Wenn etwas zu billig ist, dann zahlt ein anderer den Preis dafür!

In regelmäßigen Abständen werden Modefirmen ähnliche Dinge vorgeworfen: Arbeiter werden wie Sklaven gehalten, die Arbeitsbedingungen sind katastrophal, die Sicherheitsvorkehrungen für die Textilarbeiter schändlich ignoriert. (Fabriksbrand in Bangladesh mit bis zu 100 toten Näherinnen) Häufig werden preiswerte Schnäppchen, aber auch besonders stylishe Modeartikel auf Kosten der Textilarbeiter produziert. Diese Arbeiter in Billig-Lohn-Ländern haben einen 12-Stunden-Arbeitstag; Hungerlöhne, Null Urlaubs- oder Sozialansprüche, oftmals werden sie wie Sklaven gehalten. Billig muss die Herstellung sein, Hauptsache bei Billig- aber leider auch einigen Markenprodukten bleibt: Die Gewinnspanne ist entsprechend groß.

Selten haben die Käufer von Schnäppchen ein schlechtes Gewissen. Doch es gibt auch KundInnen, welche die Produktion ihrer geliebten stylishen Jeans oder Sneakers hinterfragen. Immer öfter gibt es Konsumenten, die nachdenken: Welche Verarbeitungsschritte durchläuft eigentlich ein Kleidungsstück, bis es im Kleiderschrank landet?

Bücher, wie das "No Logo" von Naomi Klein oder Dokumentarfilme gehen diesen Themen gezielt auf den Grund. Was kann man als Normalo also tun?

 

 

Green oder Eco Fashion, grüne und vegane Mode, Ökomode

All diese Begriffe stehen für Bekleidung, die einerseits aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt und bei deren Herstellung aber auch soziale Aspekte berücksichtigt werden.
Die Materialien für die Produktion, die Herstellung, die Arbeitsbedingungen müssen gewisse
ökologische und soziale Standards erfüllen.
Also keine schädlichen Chemikalien für den beliebten "Used-Jeans-Look", keine gesundheitlichen Gefährdungen der Arbeiter, ein möglichst geringer Ressourcenverbrauch (z.B. Wasser) und noch viel mehr.

 

Was bedeutet Green Fashion?

So wie es Fair Trade Produkte bei den Lebensmitteln gibt, gibt es auch den Trend bei Textilien. Hersteller, die ihren ArbeiterInnen faire Löhne zahlen, die darauf achten, wie der Rohstoff, etwa die Baumwolle angebaut und geerntet wurde. Mode also, die auf Kinderarbeit, Ausbeutung und Pestizide verzichtet. Wie die Umwelt durch die Produktion belastet wird, das Ganze wird mittlerweile auch bereits durch ein Prüfsiegel bestätigt. Die Abgrenzung, ob Green Fashion oder Eco Fashion sind allerdings fließend.

Was ist Öko Mode, auch Eco Fashion genannt?

Öko-Mode ist Bekleidung, die unter umweltschonenden Bedingungen hergestellt wurde.

Rohstoffe werden ökologisch produziert. Veredelung, Recycling oder Schonen der Ressourcen, sind die Punkte, auf die es bei Öko Mode ankommt. Und wenn es möglich ist, auch noch ohne unnötige Handelswege rund um die Welt, nur weil das Waschen der ökologisch hergestellten Baumwolle im Land XY um zwei Cent billiger ist.

Öko-Mode hat sich auch längst vom unattraktiven Design weg entwickelt. Sogar große Textilanbieter führen bereits eigene Öko-Kollektionen: C&A, H&M, oder Ottoversand können es sich nicht mehr leisten, einfach nur billig zu sein.

Muss Green Fashion fad sein?

Funktionell und fröhlich im Design (Bild: a.sansone)

Was ist Vegane Mode?

Als "Vegane Mode" bezeichnet man Modebekleidung, die vollkommen auf tierische Materialien verzichtet. Also kein Leder, kein Alligatorentäschchen, kein Schlangenledergürtel. Keine Klebstoffe, die aus tierischen Ursprungsstoffen bestehen oder an Tieren getestet werden. Manche Produzenten gehen sogar so weit, dass sie Produkte, wie Wolle oder Seide aus ihrem Repertoire verbannen. Innovative Designer verwenden Sojaproteine, Hanf oder recyceltes Polyester. Protein- oder Zellulosefasern sind neben Baumwolle ihre Grundstoffe. Kunststoffe sind insofern erlaubt, solange sie nicht "neuen Müll" erzeugen. Natürlich werden die neuen Fasern ausgeklügelt erdacht, dass sie weder ausleiern noch sonst unangenehme Trageeigenschaften haben.

Die berühmteste und erfolgreichste Vertreterin von veganer Mode ist Stella McCartney. Die Tochter von Beatle Paul McCartney, selbst von ihrer Mutter Linda vegan aufgezogen, bringt es sogar im High-Level der Modewelt fertig, Mode zu produzieren, die auf tierische Produkte fast gänzlich (Ausnahme Wolle) verzichtet. 

Sie können als Kunde die Produktion von Kleidung beeinflussen!

Der Kunde hat ein großartiges Instrument in der Hand: seine Geldbörse. Sobald ein Produkt über den Ladentisch geht, sendet der Strichcode ein Signal an den Zulieferbetrieb. Das garantiert für den Hersteller die Produktion nach Bedarf, für den Kunden bedeutet das eine Form der Mitbestimmung. Produziert wird, was gefällt. Und so haben die Kunden es in der Hand, gesunde und unter ehrlichen Bedingungen hergestellte Kleider zu tragen. Oder noch einfacher gesagt:

"Wenn Sie wirklich umweltfreundlich sein wollen, kaufen Sie weniger Kleidung. Oder wie viele Jeans brauchen Sie?" (Zitat Ingrid Johnson, Professorin am New Yorker Fashion Institute of Technology). Ein Artikel dazu: Jeans-Hersteller auf dem Prüfstein (ORF).

Dass die ständigen Proteste etwas bewirken, beweist auch diese Schlagzeile: Forscher färben Jeans mit Paste.
Ein neues Verfahren zur Behandlung von Jeansstoffen, das nicht nur die Umwelt, sondern auch Textilarbeiter und -arbeiterinnen schützt, haben Innsbrucker Forscher entwickelt. Das Verfahren wurde angemeldet und wurde inzwischen patentiert. Wenn der Kunde nur hartnäckig genug bleibt, schwenken immer mehr Hersteller auf schonendere Methoden um.

Bleiben Sie am Ball. Jeder noch so kleine Beitrag des Einzelnen hilft.

Green oder Eco Fashion mit EcoTopTen sicher erkennen

Ziemlich bekannt ist bereits das Öko-Tex-100-Zeichen, das die Einhaltung gewisser Schadstoff-Grenzwerte bei der Produktion signalisiert. Das Fair-Trade-Logo bezeichnet hingegen vorwiegend die sozialen Produktionsbedingungen. (Konsument)

Wie das Öko-Institut e. V. - Institut für angewandte Ökologie anlässlich der Fashion Week Berlin 2013 bekannt gab, hat die Verbraucherplattform EcoTopTen jetzt die Übersicht von Anbietern umweltfreundlich und sozialverträglich hergestellter Bekleidung aktualisiert.

Eco Top Ten-Seite Hier finden Interessierte zudem einen Vergleich der handelsüblichen Nachhaltigkeitssiegel, der bei der richtigen Label-Wahl unterstützt.

Sie geben Auskunft, ob die Kriterien einer ökologischen, schadstofffreien und menschenwürdigen Produktion erfüllt sind. Nicht nur Mode, sondern auch Outdoor-Bekleidung werden genau unter die Lupe genommen. Ein Lichtblick für Nachhaltigkeits-bewusste KonsumentInnen.

Wo bekommt man Green oder Eco Fashion?

In vielen Städten haben sich die Geschäfte mit Green Fashion bereits etabliert. Wie etwa in Wien, wo es eine ganze Szene dazu gibt. Oder gar Berlin, das der "grünen Mode" sogar eine ganze Modewoche widmet.

Wenn man sich im Internet umsieht, findet man ebenfalls bereits reichlich Anbieter:

  • Bgreen: bietet vom Sneaker bis zum T-Shirt an.
  • Pamoyo, fairkaufen
  • vivanda www.vivanda.de/shop/
  • Green-Shirts http://www.green-shirts.com/de/
  • bibico,
  • Hess Natur,
  • edun (von U2 frontmann Bono) sind weitere Namen.
  • Mehr Infos bei greenfashion.net

 

Faire Produktion

Nicht nur hippe Jeans-Teile, sondern auch faire Produktionsbedingungen, hat sich

  • das Kölner Label Dawn auf seine Fahnen geheftet. Mit einer eigenen Produktionsstätte in Vietnam sorgt es für faire Bedingungen der Mitarbeiter vor Ort und unterstützt soziale Projekte.

Wer bietet Vegane Mode an?

Wer sich für vegane Ernährung entschieden hat, will keine Tiere an den Füßen oder am Arm spazieren tragen; außer es sei die eigene Katze oder der Hund.
Wem Stella McCartney für seine Brieftasche zu teuer ist, der wird dennoch fündig:

  • Save the Duck,
  • ein italienisches Label bietet vorwiegend sportive Modelle "gänserettend" wie der Name schon sagt, an. www.savetheduck.it/

• Lylium bietet Schuhe an,
• Muso Koroni bietet neben Mode auch Beautyprodukte an und
• Avenging Animals hat eine VIP-Kollektion vom Fanta Vier Sänger Thomas D.
• Umasan, das von Anja und Sandra Umann geleitete Label in Berlin bietet außergewöhnliche Mode an.
Dies sind nur einige Beispiele. Wer also bemüht ist, sich nicht nur bewusster zu ernähren, sondern auch zu kleiden, muss nicht verzagen.

Mode mit gutem Gewissen

Hier ist nochmals eine Auflistung der diversen Siegel, die Mode mit gutem Gewissen vereinbaren lassen. Bei den einen wird die Chemiekeule bei der Bearbeitung zum Schwalbenflügel, bei den anderen werden die ArbeiterInnen fair entlohnt, bei den dritten wird die Natur vorrangig beachtet. Wählen Sie selbst ihren persönlichen Schwerpunkt.

  • GOTS - GLOBAL ORGANIC TEXTILE STANDARD (Prüft von Feld bis Bügel)
  • FAIR WEAR FOUNDATION (Hier steht die Herstellung, sprich Näherei im Fokus)
  • IVN - NATURTEXTIL BEST (Strenge Prüfung auf chem. Verarbeitungsprozesse)
  • BLUESIGN (Outdoormode)
  • FAIRTRADE (Soziale Standards im Fokus)
  • OEKO-TEX-MADE IN GREEN (Schadstoffe)
Adele_Sansone, am 13.10.2013
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Bildquelle:
Wikimedia Commons, Gemeinfreies Bild (Kilt und Plaid - Geschichte und Tradition schottischer Kleidung)

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