Viele Tierarten bedeuten ein sich ständig wandelndes Keimspektrum..

Händedesinfektion in der TierarztpraxisIn einer Tierklinik, in der täglich Hunde, Katzen, Großtiere, verschiedene Vögel, Reptilien und oft auch Wildtiere behandelt werden herrscht ein sich ständig wandelndes Keimspektrum. Jede Tierart wartet mit anderen Erregern auf Tierbesitzer, Tierarzt und das Klinikpersonal - dem Problem der Keimverschleppung kann man nur mit entsprechenden Hygienemaßnahmen entgegentreten. 

 

Die Händedesinfektion ist eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen, denn Ihre Hand ist als Ihr wichtigstes Werkzeug ständig in Bewegung, ständig in Berührung mit Tieren, Besitzern, Instrumenten, Geräten - und damit unter ständigem "Keimbeschuss". Die häufigste Übertragung von Infektionen findet dabei über die Hände statt. 

Waschen oder desinfizieren?

Eine intakte Haut an den Händen des Tierarztes vermindert die Aufnahmebereitschaft von Keimen. Häufiges Händewaschen hingegen ist deutlich weniger hautverträglich, als die alkoholische Händedesinfektion, weswegen Spezialisten der Universitätsklinik Freiburg eindringlich davon abraten, die Hände routinemäßig zu waschen und anschließend zu desinfizieren!

 

Die Händedesinfektion ist dem Händewaschen generell vorzuziehen. Seifen und Wasser gewährleisten keine ausreichende Wirksamkeit um alle Erreger sicher zu eliminieren - nur bei sichtbaren Verschmutzungen, wie beispielsweise getrockneten Blutresten, sollten die Hände zuerst gewaschen, mit Einweg-Handtüchern abgetrocknet und dann desinfiziert werden. Bei Kunden reicht allerdings eine Reinigung der Hände mit Wasser und Seife in den meisten Fällen aus. 

Richtig desinfizieren

Die korrekte Händedesinfektion ist das A und O vor Operationen und bei jeder Behandlung um eine Keimverschleppung zu verhindern. Die hygienischste Variante ist der Armhebel-Wandspender, der per Ellenbogen zu bedienen ist: 

 

1. 2 - 3 Pumpstöße des Händedesinfektionsmittels in die Hohlhand geben, bis sich ein kleiner See bildet

2. beide Handinnenflächen sollten sich berühren und das Desinfektionsmittel verreiben

3. die Handflächen reiben abwechselnd über den jeweils anderen Handrücken

4. mit gespreizten Fingern die Handinnenflächen und Handrücken einreiben

5. Finger verschränken und gegeneinander einrollen

6. kreisendes Reiben mit der einen Hand um den Daumen der anderen und umgekehrt

7. Handgelenke einreiben

 

Diese 7 Schritte sollten solange durchgeführt werden, bis das Desinfektionsmittel eingezogen und abgetrocknet ist - der Vorgang entspricht ca. 30 Sekunden. 

Wann desinfizieren?

  • vor Tätigkeiten mit Infektions- und Kontaminationsgefahr
  • vor invasiven Eingriffen
  • vor und nach Patientenkontakt
  • vor und nach Tierkontakt
  • nach Kontakt mit potentiell infektiösen Materialien (z.B. Ausscheidungen)
  • nach der Reinigung der Behandlungszimmer

 

Studien haben gezeigt, dass die Händedesinfektion nur in jeder 2. Situation stattfindet, in der sie notwendig ist! Eine erfolgbringende Maßnahme wäre hier die Schulung von Mitarbeitern und der Hinweis auf die Dringlichkeit, sowie die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln und Armhebel-Wandspendern an jeder erforderlichen Stelle in der Tierarztpraxis, wie Toiletten, Krankenstation, Behandlungszimmer und Operationsräumen. 

Hautpflege

Um die nicht ausbleibende Beanspruchung der Haut eines Tierarztes zu reduzieren, ist das regelmäßige Eincremen der Hände mit Schutzcremes vor und während der Arbeit sinnvoll. Da die Anwendung von Pflege- und Schutzcremes die Wirkung von Desinfektionsmitteln nicht beeinträchtigt, ist es wichtig, die Hände in Behandlungspausen mit Schutzcremes zu pflegen. 

Autor seit 5 Jahren
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