Hitlers Situation nach dem 1. Weltkrieg

Nach dem verloren gegangenen Weltkrieg wurden viele Soldaten aus dem Dienst entlassen. sie standen oftmals mittellos auf der Straße und mussten sich neu orientieren. Hitler hatte Glück, er konnte beim bayerischen Übergangsheer bleiben und etablierte sich dort. Er wurde der Propagandamann, zuständig für München. Im Rahmen dieser Aufgabe besuchte die politischen Versammlungen der DAP. Hier begann seine Karriere als politischer Redner und bald wurde er 1. Vorsitzender der DAP, die später in NSDAP umbenannt wurde.

Hitlers Begegnung mit Helen Bechstein

Hitler lernte Frau Bechstein durch Dietrich Eckart kennen. Eckart, der sich in Berlin einen Namen als Dichter und Dramaturg gemacht hatte, verfügte über gute Kontakte zur rechten völkisch-nationalen Szene. In München lernte er Adolf Hitler kennen und freundete sich mit ihm an. Dietrich Eckart stellte Adolf Hitler vielen seiner Bekannten vor, auch die Bechsteins wurden Hitler in deren Salon vorgestellt. Die Bechsteins standen den alldeutschen Kreisen sehr nahe und fanden schnell Interesse an den politischen Plänen Adolf Hitlers.

Die Eheleute Helene und Edwin Bechstein

Edwin Bechstein war der Sohn des Firmengründers Carl Bechstein, der 1853 das Unternehmen Bechstein gründete. Er hatte drei Söhne, von denen Edwin (1859 - 1934) der älteste Sohn war. Edwin Bechstein heiratete 1905 in London Helene Bechstein, die eine geb. Capito war. Helene Bechstein geb. Capito hatte am 21. Mai 1876 in Düsseldorf das Licht der Welt entdeckt.

Helene Bechstein führte in Berlin einen bekannten Salon, in dem viele Größen der damaligen Gesellschaft Berlins verkehrten, wie z. B. General Kurt von Schleicher, die Eheleute von Hammerstein und viele mehr.

Die Bechsteins hatten zwei Kinder, Edwin und Liselotte. Helene Bechstein hätte es gern gesehen, wenn Adolf Hitler ihr Schwiegersohn geworden wäre, doch Hitler zeigte daran kein Interesse. Beide, Edwin und Helene Bechstein, waren mit Hitler sehr eng verbunden und blieben es bis zu ihrem Tode. Edwin Bechstein, der am 15. September 1934 starb, wurde in Berlin feierlich beerdigt. An dieser Zeremonie nahmen neben Hitler auch viele hochrangige Führer der NSDAP teil.

Persönliche Zuneigung Helene Bechsteins zu Hitler

Helene Bechstein war ein sehr selbstsichere Frau, die sich auch aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung sehr sicher in der Gesellschaft bewegen konnte. Hitler wirkte zu Beginn seiner politischen Laufbahn eher schüchtern und im gesellschaftlichen Umgang unbeholfen. Gerade diese Elemente waren es, die Frau Bechstein gefielen, hier kam der Mutterinstinkt von Frau Bechstein zu Tage. Als Hitler in Landsberg inhaftiert war, besuchte sie ihn des öfteren. Einmal gab sie bei einem Besuch dort Hitler als ihren Adoptivsohn an. Auch nach seiner Entlassung hielt sie weiter zu Adolf Hitler und machte es sich wieder zur Aufgabe, Hitler im gesellschaftlichen Umgang salonfähig zu machen und Kontakte herzustellen. Dieser Aufgabe widmete sie sich zusammen mit Elsa Bruckmann und Winifred Wagner.

Die Beziehung zu Adolf Hitler basierte darauf, dass Helene Bechstein mehr den Menschen Adolf Hitler als der Politiker Adolf Hitler interessierte. Das blieb auch so während der weiteren Zeit, ja es gab sogar Momente, wo sie Hitler für seine Politik kritisierte. Sie konnte sich das durch die Enge Beziehung zu Hitler erlauben. Schon sehr früh wurden sie Duzfreunde und sie nannte ihn Wolf.

Die Förderin Helene Bechstein

Als sie den Menschen und Politiker Adolf Hitler kennen gelernt hatte und die Beziehung immer enger wurde, wandte sich Hitler an sie und ihren Mann Edwin Bechstein zwecks finanzieller Unterstützung der Partei und seiner Person.

Die Bechsteins verfügten aufgrund der weltbekannten Pianofabrik über ein beträchtliches Vermögen. Somit waren sie in der Lage großzügig mit Spenden und Zuwendungen umzugehen. Die Zuwendung an Hitler fing damit an, dass Helene Bechstein zusammen mit Elsa Bruckmann Hitler stilgerecht einkleidete. Helene Bechstein war auch der Ansicht, dass Hitler das beste Auto haben sollte. Sie gewährte ihm hierfür ein Darlehen über eine beträchtliche Summe.

Hitler wurde sehr schnell klar, dass er ein Medium brauchte, um seine Ideen bekannt zu machen. So erwarb die NSDAP den Völkischen Beobachter. Durch diese Übernahme kam die Partei stark in finanzielle Bedrängnis und trieb fast in den Ruin. Hitler reiste damals quer durch Deutschland um neue Finanzquellen zu erschließen. Frau Bechstein war dabei eine der Hauptsponsoren. Selbst als die Firma Bechstein selbst in finanziellen Nöten war, stellte sie ihren Schmuck und Bilder als Pfand für ein Darlehen an Hitler zur Verfügung. Wie viel sie insgesamt gespendet oder als Darlehen gewährt hat, kann absolut nicht ermittelt werden, die Summe dürfte aber gewaltig sein. Helene Bechstein wurde für Ihre Unterstützung der NSDAP 1934 mit dem Goldenen Parteiabzeichen geehrt, obwohl sie damals kein Parteimitglied war. Erst 1943 wurde sie Mitglied der NSDAP.

Hitler und der Obersalzberg

Die Bechsteins waren es auch, die Hitler mit dem Obersalzberg in Verbindung brachten. Sie besaßen dort schon seit langem ein Haus. Später kauften sie ein standesgemäßes Haus am Obersalzberg, das sie Villa Bechstein nannten. Hitler mietete sich anfangs in das Haus Wachenfeld ein, das er 1933 kaufte und später zum Berghof ausbaute. Der Obersalzberg wurde sein eigentliches Domizil. Hierhin kam er immer wieder, um sich zu erholen. Als der Berghof fertig war und vollständig zu einer Residenz ausgebaut war, empfing Hitler hier auch Staatsgäste. Helene Bechstein verkaufte ihr Haus am Obersalzberg an die NSDAP, als dieses für den Ausbau des Berghofes benötigt wurde. Als Ausgleich wurde ihr ein anderes Haus versprochen, doch dazu kam es nicht mehr.

Das Leben nach Hitlers Selbstmord

Das Kriegsende erlebte Helene Bechstein in Brambach, nachdem ihr Haus in Berlin 1944 zerstört wurde. Sie kam mit einem Transport nach Berchtesgarden. Sie überlebte Hitler um 6 Jahre und starb am 20. April 1951 im Alter von 74 Jahren in Bertesgarden, wo sie auch beerdigt wurde.

1958 kam es in Berlin zu einem Sühneverfahren gegen Helene Bechstein sowie ihre Erben. Der Sühnebetrag wurde auf 30.000 DM festgesetzt und wurde dem hinterlassenen Vermögen entnommen.

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