Wie den eigenen "Marktwert" ermitteln

Für einen Arbeitgeber ist es wichtig, zu wissen, wie ein Bewerber seine Leistung finanziell aufwiegen würde. Wird der Gehaltswunsch zu niedrig angegeben, kann der Eindruck entstehen der Bewerber würde jeden Job annehmen, egal bei welchem Arbeitgeber. Aber genau dies ist entscheidend. Der Arbeitgeber möchte, dass seitens des Bewerbers Interesse an seinem Unternehmen besteht.

Es ist also enorm wichtig, den eigenen Marktwert zu kennen. Recherchearbeiten ermöglichen einen Überblick über übliche Gehälter in der jeweiligen Branche. Gehaltsvergleichsportale im Internet zeigen auch städtische Unterschiede auf. Jobbörsen bieten teilweise auch Gratis-Übersichten der Marktlage und der Verdienstmöglichkeiten an. Dabei sollte darauf geachtet werden, welche Ausbildung oder zusätzliche Studiengänge belegt wurden. Eine über die normale Ausbildung hinaus erfolgte Weiterbildung kann einen Schub für das zu erwartende Gehalt bieten.

Sofern nur der Arbeitgeber und nicht der Job gewechselt wird, sollte sich immer am aktuellen Einkommen orientiert werden. Ein Aufschlag von bis zu 20 Prozent ist in der Regel als reale Vorstellung einzustufen.

Wichtige Faktoren für die Wertermittlung:

  • Angebot und Nachfrage - je höher die Nachfrage in dem Berufszweig, umso höher kann das Gehalt angesetzt werden.
  • Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern zahlen in der Regel höhere Löhne, als kleine Familienbetriebe.
  • Berufserfahrung wirkt sich positiv und steigernd auf das Gehalt aus.
  • Je besser und fachlich spezifischer die Ausbildung, umso höher die Entlohnung.
Wie die gewünschte Gehaltsvorstellun ...

Wie die gewünschte Gehaltsvorstellung auf den Punkt bringen? (Bild: GG-Berlin / pixelio.de)

Richtige Formulierung

Arbeitgeber wünschen sich Mitarbeiter, die Leistung bringen, Erfahrung haben und gleichsam wissen, was ihre Arbeit wert ist. Bewerber, welche sich unter Wert verkaufen, werden rasch als nicht selbstsicher genug eingeschätzt. Die konkrete Angabe eines Gehaltswunsches zeigt Sicherheit und das Wissen des eigenen Könnens.

Die richtige Formulierung der Gehaltsvorstellung kann oftmals entscheidend für die Resonanz des Arbeitgebers ein. Um Verhandlungsspielraum zu erhalten, kann ruhig etwas höher ran gegangen werden. Jedoch nie zu hoch, da der Auftraggeber dies schnell als gierig einstufen könnte und sich der Bewerber damit sofort ins Aus schießt. Auch die Nichtangabe des Gehaltswunsches ist mehr als einen Minuspunkt wert. Der Arbeitgeber könnte den Eindruck erlangen, dass der Bewerber sich die Ausschreibung nicht genau durchgelesen hat und somit das Interesse auch nicht besonders groß ist.

Vor der Benennung des Betrages ist es ratsam, sich zu überlegen, ob es vorteilhaft ist, einen fixen, festen Betrag oder einen Rahmenbetrag anzugeben. Arbeitgeber sehen es gerne, wenn der Bewerber trotz Angabe eines Gehaltswunsches bereit ist, über die Entlohnung zu sprechen. Allein das Wort "Verhandlungsbasis" schafft in solchen Fällen Pluspunkte.

Bei der Formulierung eines Festpreises, kann schriftlich festgehalten werden, dass sich der Bewerber an den üblichen Durchschnittsgehältern für den in der Stellenausschreibung benannten Job orientiert.

Die wichtigsten Endpunkte zur Formulierung

  • immer das Brutto-Jahreseinkommen angeben
  • Angabe, ob das Gehalt für 12 oder 13 Monate anzusehen ist
  • während des Bewerbungsgespräch den Gehaltswunsch deutlich benennen.
  • Urlaubsgeld oder andere Zusatzleistungen sollten nie genannt werden. Dies wird sowieso vom Arbeitgeber festgelegt und variiert oftmals.
  • Eine Option als Verhandlungsbasis bringt höhere Aussichten auf ein persönliches Bewerbungsgespräch.
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