Grauer Star: Ursachen, Diagnose und Therapie

Wo Struktureiweiße der Linse auskristallisieren, kommt es zur Linsentrübung: Vorher klar, verschleiert sich nun der Blick, da die Trübung einfallendes Licht streut und so ein exaktes Abbilden auf der Netzhaut verhindert. Das Sehen wird unscharf, auch Kontrast und Farbintensität leiden, parallel nimmt die Blendsensibilität zu. Oft tritt grauer Star gemeinsam mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis auf. Der Grund liegt in der Embryonalentwicklung: Ebenso wie Haut, Haare, Nervensystem und Sinneszellen, entsteht das Linsengewebe aus dem äußeren Keimblatt.

Die Vorsorgeuntersuchung besteht aus einem Sehtest sowie einer Spaltlampenuntersuchung der Linse. Stellt diese mikroskopische Untersuchung eine Trübung fest, untersucht der Augenarzt zusätzlich Sehnerv und Netzhaut. Im Frühstadium können entsprechende Brillengläser Unregelmäßigkeiten in der Brechung ausgleichen. Medikamentöse Therapie ist nicht möglich: Oft stellt nur eine Operation bei grauem Star die Sehkraft vollständig wieder her. Dieser chirurgische, ambulante Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und ersetzt die eingetrübte Linse durch eine weiche Kunstlinse aus Silikon oder Acryl. Inzwischen ein Routineeingriff, der jedes Jahr über 600.000 mal durchgeführt wird und in jedem Alter Erfolg verspricht.

Grauer Star kann durch die Einnahme bestimmter Medikamente wie Kortison oder Rheumamittel, intensive UV-Strahlung (bei Bergsteigern/Seglern), Rauchen, Diabetes Typ 1 (als Zuckerstar jüngerer Menschen) und Typ 2 (vorgezogener Altersstar) oder auch Nährstoffmangel ausgelöst werden. Auch Augenverletzungen wie Augapfelprellungen und Erkrankungen wie ein Glaukom - Grüner Star - können Linseneintrübungen begünstigen.

Grüner Star: Rechtzeitig erkennen und behandeln

Grüner Star (Glaukom) bedeutet: Der Sehnerv, zuständig für die Weiterleitung von Lichtimpulsen von der Netzhaut Richtung Gehirn, ist geschädigt. Ohne Therapie erblindet das Auge - grüner Star ist in Deutschland in 20 Prozent der Fälle Erblindungsgrund. In der Mehrzahl der Fälle ist erhöhter Augeninnendruck durch behindertes Abfließen des Kammerwassers und/oder eine gestörte Sehnervdurchblutung für ein Glaukom verantwortlich. Hinzukommen Risikofaktoren wie Kurzsichtigkeit und erbliche Vorbelastung. Grüner Star ist tückisch, denn er entwickelt sich schleichend und zeigt lange Zeit keine Symptome, da das gesunde Auge Sehdefizite zunächst ausgleicht. Umso wichtiger ist regelmäßige Früherkennung ab 40 Jahren: mit Sehtest, Messung des Augeninnendrucks, Spiegelung des Augenhintergrunds zur Beurteilung des Sehnervenkopfes sowie der Check des Gesichtsfeldes: Ist es von außen eingeschränkt? Glaukomverdacht besteht auch, wenn wiederholte Messungen einen Druck über 22 mmHg ergeben.

Anders als grauer Star ist grüner Star, der mit zunehmendem Alter häufiger auftritt, einer Therapie durch Augentropfen gut zugänglich. Diese senken den Augendruck und stoppen die Entwicklung des Glaukoms, weil ihre Wirkstoffe nicht nur die Bildung von Kammerwasser reduzieren, sondern auch dessen Abfluss steigern. Bei einem akuten Glaukomanfall mit starken Kopf- und Augenschmerzen, gerötetem Auge, Übelkeit und Sehstörungen dagegen droht Erblindungsgefahr, was einen umgehenden chirurgischen bzw. Eingriff per Laserschnitt erforderlich macht. Weitsichtig? Ein kurzer Augapfel erhöht das Anfallrisiko.

Leider zahlen Krankenkassen weder die Vorsorgeuntersuchungen bei grauem Star noch die Glaukom-Früherkennung. Erst dann, wenn die Diagnose grauer Star oder grüner Star vorliegt, werden Untersuchungs- und Behandlungskosten übernommen. Doch auch Vorbeugung ist, wenngleich eingeschränkt, möglich, so dass auch im Augenbereich krankhafte Gefäßveränderungen und Störungen der Durchblutung vermieden werden: Ein gesunder Lebensstil inklusive Rauchverzicht, ausreichend Bewegung und ausgewogener Ernährung belebt den Stoffwechsel, sorgt für Normalgewicht und schont die Gefäße.

Autor seit 3 Jahren
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