Dresden

Sie war wunderschön, Anna Constantia von Brockdorff. Jedenfalls für die damaligen Vorstellungen von Schönheit. Der Franzose Scribente stellte eine Liste von 30 Kriterien auf, die genau bestimmten, wann eine Frau zur damaligen Zeit dem Anspruch von Schönheit entsprach. Und Anna Constantia hätte für diese Liste Modell stehen können. 1680 in Holstein geboren, bekam sie mit 22 ihr erstes und leider auch uneheliches Kind. Da konnte sie von Glück reden, dass der geheime Rat Adolf Magnus von Hoym um sie warb und sie am 02.06.1703 heiratet. Hoym nahm seine Angetraute mit nach Dresden, wo das Schicksal einer ungewöhnlichen Frau sich verwirklichte.

Gräfin Cosel war keine von vielen

Die Leidenschaft August des Starken für das schwache Geschlecht war bekannt. August wählte sich nur die schönsten Frauen aus seinem Land. Der Stand spielte dabei keine Rolle. Doch nur die Gräfin Cosel schaffte es, August sieben Jahre lang für sich zu behalten. Und das lag wohl nicht nur an ihrer außergewöhnlichen Schönheit, sondern auch an ihrem Witz und ihrem hellen Köpfchen. Obendrein verfügte die Cosel über einen großen Ehrgeiz, der für die Frauen der damaligen Zeit ungewöhnlich war.

Dresden
Dresden Sonnenuntergang

Dresden Sonnenuntergang (Bild: Kleine Welt der Fotografie)

Die Cosel war klug und frech

Schon bei ihrem ersten Zusammentreffen mit August dem Starken brach Anna Constantia alle Sitten und Regeln. Zur damaligen Zeit war es üblich, dass Frauen von ihren Männern in der Gesellschaft eingeführt und vorgestellt wurden. Da Hoym keine Anstalten machte, Anna auf einem Ball dem Landesfürsten vorzustellen, nahm Anna dies selber in die Hand. Sie ging auf August zu und sprach ihn an und erregte damit seine Aufmerksamkeit. Von da an warb August der Starke um die schöne Gemahlin seines geheimen Rates. Ganze zehn Monate lies sie August zappeln und erst nach einem Eheversprechen willigte die Gräfin Cosel in das Verhältnis ein.

Gräfin Cosel begleitet August den Starken auch in Kriegen

Die wunderschöne Gräfin steht aber von da an nicht nur der höfischen Ordnung vor, sondern ist auch in Kriegen an der Seite August des Starken. Doch am Hof macht Anna Constantia sich viele Feinde. Sie deckt viele Verfehlungen von Ministern auf und ist dafür verantwortlich, dass diese in Ungnade beim König fallen. Auch bei politischen Entscheidungen versucht die Frau mit dem messerscharfen Verstand August zu beeinflussen. So hält sie die Entscheidung Augusts, die polnische Krone anzunehmen, was mit vielen Auflagen verbunden war, für politisch falsch und behält damit recht. In der Zeit, die sie an der Seite von August dem Starken verbrachte, stand die Gräfin im Rang sogar über den Ministern und war erste Dame am Hof. Dabei war sie sich ihrer Macht über den König durchaus bewusst und versuchte den August den Starken bei politischen Entscheidungen zu beeinflussen. Das brachte ihr die Ungnade des Kurfürsten ein, der sie darauf hin nach Stolpen verbannte.

Dresden Kunstakademie
Kunstakademie

Kunstakademie (Bild: Kleine Welt der Fotografie)

Danke

Vielen Dank an Herrn Seltmann von der "Kleine Welt der Fotografie", dessen Bilder ich hier verwenden darf. Wer mehr von Dresden sehen möchte, sollte unbedingt einen Blick auf http://seltmann.bplaced.net/fotografie/ werfen. Herr Seltmann stellt dort wunderschöne Bilder, nicht nur von Dresden aus. 

Texterlounge, am 30.12.2011
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Bildquelle:
Droemer-Verlag ("Wunder muss man selber machen" von Sina Trinkwalder - mehr als ein...)

Autor seit 6 Jahren
29 Seiten
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