Aufgelichtete Wälder

Es gibt verschiedene Möglichkeiten wie Heide entstanden ist. Manche Heidegebiete waren vorher weit verbreitete Wälder. Viele Wälder wurden aufgelichtet durch Rodung, Beweidung und Feuer mit dem Ergebnis dass lichtliebende Pflanzengesellschaften wachsen konnten. Durch die Beweidung wurde Aufwuchs größerer Gehölze verhindert. Bei extremer Übernutzung aber kam es mitunter zur Bildung von Flugsand.

Heide

Heide (Bild: Andre Dierick)

Entzogene Nährstoffe

Heide ist teils auch gebildet durch entziehen von Nährstoffen durch sogenannten Plaggenhieb. Das heißt das Entfernen des Oberbodens insgesamt der Vegetation und der Wurzelzone. Die Plaggen (ausgestochene Rasenstücke) werden genutzt als Brennmaterial. Auch wird es verwendet als Einstreu in Stallungen und nachsdem wird es vermengt mit dem Kot der Tiere und als Dünger auf die Felder ausgebracht. Weitere Nährstoffe werden durch Beweidung entzogen und Niederschläge waschen die letzten verbleibenden Nährstoffe aus. Auf diesen degradierten Böden wachsen insbesondere Heidegewächse (Ericaceae) und Wacholder (Juniperus).

Heide

Heide (Bild: Andre Dierick)

Beweidung durch Tiere

Heide ist ebenfalls gebildet durch die Intensivierung der Schafhaltung, hauptsächlich ab Ende des Mittelalters. Die abgelegenen Gebiete wurden durch Schafe beweidet. Jedes Jahr wurde der Dünger auf die Felder gebracht der damit allmählich erhöht wurden. Diese Form der Landwirtschaft blieb in manchen Gebieten, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, bestehen. Aber heutzutage wird wieder durch intensive Beweidung mit Schafen, Schottischen Hochlandrindern und wilden Pferden die Heide offen gehalten und haben Gräser und Bäume keine Chance zum Wachsen.

Schottischen Hochlandrindern und ...

Schottischen Hochlandrindern und wilden Pferden (Bild: Andre Dierick)

Lüneburger Heide

Ein sehr bekanntes Gebiet mit viel Heide ist die Lüneburger Heide. Es ist eine große, überwiegend flachwellige Waldlandschaft, im Nordosten Niedersachsens, mit weiträumigen Heideflächen, besonders in den zentralen Teilen. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts wurden weite Teile Norddeutschlands bedeckt mit Heide, aber sie ist inzwischen großenteils verschwunden. Die Lüneburger Heide ist aufgrund der einzigartigen Landschaft ein bedeutender Tourismusschwerpunkt in Norddeutschland. Das Gebiet wird offen gehalten durch Beweidung mit Heidschnucken. Die Heidschnucken fressen die jungen Birkensprösslinge und sorgen so für den Erhalt der Heide. Für die Touristen ist es wichtig auf den Wegen zu bleiben, Hunde müssen angeleint werden und Müll muss wieder mitgenommen werden.

Heide

Heide (Bild: Andre Dierick)

Engagements von Naturschützern

Aber es gibt in Europa noch mehrere Heidegebieten. Dank des Engagements von Naturschützern und Kulturpflegern gibt es Gebiete die heute unter Naturschutz stehen. Es sind nicht nur beliebte Rückzugsgebiete für Wanderer, sondern auch Zufluchtsstätte für bedrohte Tierarten, wie seltene Vögel und Füchse, Hasen, Rehe oder seltene Reptilien und Insekten.

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