Wie kann Körperwärme als zusätzliche Energiequelle genutzt werden?

Körperwärme als Heizung zu nutzen ist, laut Sundholm, in nordischen Ländern eine alte Technologie. Die Nutzung mittels Körperwärme der Bahnhofs-Besucher Wasser aufzuwärmen, das dann durch Rohre zu dem geplanten Bürogebäude geleitet wird, sei allerdings noch nicht erprobt..Die Umsetzung der Pläne ist, laut Sundholm, weder kompliziert noch teuer. Der Bau von Pumpen und Rohrleitungen kostet demnach für das geplante Objekt rund 21.200 Euro zusätzlich zu den Baukosten. Im Vergleich zu den gesamten Baukosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Kronen mache dies nicht viel aus, sagte Sundholm.

Für viele Menschen scheint die Vorstellung Gebäude mittels Körperwärme zu heizen ein Witz zu sein. Das liegt daran, daß bei alten Gebäuden die erforderliche Heizleistung so hoch ist, daß die rund 100 Watt Wärmeleistung pro Mensch nicht ins Gewicht fällt. Dennoch spielt sie bei Behausungen hochgedämmten Gebäuden wie Passivhäusern eine große Rolle.

Die Wärmerückgewinnung ist das eigentliche Geheimnis des Passivhauses: Die frische Luft von draußen wird mit der Energie der warmen Luft von drinnen aufgeheizt – so reicht zum Heizen des Hauses beinah ausschließlich die Körperwärme der Bewohner.

Projekte die mit Körperwärme heizen

Das Heizenergiekonzept der St. George School in Liverpool.

  • 50 Prozent Sonnenenergie,
  • 34 Prozent Abwärme der Beleuchtung,
  • 16 Prozent Abwärme der Studenten

(Quelle: Tagungsband zum 1.Österreichischen Symposium für Solararchitektur, Seite 99)

Projekt Altenheim Mönchengladbach-Rheydt

In Mönchengladbach-Neuwerk steht das erste Altenpflegezentrum des Landes NRW, das in Passivhaus-Bauweise errichtet wurde. "Für den Bauherren sind die geringen Energiekosten ein entscheidendes Argument. Aus Sicht der Bewohner spricht die hohe Wohnqualität für die Passivbausweise", erklärt Professor Rongen.

"Durch Zuschüsse und Minderaufwendungen - zum Beispiel für eine deutlich kleinere Heizungsanlage - belaufen sich die Mehrkosten für die Passivhausbauweise auf nicht einmal 59.000 Euro", erläutert der Architekt. Dem steht eine jährliche Einsparung durch verminder-ten Heizenergieverbrauch von rund 15.000 Euro gegenüber. "Das Altenzentrum Neuwerk ist das beste Beispiel, dass ökologisches Bauen auch ökonomisch sinnvolles Bauen ist", lobt Dipl.-Ing. Rainer van Loon von der Energieagentur NRW. Passivhäuser liegen mit ihrem Heizenergieverbrauch rund 80 Prozent unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Niedrigenergie-Standard. Sie zeichnen sich durch eine höchstmögliche Dämmung aus. Zusätzlich zur luftdichten Gebäudehülle werden besonders gut gedämmte Fenster verwendet. Auf ein aktives Heizsystem kann deshalb weitgehend verzichtet werden. In den Bewohnerzimmern des Altenpflegezentrums Neuwerk gibt somit auch keine Heizkörper, sondern lediglich kleine Luft-heizregister für sehr kalte Tage. Frischluft wird über eine Lüftungsanlage zugeführt, die vom Kölner Ingenieurbüro Nordhoff geplant worden ist. Die Luft gelangt dabei erst nach dem Weg über einen im Erdreich verlegten Wärmetauscher ins Gebäude. Auf diese Weise wird sie im Sommer vorgekühlt und im Winter vorgewärmt.

Projekt Hardtschule

Der Schongauer Architekt Fritz Weinberger plant eine komplett neue Fassade mit viel kleineren Glasflächen. Weitere Kernpunkte der Renovierung sind ein komplett neues Heiz- und Lüftungssystem (mit rund 70 Prozent Energie-Einsparung, so Planer Weinberger: "Wir heizen mit der Körperwärme der Kinder" und große Windfänge an den Eingängen.

Wärme aus Datenzentren in Schweden

Projekt Bruck Pinzgau

Die landwirtschaftliche Fachschule in Bruck (Pinzgau) wird zum Energie-Effizienz-Vorbild umgebaut: Die Wärme der Sonneneinstrahlung über die Glasfront des Speisesaales, die Körperwärme der Benutzer und besonders die in der Küche entstehende Betriebswärme werden nahezu vollständig zur Heizung genützt.

Voraussetzung für dieses Heizmodell sind die Aktivierung des Betonkerns im Gebäude und die kontrollierte Raumlüftung. Überschüssige Wärme kann zwischenzeitlich in den isolierten massiven Betonwänden des Kellers gespeichert und bei Bedarf abgerufen werden.

Er wolle im eigenen Bereich - dazu gehören auch die landwirtschaftlichen Schulen - mit gutem Beispiel für Energieeffizienz vorangehen, sagt Energie-Landesrat Sepp Eisl (ÖVP). Das Konzept mache den zusätzlichen Anschluss an einen externen Energieversorger überflüssig und er sehe im Umbau von Landwirtschaftsschule und Internat in Bruck auch einen Impuls für die regionale Wirtschaft, betont Eisl.

Quelle: salzburg.ORF.at, Energieagentur NRW

 

MonikaHermeling, vor 26 Tagen
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Bildquelle:
Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (A (So können Kommunen an der Energiewende teil nehmen)

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