Wie erreicht man, dass Alkoholabhängige sich behandeln lassen?

BierIn einer Beziehung wird am ehesten der Partner / die Partnerin merken, dass etwas nicht stimmt. Dass der tägliche Alkoholgenuss nicht normal sein kann. Wahrscheinlich wird er oder sie am Anfang ziemlich zwiespältig reagieren. Wird sich fragen, ob es tatsächlich zu viel Alkoholkonsum ist oder doch noch im Bereich des Normalen liegt. Ob die eingeschlafene Beziehung, die Gleichgültigkeit des Partners, an der Länge des Zusammenseins oder doch am Alkohol liegt.

Hier heißt es, tätig zu werden. Versuchen, dem Partner Erfolgserlebnisse zu verschaffen, ohne dass Alkohol mit im Spiel ist. Keine ständigen Vorwürfe, diese bewirken nur einen verstärkten Griff zur Flasche. Notfalls androhen, dass man ihn verlässt, wenn der übermäßige Alkoholgenuss nicht eingestellt und Hilfe von einem Fachmann in Form eines Therapeuten oder einer Entzugsklinik in Anspruch genommen wird. Das sollte man auch tatsächlich durchziehen, wenn der Partner sich uneinsichtig zeigt und nicht bereit ist, etwas an der Situation zu ändern. Damit hilft man zwar nicht ihm, bewahrt aber sich selbst und die Kinder vor den weiteren schlimmen Folgen des Alkoholismus.

Wer ist am meisten gefährdet?

Nicht jeder wird auch süchtig. Es fällt auf, dass es sich bei den Alkoholabhängigen meist um Menschen handelt, die im Grunde eher schüchtern und unsicher sind. Sie gehen Problemen lieber aus dem Weg und haben oft Schwierigkeiten ihr Bedürfnis nach Nähe und Zuwendung zu befriedigen. Sie stellen fest, dass mit der entsprechenden Menge Alkohol im Blut, alles viel leichter erscheint. Also versuchen sie, dieses positive Gefühl regelmäßig herzustellen.

Auch Kinder mit einem Elternteil, der alkoholabhängig ist oder war, gelten als besonders gefährdet. Sowieso wollen Jugendliche sich herausheben und zeigen, dass sie ganz vorne mit dabei und besonders lustig sind. Aber wie man sehr gut an der Anti-Alkohol-Werbung in den Medien sieht, kennen sie häufig ihre Grenzen nicht. Damit riskieren sie nicht nur ihre Gesundheit und ihr Leben, sondern machen sich auch zum Gespött der Anderen, da Alkohol enthemmt. Außerdem steigt die Gewaltbereitschaft enorm, denn alkoholisierte Menschen fühlen sich stark.

Wie viel Alkohol darf es sein?

RotweinGefragt sind die Angehörigen und Freunde, da ein Alkoholabhängiger nicht mit Abschreckungsmaßnahmen zu beeindrucken ist. Wirkungsvoll verschließt er die Augen vor den Tatsachen und will nicht wahr haben, dass das, was man ihm als Abschreckung vor Augen führt, auch auf ihn zutreffen könnte. Dabei ist es so wichtig, dass auch er das Risiko erkennt und Maßnahmen ergreift, der Sucht entgegen zu wirken.

Rund 90 Prozent der Bevölkerung trinken mindestens einmal pro Woche Alkohol. Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Ein Gläschen Bier oder Wein soll sich ja positiv auf die Gesundheit auswirken. Zumindest dann, wenn der Konsument ansonsten gesund ist. Es wirkt anregend und gleichermaßen entspannend. Kritisch wird die Situation schon bei einem Glas, wenn eine Erkrankung vorliegt, Medikamente eingenommen werden oder ganz und gar, wenn man bereits einen Alkoholentzug hinter sich hat.

Hohe Akzeptanz von Alkohol in der Gesellschaft

Was relativ harmlos mit Partys und Feiern, dem Feierabendbier, dem Männer- oder Frauenabend, dem Aperitif, dem Gläschen Wein beim Essen und sonstigen Gelegenheiten beginnt, kann im Laufe der Zeit fast unmerklich zu einer Sucht werden. Durch die gesellschaftliche Akzeptanz des Alkohols fällt Außenstehenden die Sucht erst spät auf. Es ist irrelevant, aus welcher Schicht der oder die Betroffene kommt. Alle Schichten sind vertreten, von der unteren Schicht, der Mittelschicht oder aus der oberen Schicht. Wie man nur zu häufig in den Medien lesen und hören kann, verfallen auch viele Berühmtheiten der Alkoholsucht.

Interview mit Ex-Alkoholiker Uli Borowka

Der Umgang mit Ex-Alkoholikern

Wenn der Partner sich bereit zeigt, den Weg des Alkoholentzugs zu gehen, ist es gut, wenn beide an einer Therapie teilnehmen. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass die Beziehung nie wieder so werden wird wie vorher, da sich in der Zeit des Alkoholproblems die Kompetenzen verschoben haben. Ist alles überstanden, sind Selbsthilfegruppen, die sich in vielen Städten gebildet haben und die Anonymen Alkoholiker unterstützend bereit, einen Rückfall zu verhindern. Ein erfolgreich behandelter Alkoholiker darf nie wieder Alkohol zu sich nehmen, egal in welcher Form. Ansonsten ist ein Rückfall vorprogrammiert. Auch Freunde und Bekannte sollten darauf Rücksicht nehmen und bei keiner Gelegenheit dem Geheilten Alkohol anbieten.

Bildquelle: Pixabay

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Mein Alkoholkonsum - Die Umfrage ist anonym
Ajerrar, am 04.08.2013
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