Nach der Katastrophe von Fukushima - Manchmal geht nichts mehr!

 

Alle Wege versinken im Nebel, alles ist grau, man ist Müde und Leer, ohne Blick für die Welt.

Nichts, was aufheiternd wäre, nichts, was in die Zukunft gerichtet scheint, es gibt keine Zukunft mehr. Alles verloren. Alle verloren. Allein.

Aber das Schlimmste ist, das Vertrauen verloren.

Die Erde trägt nicht mehr.

Das Meer ist nicht mehr blau.

Das weiß der Wolken verheißt nichts gutes.

Wohin sich wenden, aus welcher Kraft einen Schritt wagen.

Das Leben geht weiter! Geht das Leben weiter?

Manchmal geht nichts mehr.

Innehalten, gedankenlose Fragen ohne Antworten, dumpfe Stille voll dröhnender Schatten.

Unsäglicher Schmerz verhallt in innerern Räumen.

Und doch setzt sich der nächste Schritt aus einem tiefen Instinkt, der nichts anderes vorhat, als zu Leben. Wofür ist noch unklar, es gibt kein Ziel, noch ist die Zeit ohne Rahmen, noch ist Hoffnung nicht einmal ein Begriff.

Und dennoch, mittem im Dunkel, an die tiefsten Stelle des menschlichen Seins erwächst eine Blüte.

Unschuldig und Rein, voller Hoffnung in die Zukunft, wie nur eine Pflanze es kann.

Sakura, Sakura,
in den Feldern und Hügeln und den Dörfern
So weit das Auge reicht.
Wie Nebel, wie Wolken.
Duftend und glänzend in der aufgehenden Sonne,
Sakura, Sakura
Die Blütezeit

 

 

 

Sakura

Kirschblüten II|Cherry Blossoms II (Bild: John Seba / AllPosters)

Hoffnung für Fukushima?

Ja, Hoffnung wofür, für einen neuen Anfang?

Wo, wenn nichts mehr trägt, wenn nur die schiere Masse weitergeht, aber der Einzelne!

Der Einzelne, den es getroffen hat, der alles verloren hat, wie kann ich den erreichen?

Gibt es ein Mitleid, das so umfassend ist, das den Einzelnen erreicht?

Wie die Blüten an einem Kirschbaum im April, wie die vielen Blütenblätter, die herabschweben, ist das Einzelschicksal kaum erfassbar, verschwindet in der Menge, geht unter in einem kollektiven Vergessen.

Und doch ist nur das Einzelschicksal für uns begreifbar, tritt so nahe an uns heran, dass der Atem stockt und die Tränen in die Augen schießen.

Nur selten werden wir des Einzelschicksals gewahr, denn wir sehen nur Bilder aus weiter Entfernung, kaum erkennbare Figuren. Gelegentlich blitzt ein Gesicht auf und verschwindet wieder, bevor Beziehung möglich wird.

Und wie die Blütezeit durch das Land wandert, vom Süden in den Norden, so wandert auch unsere Aufmerksamkeit fort und sucht neuen Stoff.

Vielleicht ist es diese wandernde Vergänglichkeit, die in Japan den Kult der Kirschblüte hervorgenracht hat.

Wohl wissend, das die einzelne Blüte nichts ist im Vergleich zu Allen. Und dennoch, ohne die einzelne Blüte kein Sakura!

Sakura 2

Ein Regenbogen

Was bleibt uns jenseits des Zorns und des politischen Aufschreis?

Was bleibt uns jenseits der Wut über eine geldgierige Lobby?

Das Bewußtsein, das es ein WIR gibt, das jeder Gedanke auch einen Adressat findet.

Wenn sie diese Zeilen lesen, dann halten sie Inne, formen sie einen heilenden Gedanken und schicken sie ihn mit einem Regenbogen auf die Reise nach Japan, nach Afrika, zu ihrem Nachbarn, zu sich selbst.

Tun sie es jetzt!

Fukushima power plant
bernd49, am 04.04.2011
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Autor seit 7 Jahren
125 Seiten
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