Force Multinational de Securite a Beyrut

Mein Guter Freund Peter K. war vor gut 30 Jahren Unteroffizier  in der Fremdenlegion. Legio Patria Nostra bedeutet, die Legion ist unsere Heimat. Sie ist für Streuner und Vagabunden eine Art Familie. Und es ist selten, dass einer aus dem Nähkästchen plaudert. Man redet halt nicht über Familienangelegenheiten.  

Von Juni bis September 1983 war er im Rahmen des internationalen Friedenseinsatzes im Libanon stationiert.

Diese Mission, an der Amerikaner, Briten, Italiener und Franzosen teilnahmen, wurde im Oktober 83 durch zwei verheerende Bombenattentate beendet. Bei diesen hinterhältigen Anschlägen kamen 241 Amerikaner und 58 Franzosen ums Leben.

So sah der Märtyrer Platz vor dem Krieg mal aus.

Und im Bild unten, nach den Kampfhandlungen.

Patroullien müssen sein.

Die Einheiten waren auf mehrere Posten verteilt. Diese hatten in Erinnerung an die Schlacht von Dien Bien Phu in Indochina Namen, wie z. B. "Isabelle".

Da im  Hauptquartier ein Funkgerät verschwunden war, wurden alle Nachrichten codiert. Eines Tages, mein Freund befand sich auf Patrouille, bekam er von seinem Leutnant einen Befehl übermittelt.  

Er sollte den vorgeschriebenen Weg ändern, und Mission "Foret Noir" ausführen. Foret Noir bedeutet übersetzt Schwarzwald. Ein erfahrener Soldat wie er, wusste um die Bedeutung dieser Aufgabe. Ziel war ein Verbindungsmann in einer abgelegenen Straße.

Es gibt nur ganz wenige Personen, die dieses Geheimnis lüften können. Ich denke, dass die Geheimdienste beim Mithören und Dechiffrieren geflucht haben.

Herausgefunden haben die es sicherlich nicht.

Wachposten bei der AFP / Agence France Press - der Nachrichtenagentur.

Wochen später war er zur Wache bei der AFP – Presse-Agentur eingeteilt. Einrichtungen der Franzosen zu schützen, war eine der Aufgaben. Das Konsulat zum Beispiel.

Eine junge Libanesin wollte den Wachhabenden sprechen. Sie sah gut aus, man kann sagen, das war ein "Schuss". Und sie hat meinen Freund regelrecht angemacht. Sie liebt Frankreich und wollte unbedingt dorthin. Dafür würde sie alles tun. Den nächsten Teil werde ich überspringen. Nur soviel, Sex auf einem Feldbett ist nicht das Wahre.

 

 

Dann kam sie aber mit der eigentlichen Frage raus. "Die Kinder und Frauen hätten Angst, man würde von einer geplanten Operation Foret Noir munkeln." Peter wäre nicht Peter, wenn er nicht sofort begriffen hätte. Die Gute war im Auftrag der Moustachues, Schnurbärtigen unterwegs. So nennt man in Frankreich die Geheimdienstler.

 

 

Des Rätsels Lösung - Wenn die großen Dinge im Leben außer Kontrolle geraten, werden die Kleinen wieder wichtig.

Die Auflösung ist doch sehr einfach. Der Leutnant war, wie alle Franzosen, ein Feinschmecker. Und im Libanon leben halt auch Zivilisten aus Frankreich. Einer davon war ein bekannter Patissier – Konditormeister. Seine "Schwarzwälder Kirschtorte" war berühmt. Da die Patrouille in der Nähe seines Ladens war, sollte Peter halt Kuchen mitbringen.

Also ich hab da Verständnis für.           

Wir sprachen noch eine Weile über den Vorfall.  Es war ja nicht ungefährlich.

In Beirut kann ein falscher Weg den Tod bedeuten. "Du riskierst dein Leben für eine Torte?"

"Wenn nicht für Torte, ja wofür denn sonst! Für Deutschland, Helmut Kohl, Angela Merkel oder gar Josef Ackermann? Für korrupte Betriebsräte? Für ein Vaterland, das sich oben die Taschen voll macht und unten Harz IV kürzt?

Glaub mir, die Torte ist der bessere Grund!"        

Ich danke für die Information und die Bilder. Bei mir gibt es Weihnachten selbstgebackenen Stollen nach Omas Rezept. Wir haben ja jetzt gelernt, dass Kuchen wichtig ist.

Euch allen ein gutes Fest, denkt auch an die, die nicht soviel haben. 

 

 

 

 

 

 

Autor seit 5 Jahren
278 Seiten
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