Grabstein von Theo Reiser

Grabstein von Theo Reiser (Bild: Monika Hermeling)

Karl-Jörg Richter berichtet vom Leben Hans Kaysers

"Hans Kayser wurde am 1. April 1891 als zweites Kind der Apothekerfamilie Kayser, in Buchau geboren. Schon 1892 zog die Familie nach Sigmaringen, wo der Vater die Hofapotheke übernahm. Hans Kayser entdeckte auf langen Spaziergängen mit seinem Vater die Schönheit der Schwäbischen Alb. Als Zehnjähriger eroberte er im häuslichen Kreis mit seinem Cello die innere Welt der Musik von Haydn, Beethoven und Schubert. Außergewöhnlich war, dass er zum Cellounterricht wöchentlich einmal nach Stuttgart fahren durfte.

Da der junge Kayser auch sehr gerne zeichnete und malte, schwankte er lange, welches seiner vielfältigen Talente er weiter ausbilden lassen sollte. Schließlich wählte er die Musik. Das setzte auch in seinem Denken entscheidende Akzente.

Mit 20 Jahren studierte Hans Kayser bei Engelbert Humperdinck in Berlin Musik und dort auch Naturwissenschaften. Er promovierte in Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Erlangen. In Berlin, wo er sich bei der Herausgabe von Büchern deutscher Mystik beim Inselverlag einen Namen machte, begegnete er 1920 Keplers " Harmonice Mundi" und der " Harmonikalen Symbolik des Altertums", von A. Thimus.

Dies gab seinem Leben die entscheidende Wendung.

Grabplatte auf dem Friedhof in Sigmaringen

Grabplatte auf dem Friedhof in Sigmaringen (Bild: Monika Hermeling)

Erkenntnis der harmonikalen Gesetzmäßigkeit

Hans Kayser besaß im übertragenen Sinn, "den Feenstab", mit der Eichendorff sein Gedicht überschrieb:

  •  "Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort."

Die ersten Versuche von Kayser, die harmonikalen Gesetzmäßigkeiten im Mikrokosmos, dem Bau der Atome und Moleküle zu erkennen, wurden von Prof. Rudolf Haase, dem Leiter des Wiener Hans-Kayser-Instituts, fortgeführt.

Es überrascht heutzutage nicht, wenn neueste Meldungen aus Wissenschaft und Forschung von der Musik der DNS-Moleküle berichten. Denn die Tonzahlen sind ebenso im Bau der Geige zu entdecken wie auch Max-Plancks Quantentheorie. Im Einklang mit seiner Erkenntnis steht: " Natura saltat" - die Natur macht Sprünge. Max Planck kam beim Cellospiel dieselbe Idee von der Diskonsoität der Kultur.

Grabplatte: Die Harmonik der Welt
Grabplatte: Die Harmonik der Welt

Grabplatte: Die Harmonik der Welt (Bild: Monika Hermeling)

Die Hauptwerke Hans Kaysers

  1. 1950 konnte Kayser, mit Hilfe seiner Schweizer Verlegerfreunde sein Hauptwerk:"Lehrbuch der Harmonie" verwirklichen.
  2. 1952 entstanden in seinem Landhaus in Bollingen bei Bern, seine Werke, "Bevor die Engel sangen" und "Paestum".
Die Grundlage der Harmonik

Anerkennung und Auszeichnungen

Hans Kaysers Name wird laut Hans-Kayser- Institut für harmonikale Grundlagenforschung in aktuellen Publikationen im Zusammenhang mit harmonikalen Interpretationen unserer Welt in Hinweisen und Zitaten noch vor Goethe, Bach und Kepler genannt.

Im Bewusstsein seiner schwäbischen Landsleute hat seine Lehre bis zum Jahr 1962 wenig Bedeutung. Erst dann, zwei Jahre vor seinem Tod, erhielt Hans Kayser den Oberschwäbischen Kunstpreis.

Trotzdem blieb er Sigmaringen, seinen Bruder Erich und seinen Freunden Notar Ott und Theo Reiser treu. Bis zu seinem Tod besuchte er die Stadt und seine Freunde jährlich.

Gibt es eine Universitätsausbildung in diesem Bereich?

Die harmonikale Forschung ist als Universitätslehrgang weltweit ausschließlich an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien möglich.

Quellenangabe: Hans Kayser -ein Leben für die Harmonik der Welt Ein Überblick 
von Wolfram Benz (Eglofs, 1996)

Ein Gespräch mit dem Kayser-Experten Karl-Jörg Richter, dem ehemaliger Besitzer der Hofapotheke Sigmaringen.

MonikaHermeling, vor 21 Tagen
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