Das Bienenvolk

Das Bienenvolk hat eine bestimmte Grundstruktur, die wesentlich ist für die Imkerei.

Königin

In jedem Bienenvolk gibt nur eine Königin. Einerseits dominiert sie das Bienenvolk, gleichzeitig ist sie auch Sklavin des Volkes. Die Königin lebt ca. 4-6 Jahre. Nach ihrem Hochzeitsflug mit Begattung durch Drohnen besteht ihre Aufgabe nur noch darin Eier für den Nachwuchs zu legen. Sie legt während der Brutzeit ca. 2.000 Eier täglich.

 

Arbeiterin

Die weiblichen Bienen sind Arbeiterinnen. Sie tragen zum Erhalt des Volkes bei. Die Lebenszeit der Arbeiterinnen beträgt ca. 35 Tage. Während dieser Zeit übernimmt sie innerhalb des Volkes verschiedene Aufgaben. Die erste Zeit ihres Lebens übernimmt sie Aufgaben innerhalb der Beute, in der zweiten Hälfte trägt sie zur Versorgung des Volkes bei. Sie verlässt dazu die Beute. Ihre Aufgaben sind dann Pollen und Necktar sowie Wasser einzutragen. Die Anzahl der Arbeiterinnen variiert während des Jahres, im Juni und Juli kann ein Volk bis zu ca. 50.000 Bienen haben.

 

Drohnen

Hierbei handelt es sich um männliche Bienen. Die Aufgabe der Drohnen liegt darin die Königin während ihres Hochzeitsfluges zu begatten. Die Drohnen unterscheiden sich von den Arbeiterinnen dadurch, dass sie deutlich größer sind. Sie haben keinen Stachel. Die Drohnen tragen zur Futterbeschaffung nicht bei, zum Ende des Bienenjahres werden sie aus der Beute vertrieben.

Art der Bienenbeute

Bevor man sich Bienenvölker anschafft, sollte man sich mit dem Thema Bienenbeuten beschäftigen. Hierunter versteht man die Arten der Bienenkasten. Im Laufe der Imkerei wurden viele Beuten erprobt und weiter entwickelt. Alle haben ihre speziellen Eigenarten, haben Vorteile und Nachteile.

Es gibt auch nicht die perfekte Beute, jeder muss für sich entscheiden welche Beute die Richtige ist.

Mit zunehmender Erfahrung kann es sein, dass auch ein Wechsel der Beutenart eintritt. Meine erste Beute war die "Bienenkiste", mittlerweile bin ich auf die "Einraumbeute" umgestiegen.

Zwei Arten von Bienenbeuten:

  • Magazinbeute
  • Klotzbeute oder Einraumbeute

 

Magazinbeuten

Die größte Gruppe sind die Magazinbeuten. Das Wesensmerkmal dieser Beuten ist, dass die einzelnen Zargen übereinander gestappelt werden. Unten ist der Brutraum der Bienen, also die eigentliche Bienenbehausung. In den darüber gelegenen Zargen ist der Honigraum.

Innerhalb der Magazinbeuten gibt es eine wiederum eine Vielzahl von verschiedenen Arten. Dies sind:

  • Warréé-Beute
  • Dadant
  • Deutsch Normalmaß
  • Zander

 Entscheidend ist für die Beutenart die Größe der Rähmchen.

Klotzbeute oder Einraumbeute

Anders als die Magazinbeute ist der Brutraum und der Honigraum in einem Raum vereint. Die Abtrennung dieser Räume erfolgt durch ein Schied. Durch das Verschieben des Schiedes können die einzelnen Räume in der Größe verändert werden. Einraumbeuten haben den Vorteil, dass das schwere heben der Honigzargen nicht notwendig ist.

Auch hier gibt es wiederrum verschiendene Arten. Dies sind:

  • Einraumbeute
  • Bienenbox
  • Top- Bar-Hive
  • Bienenkiste

 Entsprechen der Beutenart sind die Rähmchen zu wählen. Für jede Beute gibt es die entsprechenden Rähmchengrößen.

Arbeiten am Bienenvolk

Während des Bienenjahres sind bestimmte Arbeiten erforderlich. Generell gilt jedoch, dass die Beuten so wenig als möglich geöffnet werden und soviel wie notwendig. Jedes Öffnen stört das Bienenvolk in seinen Arbeitsrythmus.

Frühlingskontrolle

Nach dem Winter sollte im März das Volk auf Überleben geprüft werden. Das erkennt man an dem Flugbetrieb vor der Beute. Bei Unsicherheit kann ein kurzer Blick in die Beute geworfen werden.

Schwarmkontrolle

Bienenvölker vermehren sich durch Schwärmen. Wenn ein Bienenvolk zu groß wird, verlässt die Königin mit einem Teil der Arbeiterinnen die Bienenbeute und such sich eine neue Behausung. Damit das zurückgebliebene Volk weiterhin überlebt, wurden Weiselzellen angelegt. Dies sind Eizellen aus denen Königinnen schlüpfen.

Will man das Schwärmen vermeiden, müssen diese Weiselzellen entfernt werden.

Honigentnahme

Das ist der erfreulichste Teil für einen Imker. Hier wird seine Arbeit belohnt. Die Honigwaben werden entnommen und geschleudert.

Varroabehandlung

Leider hat sich die Varroamilbe in Deutschland ausgebreitet und gefährdet den Bienenfortbestand. Um diese in Schach zu halten ist eine jährliche Behandlung erforderlich. Die gängigsten Behandlungen erfolgt mit Ameisensäure und Oxalsäure.

Winterfütterung

Damit das Bienenvolk gut über den Winter kommt ist eine Auffütterung erforderlich. Je größer die Honigentnahme, umso mehr muss aufgefüttert werden.

Winterkontrolle

Bevor das Volk überwintert sollte noch einmal der Allgemeinzustand des Volkes begutachtet werden. Das Bienenvolk bereitet sich Ende September auf die Überwinterung vor. Die Brut neigt sich dem Ende zu.

Ausstattung des Imkers

Für die Arbeiten am Bienenvolk gibt es verschiedene Artikel. Man kann diese unterteilen in eine

  • Grundausstattung
  • weitere Gerätschaften

 

Die Grundausstattung ist sehr wichtig und jeder Neuimker sollte sie sich zulegen. Zunächst einmal ist der Eigenschutz notwendig. Um sich vor Bienenstichen zu schützen eignen sich Anzüge mit Kopfschutz. Es können auch Einzelhüte mit einem Bienenschutz gekauft werden. Ebenso wichtig sind Handschuhe. Hierbei handelt es sich um spezielle Handschuhe. Einerseits sind die Innenseite des Arbeitsbereiches verstärkt, so dass keine Bienenstiche durchdringen. Zum zweiten sind sie sehr lang. Somit können sie weit hochgezogen werden und schließen mit einem Bund. Somit wird vermieden, dass Bienen in die Handschuhe krabbeln.

Der Smoker ist ein weiteres wichtiges Gerät. In ihm wird Rauch erzeugt. Durch den Blasebalg kann der Rauch in die Bienenmenge gesprüht werden. Die Bienen verziehen sich bei Rauch in die Wabengasse. Dies erleichter dem Imker das Arbeiten.

Der Stockmeisel ist eines der wichtigsten Werkzeuge des Imkers. Mit ihm können alle festgeklebten Teile gelöst werden. Dies sind Zargen und Waben. Bienen kleistern alle Ritze zu, hierdurch lösen sich gewisse Bauteile nur sehr schwer.

Die Bürste ist ebenfalls wichtig. Mit ihr können die Bienen von den Rähmchen gekehrt werden. 

 

Es gibt zahlreiche weitere Gerätschaften, diese schaffen sich Imker in der Regel erst später bei Bedarf an.

Fazit

Die Bienenhaltung ist vielseitig und mit regelmäßiger Arbeit verbunden. Gleichzeitig ist sie sehr interessant, da man sich intensiv mit dem Leben der Bienen und des Bienenvolkes beschäftigt. Mit jedem Jahr nimmt die Erfahrung zu. Anfangsfehler macht jeder Neuimker, hieraus kann man jedoch nur lernen. Viele Imkervereine bieten Neuimkern eine Patenschaft an. Der Neuimker wird von einem erfahrenen Imker betreut.

Ich wünsche Ihnen viel Freude an der Imkertätigkeit

Autor seit 7 Jahren
92 Seiten
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