Warum nützliche Insekten im Bio-Garten wichtig sind

Eine Reihe von Insekten trägt wesentlich zu Erhaltung des natürlichen Gleichgewichts im Garten bei, indem sie Bestäuber oder Schädlingsvernichter sind. Hummeln und andere Wildbienen sind für die Bestäubung der Obstbäume wichtiger als die Honigbienen. Sie unterscheiden sich auch in ihrer Lebensweise grundsätzlich von den bekannten Honigbienen, da sie nicht in großen Kolonien leben. Je nach Art bauen sie Brutröhren in altem Holz, Schilf oder Steinspalten. Die Hälfte der 700 heimischen Arten von Wildbienen ist jedoch bedroht, da ihre Lebensräume dezimiert werden.

Ohrwürmer, Florfliegen, Schlupfwespen und Marienkäfer lieben Blattläuse. Ein Ohrwurm kann pro Nacht bis zu 120 Blattläuse fressen, ein ausgewachsener 7-Punkt-Marienkäfer bringt es sogar auf 150 Blattläuse pro Tag. Auf dem Speisezettel der gelben 22-Punkt-Marienkäfer stehen Mehltaupilze. Nützlinge tragen daher wesentlich dazu bei, dass in einem naturnahen Garten keine Umweltgifte zum Einsatz kommen müssen, um Schädlinge loszuwerden.

Bild: 22-Punkt-Marienkäfer, Bilder: www.pixelio.de

Brauchbare Materialien für Insekten-Nisthilfen

Dicke Holzklötze oder Rundholzscheiben aus hartem Holz wie Buche, Esche oder Eiche, dienen als Insektennistholz. In das Holz werden verschieden lange und große Löcher gebohrt, schräg nach oben verlaufend. Nadelhölzer sollten nicht verwendet werden, da sich die Holzfasern in den Bohrlöchern bei Feuchtigkeit aufstellen, was Wildbienen nicht schätzen.

Auch dicke Wellpappe kann verwendet werden. Die Pappe wird möglichst dicht zusammengerollt und zum Beispiel in eine leere Getränkedose gesteckt. Der Rand der Dose sollte etwas über die Pappe stehen.

Dosen können auch mit Bündeln aus gleichmäßig zugeschnittenen Zweigen gefüllt werden. Auch Stroh- oder Schilfhalme und Bambus kommen in Frage. Bei diesen kleinen Röhren ist wichtig, dass auf einen Abschluss nach hinten geachtet wird. Wenn Bambus direkt nach einem Knoten abgesägt wird, gibt es immer ein offenes und ein geschlossenes Ende. Zweige, Schilf oder ähnliches sollten in der Dose mit Heißkleber fixiert werden.

Selbst Hohlblockziegel aus Ton sind als Nisthilfe geeignet. Sie werden so montiert, dass die Löcher waagrecht sind.

Von der Strohhütte bis zum Zimmer aus Vollholz: Ideen für selbstgebaute Insektenquartiere

Ein zusammengebundenes Bündel aus Schilfhalmen oder Zweigen kann bereits als einfacher Unterschlupf dienen. Diese Bündel können leicht hergestellt und an sonnigen Plätzen an Zäunen montiert werden. Ein Nützlingshaus aus Holz bietet auf kleinstem Raum Unterschlupf und Brutmöglichkeiten für eine Vielzahl an Insekten. Es lässt sich mit ein bisschen handwerklichem Geschick und mit geringem finanziellem Aufwand leicht selbst bauen. Ein einfaches Modell besteht aus einem Rahmen aus 4 Brettern, die in etwa eine Breite von 10 bis 15 cm haben sollten. Natürlich können Sie auch ein dreieckiges Haus bauen, oder ein fünfeckiges. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Der Innenraum wird dann mit den zuvor beschriebenen Nistmaterialien aufgefüllt und eventuell noch mit Zwischenbrettern unterteilt. Diagonal aufgehängt und je nach Art der Ausgestaltung der Inneneinrichtung kann so ein Insektenquartier durchaus hübsch anzusehen sein. Nisthilfen sollten geschützt vor Wind und Regen an sonnigen Südwänden oder an der Südseite von Bäumen aufgehängt werden.

Ohrwurmtöpfe als Tagesversteck

Für Ohrwürmer bindet man am besten umgekehrte, mit Stroh oder Holzwolle ausgestopfte Tontöpfe auf Äste an Obstbäumen. Die nachtaktiven Ohrwürmer haben dann untertags direkt am Futterplatz eine Versteckmöglichkeit.

Blumentöpfe für Hummeln

Erdhummeln kann man ein Quartier aus alten Tontöpfen bieten. Diese werden locker mit Heu gefüllt und verkehrt herum eingegraben. Das Einflugloch sollte mit einer Art Dach versehen werden, damit es nicht hineinregnen kann. Dazu kann man zum Beispiel eine Tonscherbe oder eine Steinplatte, abgestützt mit einem Stein, darüber legen.

Autor seit 5 Jahren
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