Frühlings-Knotenblume oder Märzenbecher - Ein kleiner Ausflug in die Botanik

Der Märzenbecher (Leucojum vernum) gehört ebenfalls zur großen Familie der Amaryllidaceae. In diese Familie der Narzissengewächse mit etwa 60 Gattungen gehören Knoblauch, Schnittlauch oder Porree und die beliebten Frühlingsblumen Osterglocke, Narzisse und Allium-Zierarten.

Die Gattung Leucojum = Knotenblumen selbst umfasst nur 2 Arten, die Frühlings- und die Sommer-Knotenblume. Namensgebend für die Gattung ist der knotenartige, unterständige Fruchtknoten.

Blütenformel: Perigonblätter 3 + 3, Staubblätter 3 + 3, Fruchtblätter 3.

Bienen- und Tagfalterblume.

Frühlingsknotenblume= Märzenbecher

Leucojum v./Märzenbecher (Bild: a.sansone)

Die Frühlings-Knotenblume, auch Märzenbecher genannt

Leucojum vernum, (leucos =weiß, ion=Veilchen, vernum=Frühling; also: weißes Veilchen im Frühling) so lautet die botanische Bezeichnung für die Zwiebel-Pflanze mit dem runden weißen Glöckchen mit den typischen hellgrünen Zeichnungen. Sie ist die größere und rundlichere Schwester des Schneeglöckchens und bildet eine eigene Gattung, die Knotenblumen.

Der Stängel ist blattlos und trägt ein bis zwei glockenförmige hängende weiße Blüten. Hier sind im Gegensatz zum Schneeglöckchen alle Perigonblätter gleich lang. An der Spitze sind sie gelb oder grün gefleckt. Die Blüte duftet stark. Die linealischen Blätter, bis zu 5, sind nicht bereift. Der dicke unterständige Fruchtknoten wiederum ist der Namensgeber für die deutsche Bezeichnung: Frühlingsknotenblume.

Die Frühlings-Knotenblume gehört, wie das Schneeglöckchen, zur Familie der Narzissengewächse (Amaryllidaceae; einkeimblättrige Pflanzen). Es gedeiht an feuchten Stellen, in Laubwäldern und Bergwiesen bis 1.300 m.

Blütezeit: Februar, März.

Achtung: Alle Pflanzenteile sind giftig.

 

Vorkommen

In Deutschland berühmt sind die Märzenbecherwiesen im Polenztal. Außerdem gibt es ein bekanntes Gebiet in der Nähe von Hameln und am Nordabhang der Fränkischen Alb bei Ettenstatt in Bayern.

In Österreich gedeiht Leucojum noch überall, ein hübsches Beispiel aus Kuchl.

 

Ein weiterer Frühblüher - der Krokus.

Die später blühende Schwester, die Sommer-Knotenblume

Leucojum aestivum ist die spätere, aber extrem seltene Schwester der Leucojum vernum.

Sie ist 3-8 blütig, in Mitteleuropa äußerst selten. Ihr Hauptvorkommen ist in Süd- oder Südosteuropa; etwa in Griechenland. Dort kommt sie in großen Gruppen an feuchten Stellen vor.

Blütezeit ist April/Mai.

Österreich: Die größere mehrblütige Sommer- Knotenblume kommt nur in Ostösterreich in den Donau- und March-Auen und vereinzelt im Burgenland vor. Im Nationalpark Donau-Auen sind am Nordufer lokal schöne Bestände zu finden.

Deutschland: sehr selten. Vorkommen am Kaiserstuhl, außerdem Einzelfunde S-Pfalz, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen.

Unterscheidung Frühlings-Knotenblume - Schneeglöckchen

Frühlingsknotenblume (Bild: a.sansone)

Quellen

  • Botanica, Könemann Verlagsgesellschaft mbH, 2000 Köln
  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen, Verlag das Beste, 1980 Stuttgart
  • Alte Bauerngärten neu entdeckt, Widmayr, BLV, 1985 München
  • Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, Genaust, Nikol Verlag, 2012 Hamburg
Adele_Sansone, am 18.03.2013
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Frühlingsblüher Krokus)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Botanische lateinische Bezeichnungen - Was bedeuten sie?)

Autor seit 5 Jahren
270 Seiten
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