Hamburg ist Deutschlands Designmetropole Nummer 1. Dabei ist Design ein sehr weites Feld: Das Spektrum reicht von Mode-, Schmuck-, Glas- und Textildesign über Industrie- und Produktdesign, Interior- und Messedesign und solch exotischen Dingen wie Emergency und Social Design bis hin zu Kommunikations-, Web-, Package- und Corporate Design. Die Designwirtschaft an der Alster erwirtschaftet pro Jahr mehr als eine Milliarde Euro Gesamtumsatz und in der Stadt wirken knapp 14.000 Designer in fast 3.000 Designbüros, Agenturen oder Unternehmen. Doch viele der Hamburger Designer sind als Einzelkämpfer unterwegs – was nicht nur dem Stadtbild, sondern auch dem Shoppingerlebniswert der Stadt gut tut. Wer schon einmal offenen Auges übers Schulterblatt oder durchs Schanzen- und Karoviertel geschlendert ist, weiß davon ein Loblied zu singen. In unzähligen Ladenateliers, Souterrain-Geschäften und Hinterhofläden warten liebevoll gestaltete Wohnaccessoires, Kleinmöbel, Textilien, Klamotten und skurrile Dinge, für die erst noch ein Name erfunden werden müsste, auf Käufer. Einzelstücke statt Industrieprodukte, Individualität statt Massenware lautet das Motto.

DIY, Fashion und Interior-Design

Besonders ausgefallene Dinge, die nicht nur schön, sondern mitunter auch praktisch sind, kann man in der Pension für Produkte in St. Pauli entdecken. Leuchten aus Wäschebügeln, Badewannenschilfstöpsel und ausgefallene Luftbefeuchter seien hier stellvertretend und nur als Appetitmacher genannt. Doch auch fernab der sogenannten Szeneviertel sind dem Gestaltungswillen keine Grenzen gesetzt. In Elmsbüttel lockt Interior-Design mit Wohnaccessoires und originellen Hamburg-Mitbringseln, in Eppendorf bietet milchmädchen.design Handgemachtes vom Stoffhasen bis zum norwegischen Manschettenknopf feil. Wer auf der Suche nach Fashion ist, kommt freilich am Karoviertel nicht vorbei. Protagonisten des Ausgefallenen wie Elternhaus Mägde & Knechte oder Blutsgeschwister haben hier ihre Zentrale, aber auch Trendsetter im klassischen Bereich wie Herr von Eden. Wer dort nicht fündig wird, schlendert einfach weiter: Zwischen Karolinen- und Feldstraße warten rund ein Dutzend entsprechender Kleinlabels auf Kundschaft. Richtig bunt wird es in Hamburg im Herbst. DIY-Märkte bieten dann kreativen Newcomern auch von außerhalb die Möglichkeit, ihre Werke an den Mann oder die Frau zu bringen. Der Hello Handmade Markt im Kampnagel oder Holy Shit Shopping erfreuen mit Malerei, Mode, Schmuck und Literatur, aber auch mit handgemachtem Produktdesign und Street-Art.

Junges, kreatives Design macht aber auch vor Restaurants oder selbst Hostels nicht halt. Wer von Außerhalb kommt, in Hamburg eine standesgemäße Bleibe sucht und auf abgefahrenes Design und eine kommunikative Atmosphäre statt auf Superluxus steht, sei auf das Superbude Hostel verwiesen. Das gibt es gleich zu beiden Seiten der Außenalster: einmal in St. Georg und einmal in St. Pauli.

Autor seit 3 Jahren
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