Eine Hausstauballergie wird durch winzige Spinnentierchen – die Hausstaubmilbe – ausgelöst. Mit bloßem Auge nicht zu erkennen leben diese vor allem in Betten, Polstermöbeln und Teppichen und ernähren sich von Hautschuppen. Der Kot der Milben verteilt sich als feiner Staub in der Umgebung, wird eingeatmet und ist der Faktor, der eine Allergie auslösen kann.

 

Alles über die Hausstaubmilbe

Die Hausstaubmilben sind eine Gattung der Milben, die zu den Spinnentieren zählen. Die häufigsten Hausstaubmilbenarten sind Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae. Weltweit sind bisher sieben Arten der Gattung und...

Die Symptome der Hausstauballergie

Bei manchen Menschen löst das Einatmen der ansonsten harmlosen Eiweißstoffe der Hausstaubmilben eine übersteigerte Rektion des Immunsystems aus und es kann zu folgenden Erscheinungen kommen:

 

  • verstopfte oder laufende Nase mit Niesreiz besonders in den Morgenstunden
  • Juckreiz und Rötung in den Augen
  • Hustenreiz und vermehrte Schleimbildung in den Bronchien
  • Juckreiz und Ausschlag auf der Haut
  • Beschwerden treten im Gegensatz zu Pollenallergien oft verstärkt im Winter auf, da die trockene Heizungsluft die absterbenden Milben und ihren Kot schneller zerfallen lässt und noch dazu aufwirbelt

 

Vor allem wenn diese Symptome über mehrere Wochen anhalten, nachts und morgens am schlimmsten sind und tagsüber etwas nachlassen, sollte man an eine mögliche Hausstauballergie denken und schnellstens einen Arzt aufsuchen, um Folgeschäden wie Asthma so weit wie möglich zu vermeiden.

Die Diagnose der Hausstauballergie

Die Diagnose der Hausstauballergie stützt sich auf mehrere Säulen. Wichtig ist ein intensives Gespräch mit dem Arzt, der erfragen wird, zu welchen Zeitpunkten die Beschwerden am stärksten sind und ob es familiäre Vorbelastungen gibt. Dann wird ein Prick-Test durchgeführt, bei dem verschiedene allergieauslösende Stoffe auf den Unterarm aufgetragen werden. Anhand der Hautreaktion kann abgelesen werden, gegen welche Allergene der Patient überempfindlich reagiert. Um die Diagnose vollständig zu sichern, kann außerdem ein Labortest zu Rate gezogen werden, in dem die Milbenallergene im Blut nachgewiesen werden. Wenn dann auch noch der Provokationstest durch Einbringen von Hausstaub in die Nase mit einer allergischen Reaktion ausgeht, kann man die Diagnose einer Hausstauballergie als gesichert betrachten.

Der Arzt führt einen Prick-Test durch
Prick-Test zur Feststellung einer ...

Prick-Test zur Feststellung einer Allergie

Die Behandlung der Hausstauballergie

Nach gesicherter Diagnose sollte man sofort die Behandlung einleiten, damit sich aus den Beschwerden kein Asthma entwickeln kann und man seine Lebensqualität wieder erhöht. Beste Therapie ist die Vermeidung der Allergene, was sich natürlich bei der Hausstauballergie schlecht machen lässt. Dennoch kann man einige Maßnahmen ergreifen, um den Hausstaubmilben das Leben zu erschweren. Dazu erfahren Sie in diesem Artikel mehr:

Zur Sofortbehandlung stehen zahlreiche Medikamente in Form von Nasen- oder Augentropfen und Tabletten zur Verfügung, die die allergischen Beschwerden schnell und effektiv lindern können. Diese Medikamente unterdrücken allerdings nur die Überreaktion des Körpers und bekämpfen nicht die Überempfindlichkeit des Immunsystems als Ursache der Allergie. Empfehlenswert ist daher unbedingt eine Desensibilisierungsbehandlung in Form einer spezifischen Immuntherapie.

Hyposensibilisierung bei Hausstauballergie auf zwei Wegen möglich

Die spezifische Immuntherapie wird auch Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung genannt und kann auf zwei Wegen erfolgen, die in der Regel jeweils über drei Jahre andauern. Eine Möglichkeit ist das Einspritzen des Allergens unter die Haut durch den Arzt. Dabei beginnt man zunächst mit einer wöchentlichen Spritze, wobei die Dosis der eingespritzten Allergene stetig erhöht wird. Im weiteren Verlauf bekommt der Patient etwa alle 4 Wochen eine Spritze und nach Ablauf der Behandlung soll sich der Körper soweit an den allergieauslösenden Stoff gewöhnt haben, dass er dann nicht mehr in Form von Niesattacken oder Hautauschlägen rebelliert.

 

Die zweite Möglichkeit ist die sublinguale Immuntherapie, die vom Patienten selbst durchgeführt werden kann. Dabei werden Tropfen unter die Zunge gebracht, etwa zwei Minuten im Mund behalten und anschließend geschluckt. Auch hier wird am Anfang die Dosis der aufzunehmenden Allergene langsam gesteigert. Die Behandlung muss hier allerdings mehrmals wöchentlich bis täglich durchgeführt werden. Die sublinguale Immuntherapie ist besonders für Kinder geeignet, aber auch für Patienten, die Angst vor Spritzen haben oder zeitliche Schwierigkeiten haben und einen Arzt nicht regelmäßig aufsuchen können. Auch stehen in einigen Gebieten nicht ausreichend Ärzte für eine Spritztherapie zur Verfügung.

 

Die sublinguale Immuntherapie hat allerdings den Nachteil, dass sie bei Erkältungskrankheiten unterbrochen werden und dann ggf. wieder eine Anfangsbehandlung erfolgen muss. Für den Erfolg ist es auch wichtig, ein Tagebuch über die Verträglichkeit und das tägliche Befinden zu führen, damit man für den Arzt bei den relativ wenigen Arztbesuchen gegenüber der Spritzenbehandlung ein aussagekräftiges Bild erstellen kann.

Hyposensibilisierung bei Hausstauballergie nicht immer von Erfolg gekrönt

Selbst wer sich einer Hyposensibilisierung bei Hausstauballergie unterzogen hat, wird damit nicht endgültig von der Allergie befreit. Je nach körperlicher Konstitution wird eine Besserung des Befindens nur vorübergehender Natur sein, da man dem Auslöser der Allergie nicht endgültig aus dem Weg gehen kann. Gegebenenfalls muss die Hyposensibilisierung nach einigen Jahren wiederholt werden.

 

Linderung bringt auch der Aufenthalt in Gebieten über 1200 Meter Höhe oder im Reizklima des Meeres, da sich in diesen Bereichen wenig bis gar keine Allergene befinden. Wer seinen Urlaub regelmäßig in wenig belasteten Gegenden verbringt, leistet damit auch einen wichtigen Beitrag, um der Gefahr der Entwicklung eines Asthmas entgegen zu wirken.

 

Außerdem ist es von großer Bedeutung, im Wohnbereich die Milbenallergenmenge deutlich gering zu halten. Wichtige Hinweise dazu finden Sie im oben aufgeführten Artikel.

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