Heirat in klassizistischem Ambiente

Es hat etwas, in diesem ganz besonderen Ambiente zu heiraten; hier wo die Präsidenten der Republik von den Anfängen bis zum Umzug nach Berlin residiert haben. In dieser Villa, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Otto Penner im klassizistischen Stil ausgebaut worden war. Aber es ist die Villa ja nicht allein. Es ist auch der Landschaftspark rundum, der einstimmen mag auf Hochzeitsgefühle. Schon 1949 war Hermann Matern damit beauftragt worden, die Gärten der Villa Hammerschmidt und des Palais Schaumburg zu einem Park zusammenzufassen. Er gestaltete für die künftigen Bundespräsidenten – und nunmehr für Brautleute – einen offenen Landschaftspark mit frei schwingenden Wegen, großzügigen Rasenflächen und breiten "Sichtachsen" zum Rhein. Den vorhandenen alten Baumbestand ergänzte er durch teils seltene Nadelgehölze. Das alles gab und gibt dem Garten einen unverwechselbaren Charakter und den zeitgenössischen Plastiken von Heiliger, Marcks und Uhlmann einen romantischen Rahmen.

Ja sagen auf dem "Traumschiff" Moby Dick

Von 2011 an ist also Heiraten im präsidialen Bonner Dunstkreis möglich. Genauso wie in den "normalen" Standesämtern, im historischen Rathaus oder denen von Bad Godesberg, Beuel und Hardtberg. Aber nicht nur dort: Die Godesburg, das Heimatmuseum Beuel oder das Schlosshotel "Kommende Ramersdorf" erlauben jungen Paaren das Jawort. Und dann gibt es einen weiteren Clou. Man kann sich auch auf Schiffsplanken trauen lassen. Dies "Traumschiff" heißt Moby Dick, gehört zur Bonner Personenschifffahrts-Gesellschaft und liegt als erstes schwimmendes Standesamt in Bonn am Ufer vertäut. Nach der Trauungszeremonie geht es dann auf "große Fahrt", entweder Richtung Köln oder Koblenz.

Die "Bönnsche Bimmel" zur Fahrt ins Eheglück

Während der schlanke Schiffsrumpf des "Moby Dick" mit wertvoller Fracht an Bord das Wasser des Rheins durchschneidet, können andere Brautpaare die schönsten Stunden ihres jungen Lebens ratternd und schaukelnd auskosten. Bonn bietet nämlich, last but not least, die Möglichkeit, in der "Bönnsche Bimmel" den Weg ins Eheleben anzutreten. Auch das ist ein offizielles Trauzimmer der Stadt Bonn und will erläutert werden. Die "Bönnsche Bimmel" ist eine 100 Jahre alte Straßenbahn zur freien Fahrt ins Eheglück. Ihr Haltepunkt ist das "normale" Bonner Standesamt an der Poppelsdorfer Allee, wo das Brautpaar, die Trauzeugen, Gäste und der Standesbeamte die Bahn besteigen. Und los geht's in zwiefacher Hinsicht. Die Bimmelbahn dreht eine Runde durch Bonn über den Ortsteil Dottendorf und zurück. Derweil wird das Paar getraut. Das ist die Kurztour zum Eheglück. Es gibt aber auch noch eine genussvoll längere über fast drei Stunden hinweg über Beuel, Oberkassel, Oberdollendorf, Königswinter, Rhöndorf bis nach Bad Honnef und wieder zurück. Da man in dieser Zeit nicht nur von schöner Aussicht und junger Liebe leben kann, gibt es an Bord auch ein Hochzeitsmahl. In der Bönnsche-Bimmel-Werbung wird zudem versprochen: "Und Vater Rhein feiert mit".

 

 

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