Sehenswertes in Fürstenberg

Die Evangelische Stadtkirche am historischen Marktplatz wurde 1845 nach Plänen des Baumeisters Friedrich Wilhelm Buttel aus gelben Backstein in neogotischen Formen erbaut. Das Innere der Kirche wird von romanischen Formen geprägt. Über dem Altar hängt ein großer Batikteppich. Der ist mit 7 Meter Länge der größte seiner Art in Europa. Er wurde 1963 von Christof Grüger geschaffen und zeigt die Auferstehung Christi.

Auf dem Marktplatz befindet sich die Wasserskulptur "Vereisen – Schieben – Tauen – Fließen – Versickern". Dieses Denkmal für die landschaftsprägende Kraft der Eiszeit schufen 2000 Hans-Oiseau und Jens Kalkmann.

Das Brandenburgische Forstmuseum Fürstenberg zeigte eine Forsthistorische Sammlung und ständig wechselnde Sonderausstellungen zu aktuellen Themen der Natur und der Umwelt sowie der Geschichte der Region. Das Haus ist seit Mitte 2013 geschlossen. 

Im Norden der Stadt steht auf einer Insel das Schloss Fürstenberg. Den dreiflügeligen Barockbau mit Rokokodekor ließ Herzog Adolf-Friedrich III. von Mecklenburg-Strelitz von 1741 bis 1752 durch den Baumeister Christoph Julius Löwe errichten. Es war ab 1752 bis 1765 der Witwensitz der mecklenburgischen Herzogin Dorothea Sophia. Nach ihrem Tod wurde das Schloss Fürstenberg ein Wohnsitz für pensionierte herzogliche Beamte. 1910 kaufte die Stadt Fürstenberg das Schloss und ließ es zu einem Sanatorium umbauen und verpachtete es an das Reichsversicherungsamt. Im Ersten Weltkrieg wurde ein Lazarett im Schloss eingerichtet. Ab Juli 1940 war das Schloss als ein Erholungsheim der Berliner Verkehrs-Betriebe. Wieder wurde auch ein Lazarett hier eingerichtet. Nach dem Krieg zog eine russische Schule in das Schloss ein. 1953 wurde es der Stadt zurückgegeben und als Krankenhaus und Poliklinik genutzt. Ab 1992 bis 2004 wurde es von einem Pflegeheim genutzt. 2006 verkaufte die Stadt Fürstenberg die Anlage.

Stadtkirche (Bild: haros)

Im Ortsteil Himmelpfort empfängt das Christkind Post

Von dem ehemaligen Zisterzienserkloster Himmelpfort aus dem Jahr 1299 stehen noch sehenswerte Reste, darunter das Brauhaus, am Ufer des Stolpsee. Himmelpfort ist ein anerkannter Luftkurort. Besonders im Advent ist ein besuch zu empfehlen. Denn dann macht das das Christkind im Weihnachtspostamt Überstunden.

Weihnachtspostamt Himmelpfort (Bild: haros)

Mahn- und Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen KZ Ravensbrück

In der idyllischen Landschaft am Schwedtsee richtete die SS am Rande des Dorfes Ravensbrück ein Konzentrationslager ein, das KZ Ravensbrück. Das wurde zum größten Konzentrationslager für Frauen im Reichsgebiet. Zwischen 1939 und 1945 wurden insgesamt etwa 132.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männer und 1.000 weibliche Jugendliche im KZ Ravensbrück und dem Jugendschutzhaftlager Uckermark registriert. Sie wurden von etwa 1.000 SS-Männern und ungefähr 550 Aufseherinnen bewacht. Auf 28.000 wird die Zahl der Häftlinge geschätzt, die in diesem KZ ums Leben gekommen sind.

Ein Teil des Lagergeländes wurde 1959 in die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück einbezogen. Nach dem Abzug der in Teilen des Lagers untergebrachten sowjetischen Truppen wurden weitere Teile des Lagers in diese Gedenkstätte einbezogen.

Ein Aufenthalt in Fürstenberg oder Umgebung sollte zu einem Besuch der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück genutzt werden. Denn durch den krassen Gegensatz der idyllischen Landschaft und die Anlagen des Menschen verachtenden Regimes des Lagers wird das Unrechtsystem der Nationalsozialisten dem Besucher hier plastisch vor Augen geführt.

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück (Bild: haros)

Die Geschichte der Stadt Fürstenberg/Havel

Das Zentrum der heutigen Stadt Fürstenberg war schon vor rund 3.000 Jahren besiedelt. 2008 durchgeführte archäologische Grabungen im Bereich des Fürstenberger Schlosses brachten; dies zeigen Keramikscherben aus dieser Zeit ans Tageslicht. In der Stadt und südwestlich des Stadtgebietes wurden auch Hinterlassenschaften slawischer Bewohner gefunden.

Die askanischen Markgrafen von Brandenburg übernahmen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts die Herrschaft über das Fürstenberger Gebiet. Sie ließen hier eine Burg errichten. In deren Schutz entstand die deutsche Siedlung. Fürstenberg wurde erstmals 1287 erwähnt. 1318 wurde die Siedlung als Stadt bezeichnet.

Diese Stadt am schiffbaren Oberlauf der Havel brachte den Markgrafen von Brandenburg eine Verbindung zwischen ihrer Herrschaft Stargard und ihren Besitzungen auf dem Barnim. Sie ließen eine Verbindung von Norden nach Süden durch diesen Ort anlegen. Den sie befestigten ließen. Dank der Lage am Wasser konnten die Festungsanlagen mit vergleichsweise wenig Aufwand errichtet werden.

1292 fiel das Land Stargard und mit ihm die Stadt Fürstenberg den Herren zu Mecklenburg zu. Nach dem Hamburger Vergleich von 1701 gehörte Fürstenberg zum Herzogtum Mecklenburg-Strelitz.

Im Dreißigjährigen Krieg kam es um Fürstenberg zu Kämpfen unter der Beteiligung schwedischer Truppen. 2008 wurden im Umfeld des Schlosses Fürstenberg archäologischen Grabungen durchgeführt. Dabei wurde ein auf das Jahr 1638 datierter Goldschatz aus Münzen und Schmuck geborgen. Die Münzen stammen aus Pommern, Holland, England, Spanien, Venedig und Arabien. Nach heutigen Werten summierte sich allein der Münzschatz auf die stolze Summe von 600.000 Euro.

Im 19. und 20. Jahrhundert siedelte sich ein wenig Industrie in Fürstenberg an. Daneben entwickelte sich die Stadt nach der Aufnahme des Verkehrs auf der preußischen Nordbahn eine Entwicklung zum Erholungs- und Luftkurort. In Fürstenberg absolvierte der spätere Archäologe Heinrich Schliemann eine Lehre.

Ab 1938 richtet die SS im heutigen Ortsteil Ravensbrück ein Konzentrationslager für Frauen, das KZ Ravensbrück, ein. 1942 kam ein Jugendschutzhaftlager Uckermark dazu. Dann wurde auch noch ein Lager für Männer angelegt. Bis zur Befreiung des Lagers am 30. April 1945 kamen hier etwa 28.000 Menschen ums Leben.

1950 wechselten Fürstenberg und einige umliegende Dörfer im Zuge einer Grenzbegradigung vom Land Mecklenburg zum Land Brandenburg. Seit der Verwaltungsreform von 1952 gehörte die Stadt zum Kreis Gransee im Bezirk Potsdam. In der Stadt waren Einheiten der 2. Garde-Panzerarmee der Roten Armee stationiert.

Bei der 1990 erfolgten Neubildung der Länder in der DDR blieb Fürstenberg beim Land Brandenburg und gehört seit 1993 zum neu gebildeten Landkreis Oberhavel. 2003 wurden die acht umliegenden Gemeinden Altthymen, Barsdorf, Blumenow, Bredereiche, Himmelpfort, Steinförde, Tornow und Zootzen nach Fürstenberg eingemeindet und gleichzeitig das Amt Fürstenberg aufgelöst.

Lage und Anreise

Die Stadt Fürstenberg liegt rund 80 Kilometer nördlich von Berlin.

Durch die Stadt führt die Bundesstraße 96. Über die ist die Stadt für Autofahrer von Norden und Süden erreichbar. Am Bahnhof Fürstenberg halten die Regionalzüge auf der Hauptstrecke Berlin in Richtung Stralsund und Rostock.

Über die Obere Havel Wasserstraße erreichen Sportboote die Stadt am und im Wasser, die auch ein Tor zur Mecklenburger Seenplatte ist.

Auf der stillgelegten Bahnstrecke nach Templin laden seit 1996 Fahrraddraisinen zu sportlichen Bahnfahrt.

Radfahrer erreichen Fürstenberg auf dem Radfernweg Berlin-Kopenhagen. Durch die Stadt führen die touristischen Routen "Deutsche Tonstraße" und "Königin-Luise-Route".

Literatur

  • Birgit Haupt, Hanne Walter, Waltraut Meinow (Hrsg.): Fürstenberg an der Havel – Wasserstadt mit Geschichte(n): Von der besetzten Garnisonstadt zur Touristenidylle. Regia-Verlag Cottbus 2005, ISBN 3-937899-51-0
Autor seit 3 Jahren
195 Seiten
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