite des Tores stehen Backofen und das jüngere Austragshaus von 1847. Die Nordwestecke des Hofes nimmt das 1704 erbaute Wohnhaus ein. Das Erdgeschoß ist mit Ausnahme der Stube aus Feldsteinen gemauert. Das obere Stockwerk ist überwiegend ein Blockbau. Nur die Westseite wurde bei einem 1867 erfolgten Umbau in verputztem Ziegelmauerwerk ausgeführt. I, Nordgebäude aus dem 18. Jahrhundert befinden sich Kuh-, Hühner- und Schweinestall. Ochsenstall und Stadel befinden sich an der Ostseite des Hofes. Bauzustand und Ausstattung des Hofes entsprechen etwa dem Jahr 1930. Besonders beachtenswert sind die kirschholzfunierte Möbel der "schönen Kammer", die Rauchkuchel im Kern des Wohnhauses, Herd, Geschirr und Mobiliar der Stube, Sesselofen und Werkstatt im Inhaus sowie die originalen Holzböden und Decke im Ochsenstall. Der Garten mit Wasserstelle, Zaunsäulen aus Granit und Zaunlatten mit Ölfarbanstrich enthält sogar noch Originalpflanzen vom Petzi-Hof.

Das Schanzer-Häusl ist ein in Bayern einzigartiges Haus. Es stammt aus Riedelsbach bei Neureichenau im Bayerischen Wald und ist ein echtes Böhmerwaldhaus. Seine Heimat ist das waldreiche Mittelgebirgsland, das früher als Ganzes Böhmerwald bzw. Šumava hieß. Charakteristisch ist das weit herabgezogene Schopfwalmdach (Krüppelwalmdach) mit Schindeldeckung. Es hat eine Blockbaustube und meist aus Naturstein gemauerte Stallungen. Wohnung, Stall und Scheune sind unter einem Dach vereint. Unter dem Schopf ist ein windgeschützter Balkon eingebaut. Im Bayerischen Wald ist dieser Haustyp bis auf ganz wenige Denkmäler in den letzten Jahrzehnten fast verschwunden. Erbaut wurde das Haus zwischen 1826 und 1840.

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195 Seiten
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