Random Acts of Kindness - Zufällige Taten aus Nettigkeit

Ende Januar 2010: Die Hochzeits- und Event Planerin Robyn schrieb auf ihrem Blog über ihr Vorhaben: Sie möchte an ihrem kurz bevorstehenden 38. Geburtstag, für jedes Lebensjahr, das sie zählt, eine beliebige Sache aus Nettigkeit tun. Voller Begeisterung und Tatendrang ermuntert sie ihre Leser, es ihr zu Ehren nach zu machen.

Bald ist der aufregende Tag gekommen, der 10. Februar 2010: mit dabei der Ehemann, die drei Töchter und die Schwiegereltern. Im Laufe des Tages werden Einkaufswagen zurück in den Laden gebracht, Kaffee, Süßigkeiten und Donuts für Bauarbeiter und andere Glückspilze spendiert, Parkuhren gefüttert, Wasserflaschen an Jogger verteilt, Kindern vorgelesen und aufmunternde Notizen an die Mitmenschen geschrieben. Und das war nur ein Auszug aus all den Nettigkeiten des Tages. 

Die Resonanz auf ihren Post im Internet war überwältigend: Robyn erhielt jede Menge E-Mails, Anrufe, Tweets und Facebook-Nachrichten; Menschen, die sie nicht kannte, taten gute Dinge zur Ehre ihres Geburtstages. Mehrmals an diesem Tag war sie so gerührt von dem, was ihr die Menschen zu sagen hatten, dass sie weinen musste. Neben ihrem Hochzeitstag und die Geburtstage ihrer Kinder, zählt sie diesen Tag zum schönsten in ihrem Leben.

Random Acts of Kindness Stiftung

Die Random Acts of Kindness Stiftung bietet eine Plattform im Internet, bei der u. a. Medien und soziale Netzwerke mit Menschen in Verbindung kommen, um sich einzubringen, Projekte zu starten und ebenfalls, um die guten Taten weiterzuverbreiten.

Die Stiftung ist ein Vertreter des World Kindness Movements (WKM), welches sich 1997 bei einer Konferenz in Tokyo herauskristallisierte, als das Small Kindness Movement aus Japan gleich-gesinnte Bewegungen aus der ganzen Welt zusammentrug. Offiziell wurde die WKM am 18. November 2000 in Singapur (Malaysia) gegründet. Als ihre Aufgabe sehen sie es Menschen zu größerer Güte zu inspirieren und Nationen miteinander zu verbinden, um eine freundlichere Welt zu schaffen.

Einfach mal nett sein zur Schwiegermutter

Die Alltagsheldin aus Florida ist nicht allein. Robyn betonte auf ihrem Blog, dass sie von Kimberly inspiriert wurde. Kimberly Simmons hatte diese Idee bereits 2009 und auch sie veröffentlichte ihre Taten auf ihrem Blog: An ihrem 29. Geburtstag wollte sie 29 selbstlose Dinge für andere Menschen tun. Die in New York lebende Verwaltungsassistentin und ihr Ehemann begannen den Tag damit, Müll im Morningside Park aufzusammeln. Eine Tat, die sich sonst wohl keiner gerne zuschreibt. Kimberly verteilte Rosen, half älteren Menschen über die Strasse oder mit ihrem Gepäck und natürlich durften die obligatorischen Donuts für die Bauarbeiter nicht fehlen. Ein Obdachloser wurde zum Abendessen in eine Fast-Food-Kette eingeladen und ein Menschenleben in der U-Bahn gerettet. Der Mann in der U-Bahn benötigte dringend Hilfe, wahrscheinlich erlitt dieser zu diesem Zeitpunkt einen Herzinfarkt oder Ähnliches und wurde von Ryan - Kim's Mann - aus der Bahn geschafft. Ihre letzte Tat kam einer Deutschen zu Gute, die auf dem Weg zu ihrem Freund in New York City war und Unterstützung mit ihrem super schweren Gepäck gebrauchen konnte. Gefälligkeit Nummer 29 wurde kuzerhand noch um Nummer 30 erweitert: Feiern mit der deutschen Bekanntschaft!


Während Kim an ihrem Geburtstag mit ihrer Mission unterwegs war, blieben ihre Freunde nicht untätig. Ryan bat 29 Freunde von ihr, sie zu ehren, indem sie ebenfalls etwas Selbstloses an diesem Tag gaben. Sobald dies geglückt sei, sollten sie Kim eine Nachricht schreiben.

Freundin Tamara schrieb: "Wir wünschten, wir könnten mit euch dort feiern. Ich wollte dich wissen lassen, dass ich heute morgen sehr nett zu meiner Schwiegermutter war!"

Freundin Georgina geht noch einen Schritt weiter: "Heute habe ich zwei Leuten geholfen, ihre Steuererklärung einzureichen und ich wünsche dir dieses Jahr einen Trip nach Hawaii."

Collin: "Ich habe jemandem in der U-Bahn Süßigkeiten abgekauft und es einem Jungen aus meinem Haus geschenkt. Und das habe ich dir zu Ehren getan! Plus, vielleicht bin ich so glücklich darüber, dass du geboren wurdest, dass ich den ganzen Tag mein Lächeln mit anderen geteilt habe!"

Liz: "Manche Leute sagen, es geht beim Geben darum, was du gedenkst zu tun, nicht was du wirklich tust. Ich bin anderer Meinung, weshalb ich deinen Geburtstag mit guten Taten ehre. Ich habe recherchiert und einer Freundin, deren Mutter verstorben ist, Hilfe vermittelt."

"Ich kann nicht beschreiben wie bewegt ich war, diese Nachrichten zu erhalten, einige waren so süß, dass mir die Tränen kamen", schrieb Kim daraufhin in ihrem Blog.

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Wie es der Zufall so will - Ein neuer Trend war geboren, zu Gunsten für das tägliche Miteinander

Der in Schottland geborene Autor Danny Wallace startete 2002 einen neuen Trend: Er plazierte in einer Londoner Lokalzeitung eine Anzeige mit der simplen Aussage "Join Me" (=Schließ dich an). Alles was die Interessenten tun mussten, war ihm ein Foto von sich zu schicken; ohne zu wissen, wo sie beitreten oder bei wem. Das wußte selbst Danny nicht. Langsam häuften sich die Anmeldungen und er musste mit etwas aufwarten: die Karma Armee war geschaffen.                  Die "Karma Army" gibt es nun seit 10 Jahren, Menschen engagieren sich dafür, ein Mal pro Woche jemandem eine Gefälligkeit zu tun... einfach nur aus Nettigkeit versteht sich. Das zugehörige Forum zählt mittlerweile 4.142 Mitglieder und eine stolze Anzahl von über 730.000 Posts.

Die simplen Dinge sind oft die wirkungsvollsten; möglich, dass man einen neuen Trend lostritt, aber vielleicht wandelt man für jemanden einen ganz miesen Tag in einen besonderen um; mit einer Aufmerksamkeit. Einfach so.

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