Was ist Hydrokultur?

HydrokulturDie klassische Hydrokultur wurde vor circa 35 Jahren entwickelt.

Hydrokultur leitet sich ab von dem griechischen Wort "hydro" für Wasser und dem lateinischen "cultura".

Also etwas, das vom Menschen selbst gestaltet und durch Wasser hervorgebracht wird!

Dabei handelt es sich um eine Form der Pflanzenhaltung, bei der die Pflanzen in einem anorganischen Substrat und entsprechenden Töpfen wurzeln.

Bei einer herkömmlichen Haltung wachsen Pflanzen in Substraten aus organischen Bestandteilen.

Bildquelle: Rita Thielen  / pixelio.de

Die Versorgung mit Nährstoffen erfolgt bei der Hydrokultur über eine wässrige Lösung mit anorganischen Substanzen.

Hydrokultur ist ein Pflanzsystem mit der Möglichkeit, Wasser in einem Pflanzgefäß oder einem Pflanzbecken zu bevorraten und so die Gießintervalle zu vergrößern. Dieses System ist nicht nur für den Innenbereich geeignet. Auch Gartenteichbecken im Freien lassen sich damit gestalten.

Das richtige Substrat - In welchem Substrat wachsen die Hydrokultur Pflanzen ?

Als Substrat für dieses Pflanzsystem wird ein körniger, granulierter Blähton verwendet. Auch Kies, Basalt oder Perlit sind gebräuchlich.

Zur Aussaat kann Mineralwolle verwendet werden. Die Jungpflanzen werden dann, nach Erreichen einer bestimmten Größe, in andere Substrate und geeignete Töpfe umgesetzt.

Das Substrat gibt den Wurzeln Halt, so können die Pflanzen aufrecht wachsen. Zur Ernährung der Pflanzen trägt es nicht bei.

Bei der Verwendung von Gestein sollten Sie immer darauf achten, dass das Material frei von Kalk ist, so wird der pH-Wert der Nährlösung nicht übermäßig angehoben.

Das Substrat muss einige grundsätzliche Voraussetzungen erfüllen:

  • Es muss von fester Struktur sein, darf sich nicht verdichten und auch bei längerem Gebrauch keinerlei Veränderungen aufweisen.
  • Es darf keine Fäulnis verursachen und dadurch die Pflanzen schädigen.
  • Es darf keine Stoffe enthalten, die Pflanzen schädigen.
  • Es soll die Wasser- und Luftführung im Wurzelbereich mittels Kapillareffekt sicherstellen.
  • Die Körnung muss der Wurzelform (schwacher oder starker Wachstum) der Wurzeln entsprechen.
  • Das Eigengewicht sollte dem Wachstum der Pflanze entsprechen. 

Diesen besonderen Eigenschaften kommt der, heute fast ausschließlich verwendete, Blähton am nächsten. Er ist unter der Bezeichnung Lecaton im Handel erhältlich. Dieser Name leitet sich aus der englischen Kennzeichnung "Light expanded clay aggregate" ab.

Der passende Topf - Spezielle Töpfe für die Hydrokulturpflanzen?

Der Pflanztopf nimmt die Wurzeln und das Tongranulat auf. Er bietet perfekte Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum.

Der Kulturtopf soll den Blähton festhalten und Wurzeln herauswachsen lassen.

Durch Schlitze im unteren Bereich können die Wurzeln durch das Hydrogefäß (Übertopf) hinauswachsen.

Die Töpfe besitzen an einer Seite die Aussparung für den Wasserstandsanzeiger. Kulturtöpfe sind mit den Wasserstandsanzeigern abgestimmt und in Höhe und Durchmesser festgelegt.

Der Wasserstandsanzeiger wird senkrecht angebracht. Er hat einen Schwimmer, der den Wasserstand und den Wasserbedarf jederzeit anzeigt. Die Skala zeigt Minimum, Optimum, Maximum an. Der Wasserstandsanzeiger informiert auch über den richtigen Zeitpunkt zum Düngen.

Moderne Kulturtöpfe bestehen aus Polypropylen-Kunststoff (PP) und sind leicht elastisch.

Einige Anbieter bieten noch kleine Extras wie, die Einklippmöglichkeit für einen Haltestab bei Kletterpflanzen oder an der Unterseite des Topfes befindet sich eine Mulde. Hier können Sie eine Nährstofftablette einlegen.

Ein wasserdichter Übertopf nimmt den Kulturtopf dann mit seiner Pflanze und dem Wasserstandsanzeiger auf. Dieser sollte ausreichend groß ausgewählt werden, die Wurzeln der Zimmerpflanze benötigen genügend Platz.

Damit der Wasserstandsanzeiger korrekt arbeiten kann, gibt es genormte Systeme von Kultur- und Übertöpfen für die Hydrokulturpflanzen.

Gefäße aus Kupfer oder Messing verwenden Sie bitte nur, wenn die Pflanze darin in einem separaten Kunststofftopf steht. Ein Auskleiden mit Teichfolie ist eine weitere Möglichkeit. Ebenso wie die Verwendung von Bootslack, der hält allerdings maximal 2 Jahre und sollte regelmäßig erneuert werden.

Edelstahl 18/10 ist auch gut geeignet, lichtundurchlässig Glas ist recht dekorativ. Bitte kein für Licht durchlässiges Glas verwenden. Es bilden sich sonst Algen, die der Pflanze schaden.

Geeignete Pflanzen für die Hydrokultur - Der Hydrotipp

Fast alle Zimmerpflanzen gedeihen in Hydrokultur. Am besten kaufen Sie die Pflanzen in speziellen Fachgeschäften oder Hydrogärtnereien.

So entgehen Sie allen Problemen mit Fäulnis und Schädlingsbefall, die zu preisgünstige Anbieter mit sich bringen.

Der Standort im Zimmer bestimmt natürlich die Auswahl. Auch hier wird man Sie in Fachgeschäften kompetent beraten, das gehört zum Service.

Edle Palmen wie Kentiapalme, die Betelnuss- und Bergpalme und das beliebte Zyperngras eignen sich gut.

An Bögen rankende Kletterpflanzen wie der Kletterficus und Züchtungen mit farbenfrohen Blättern, so wie die Efeutute oder Kroton sind wahre Hingucker.

Sukkulente wie der Flaschenbaum, Yucca, Zimmerfarne, Kalanchoe oder die Dieffenbachie können Sie kultivieren.

Auch Blühpflanzen sind ideal für die Hydrokultur. Einfach zu pflegende Dauerblüher wie Usambaraveilchen oder Begonien setzen kleine Highlights.

 

Maja Dumat / pixelio.deEs finden sich aber auch Besonderheiten.

Vor wenigen Jahren dachte man noch nicht, dass sich Orchideen als "hydrotauglich" erweisen. Blähton zersetzt sich nicht im Laufe der Zeit und erspart Ungeübten ein,nicht ganz einfaches, Umpflanzen der Exoten.

Am besten eignen sich Schmetterlingsorchideen oder Frauenschuhe. Orchideen reagieren schlecht auf Nässe. Deshalb wird der Wasserstand nur bis zur halben Höhe der Optimum-Marke ausnutzen. Zeigt der Gießanzeiger "Minimum" an, warten Sie 2 bis 3 Tage mit dem Auffüllen. Gedüngt wird in halber Dosierung.

Bildquelle: Maja Dumat / pixelio.de

Welchen Dünger für die Innenraumbegrünung?

Perfekt gedüngt! Langzeitdünger ist in Form von Tabletten, Nährstoffbatterien oder kleinen Perlen im Handel erhältlich.

Er versorgt Hydrokulturen über mehrere Monate lang mit allen notwendigen Nährstoffen.

Flüssigdünger muss regelmäßig ins Gießwasser gegeben werden. Andere Formen werden in entsprechenden Depots der Kulturtöpfe untergebracht.

Joppe_Fischer, am 29.09.2012
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Warum haben Rosen keine Dornen?)

Autor seit 4 Jahren
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