Mein Hintergrund

Als Therapeut mache ich regelmäßig die Erfahrung, dass die Mehrheit der Gründe für Wirbelsäulen- und Gelenkserkrankungen nicht im Knochensystem, sondern in internistischen Störungen und Erkrankungen zu finden sind. Für Befundungen steht mir mit der Energetisch- Statischen-Behandlung ESB/APM eine Vielzahl Möglichkeiten zur Verfügung. So kann beispielsweise mit Methoden der chinesischen Medizin auf Organsysteme mindestens vorübergehender aber spontan normalisierender Einfluss ausgeübt werden. Aus diesen Reaktionen lassen sich Erkenntnisse über Verursacher ableiten, die durch Labor, Röntgen etc. zusätzlich gesichert werden. 

Im folgenden Text wird hauptsächlich von Veränderungen der Körperoberfläche bei internistischen Erkrankungen die Rede sein, wie sie bei Segmenttherapieverfahren, beispielsweise der Bindegewebsmassage genutzt werden. Es handelt sich um ein Befundungs- und Behandlungsverfahren dessen Wirkungsprinzip vor etwas mehr als 100 Jahren entdeckt wurde. Mit dieser Technik sind zwar Differenzialdiagnosen nicht möglich, sie ermöglicht jedoch globale aber dennoch gezielte Hinweise auf gestörte Organsysteme. 

Um einen ersten Eindruck von den Möglichkeiten zu ermöglichen, hier folgende stark vereinfachte Beschreibung: Bei Organstörungen verklebt (verwächst, verhaftet) außerhalb der betroffenen Organe die unterste Hautschicht mit den obersten Anteilen der Muskulatur. Hundebesitzer nutzen vielfach diese Erkenntnis und sagen, dass ein Hund gesund sei, wenn man ihm überall das Fell abheben könnte. "Klebt" sein Fell an einer bestimmten Stelle, kann die einem Organ zugeordnet und es können dort weitergehende Untersuchungen vorgenommen werden.

Das Problem

Die Gesundheitsbildung des Volkes wird von den Medien vorgenommen. So orientieren sich die Themen der Gesundheitssendungen im Fernsehen an ärztlichen Fachgebieten. Die so unterrichteten Zuschauer wissen, dass sie sich bei Rückenschmerzen an Orthopäden, bei Bauchschmerzen an Internisten, bei Problemen mit der Atmung an Lungenfachärzte und bei Fußbeschwerden an Füßsiotherapeuten wenden müssen.

Nur Fernsehungebildete machen noch den Umweg über den Facharzt für Allgemeinmedizin, der auch als "Hausarzt" bezeichnet wird. Sie lassen sich von ihm, zu dem für ihre Beschwerden zuständigen Spezialisten überweisen. Viele Allgemeinmediziner scheinen jedoch die Erkenntnisse ihrer mindestens zehn Jahre dauernden Ausbildung seit Ausstrahlung der letzten Gesundheitssendung im Fernsehen vergessen zu haben und überweisen Patienten deshalb häufig nach neuesten Fernseherkenntnissen: "Bei Rückenbeschwerden zum Orthopäden, bei... usw. "

Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass mit orthopädischen Krankheitsbildern lediglich Symptome beschrieben werden. Ein Bandscheibenvorfall ist sichtbar aber es wird nicht danach gefragt, warum er entstanden ist. (Näheres hier Orthopädie Therapie ohne Diagnose).

Verständlicherweise liegt es in der Natur der Dinge, dass sich Fachleute vorrangig um ihr Fachgebiet kümmern. Sofern jemand versucht bei einem Metzger Gemüse zu kaufen, wird der den Kunden - kopfschüttelnd - an einen Gemüseladen verweisen. Bei Orthopäden wird aber schon mal ein Nierenkranker oder an einer Krankheit seines Darmes Leidender an der Wirbelsäule operiert. (Siehe: Vorsicht Orthopädie)

Seltene Vorkommnisse mögen Sie jetzt denken. Vielleicht, doch urteilen Sie selbst: Bei meinen Patienten mit Beschwerden der Lendenwirbelsäule, die sich zuvor überwiegend seit längerer Zeit und wiederholt in orthopädischer Behandlung befanden, haben weit mehr als ein Drittel Urinbefunde, die auf Harnwegsinfekte oder Steinleiden hinweisen. Bei einem weiteren Drittel sind Affektionen des Darmes dafür verantwortlich zu machen. Beide Verursacher machen Rückenbeschwerden, bis hin zu Bandscheibenvorfällen und arthrotischen Gelenkveränderungen, die sich in ihrer Symptomatik nicht voneinander unterscheiden.

Die Palette der Auslöser beginnt bei Darmstörungen und Erkrankungen mit Lebensmittelunverträglichkeiten, erstreckt sich über die Divertikulitis (Taschenbildung im Darm) oder einem Morbus Crohn (Geschwürsbildung mit Blutungen), bis hin zu parasitärem Befall und zu Dickdarmkrebs.

Extrembeispiel Dickdarmkrebs: Ebenso wie bei jeder anderen Störung des Dickdarms "telefoniert" auch ein Dickdarmcarcinom, wie ET in Spielbergs Film "nach Hause". Beschwerden werden in die Lendenwirbelsäule, sowie in die Hüft-und Kniegelenke übertragen. Auch hierbei ist nicht unbedingt mit Bauchschmerz zu rechnen, sondern es treten zunächst ebenfalls Abnutzungen der Wirbel- und Beingelenke und Bandscheibenvorfälle auf, die oft mit Entzündungshemmern, pysio- und chirotherapeutisch und schlussendlich operativ behandelt werden. Erst wenn die Lendenwirbelsäule operiert oder eine Hüft- oder Kniegelenksprothese implantiert wurde, kommt man beim Weiterbestehen der Beschwerden auf die Idee, globalere Untersuchungen zu anzustellen, bei denen möglicherweise eine lebensbedrohliche Grunderkrankung - meist eher zufällig - entdeckt wird. Bis dahin sind oft Monate, vielleicht sogar Jahre vergangen, in denen sich der Krebs - unter ärztlicher Aufsicht und Behandlung - ungestört weiterentwickeln konnte. Eine einfache Stuhluntersuchung auf versteckte Blutbeimengungen, der sog. Hämocculttest, mit dem auch einige andere Darmstörungen angezeigt werden, hätte vor Beginn der Schmerztherapie Erkenntnisse und Abhilfe bringen können. 

Ähnlich verhält es sich bei den vom Harnwegssystem verursachten Beschwerden der Lendenwirbelsäule. Auch hier könnten mit einem Teststäbchen - Kosten keine 10 Cent - viele (nicht alle) Blasen- und Nierenerkrankungen erkannt und effektiv urologisch statt orthopädisch behandelt werden. 

Und die Finanzen?
Abgesehen von der medizinischen Seite sollte auch der finanzielle Aspekt nicht unbeachtet bleiben. Die Höhe der Krankenkassenbeiträge spricht in dieser Beziehung eine deutliche Sprache. Das Warum lässt sich an einem charakteristischen Beispiel beschreiben: Jahrelange Rücken- und Kniegelenksbeschwerden eines Dreißigjährigen, die mit vielen Röntgenaufnahmen, Computertomogrammen, sowie Magnetresonanzdarstellungen "abgeklärt" wurden. Ständige Behandlungen mit Schmerzmitteln, Entzündungshemmern, Chirotherapie etc. Keiner seiner Ärzte kam auf den Gedanken, ein billiges Teststäbchen in den Urin des Patientin zu tauchen. Als Ursache stellten sich Nierensteine heraus, die mit einer Ultraschallbehandlung zertrümmert wurden. Anschließend war dieser Mann beschwerdefrei. 

Darf es etwas mehr sein? 
Selbstverständlich gerne: In den Jugendjahren geschah der gravierende Autounfall. Gerade so eben überlebte die Patientin und wurde nach langer und aufwändiger Therapie danach für viele Jahre völlig beschwerdefrei. Dann, Jahrzehnte später kam der Rückschlag, Schmerzattacken ohne Ende. Not- und Nachtärzte gaben sich die Klinke einander in die Hand. Klinische Untersuchungen ihrer damals erheblich verletzten Wirbelsäule wurden durchgeführt und es wurden ihr so "amtlich" die Beschwerden bestätigt. 

Urlaub der Patientin hier: Sie erscheint mit extrem starken Rückenbeschwerden zur Behandlung, gegen die sie - auf ärztliche Verordnung - Unmengen von Entzündungshemmern (Diclofenac, Ibuprofen und Konsorten etc.) seit Jahren konsumiert. Eine Untersuchung ihres Urins mit einem einfachen Teststäbchen erbringt höchste Konzentrationen von Blut im Urin. Kein Untersucher kam in den vielen Jahren vorher auf die Idee, die Möglichkeit einer Nierenerkrankung in Betracht zu ziehen. Nach einer daraufhin durchgeführten Ultraschallzertrümmerung der Nierensteine wurde die Patientin beschwerdefrei.

Und noch'n Gedicht
Einer meiner Nachbarn lebt abwechselnd in der Karibik und in der Schweiz. Wegen einer Rückenschmerzattacke muss er sich in Europa in stationäre Behandlung einer orthopädischen Klinik begeben. Beim Aufnahmegespräch erwähnt er die durchgemachten Kinderkrankheiten ebenso, wie den Umstand, dass er eine Divertikulitis, eine Taschenbildung des Dickdarm in dem sich Speisereste festsetzen können, hat. Über seinen zweiten, sonnigen Wohnsitz wird er von den Ärzten befragt und auch etwas beneidet. Die Untersuchungen der Lendenwirbelsäule ergeben keine größeren Schädigungen und so bleibt es bei einer medikamentösen, schmerz- und entzündungshemmenden Therapie ohne Ergebnis. Auf die Darmerkrankung wird ebenso wenig eingegangen, wie auf seinen tropischen Wohnsitz. 

Theoretisch hätte in diesem Fall ein Gastroenterologe (Facharzt für Magen-Darmerkrankungen) und ein Tropenarzt hinzugezogen werden sollen. Bitte, aber wirklich nur theoretisch, denn jeder Facharzt, also auch Orthopäden werden bevor sie sich spezialisieren in allen Bereichen der Medizin unterrichtet. Da sollte eine andere Behandlungsidee als die des eigenen Fachgebietes zu erwarten sein. Als Verursacher der Beschwerden stellte sich dann Monate später eine parasitäre Infektion heraus, eine Angelegenheit für die ein Tropenarzt zuständig sein sollte, der sich aber für Rückenbeschwerden ebenso unzuständig fühlt wie der Magen-Darmspezialist. Also auf zum Orthopäden...

Glauben Sie niemals, dass sich Schmerz und Ursache am gleichen Ort befinden müssen! Es sei denn, Sie haben mit dem Hammer auf die schmerzende Stelle geschlagen.

Segmentale Innervation, anatomisch - funktionelle Zusammenhänge

Im Gehirn werden alle lebensnotwendigen Impulse gebildet und u.a. durch das Rückenmark in den Körper geleitet. Das Rückenmark wird von sehr vielen Nervensträngen gebildet, es kann mit einem Kabelbaum, wie er aus der Elektrotechnik her bekannt ist, verglichen werden. Zwischen benachbarten Wirbeln treten von dort - rechts und links - einzelne Nerven aus und versorgen die Strukturen des Körpers in der jeweiligen Etage. Kurz vor diesem Austritt teilen sie sich in vier Äste. Ein Ast versorgt in dieser Höhe die Muskulatur, der nächste die Haut, ein anderer Teile eines inneren Organs und ein weiterer Ast ein Knochenstück. Es wird vom Myotom, Dermatom, Viscerom und Osteotom gesprochen und dieses Gebilde als Segment bezeichnet.

Dermatome

Dermatome

Die Projektion innerer Organe auf die Körperoberfläche. (Vereinfachte schematische Darstellung)

Befindet sich eines dieser vier Teile in einem Reizzustand, wird der auf die anderen Inhalte des Segments übertragen. Angenommen es handelt sich um einen gestörten Dickdarm, seine spinalnervliche Versorgung erfolgt aus den unteren Anteilen der Lendenwirbelsäule, dann verändert sich dort die Haut und es kommt dort zu einer Anschwellung. Die Spannung der Rückenmuskulatur erhöht sich in diesem Gebiet u.U. mit der Folge einer Wirbelverstellung, möglicherweise bis hin zu einem denkbaren Bandscheibenvorfall. Da sich die in diesem Segment befindlichen Nerven bis in die Beine erstrecken, und dort u.a. auch die Muskulatur versorgen, kann es zu einer Gelenkabnutzung der Hüft- oder Kniegelenke kommen. Durch therapeutisch geeignete Einflussnahme lassen sich die vorliegenden Beschwerden oftmals normalisieren.

Das System der spinalnervlichen Versorgung wurde von dem britischen Neurologen Sir Henry Head (1861–1940) bereits vor mehr als 100 Jahren beschrieben und in Segmenttherapien genutzt. Zum prinzipiellen Verständnis kann in diesem Zusammenhang auch die Wirkung einer Lumbalanästhesie erwähnt werden. Durch Injektion eines Betäubungsmittels in das Rückenmark der Lendenwirbelsäule lässt sich Unempfindlichkeit aller davon unterhalb liegender Strukturen - also auch der Beine - erzielen und zu Operationen nutzen.

Das Kreuz mit dem Kreuz - Blase und Unterleib

Das Kreuzbein, in der Mitte zwischen den beiden Beckenschaufeln gelegen, hat nervliche Verbindungen zu den Fortpflanzungsorganen und wahrscheinlich ist das der Grund für seine lateinische Bezeichnung, Os sacrum - der heilige Knochen. Dieses Areal ist dafür bekannt, dass sich hier während der Menstruation oftmals eine Anschwellung, ein Polster bildet. An dieser Stelle wirken sich nicht nur Beschwerden der weiblichen Unterleibsorgane aus, sondern ebenso Beschwerden der Prostata und der Hoden aber auch Entzündungen der Harnblase aus.  

Die hier befindlichen Spinalnerven versorgen die Muskulatur der Rückseite des ganzen Beines und deshalb sollte bei Ischialgien (Zahnschmerz ähnliche Nervenschmerzen an der Rückseite des Beines), an die mit dem Kreuzbein in Verbindung stehenden Organe gedacht werden. Von ihnen können auch Hüft- und Kniegelenkserkrankungen verursacht werden. Da sich die Spinalnerven bis zum Fuß erstrecken, können die am Kreuzbein angeschlossenen Organe ebenso auch für Beschwerden der Ferse und im Grundgelenk der Großzehe verantwortlich sein.

Die Sacralregion

Die Sacralregion

Spinalnervliche Segmente L4-L5 Dickdarm

Spinalnervliche Segmente L4-L5 Dickdarm

Die Lendenwirbelsäule - Dickdarm und Nieren

Die Spinalnerven der unteren beiden Lendenwirbel stehen mit dem Dickdarm in Verbindung. Das von diesen Nerven versorgte muskuläre Areal erstreckt sich über die Beckenkämme unter weiter über die Aussenseite des Beines bis zum Fuß. 

Hexenschüsse (Lumbalgien) aber auch Bandscheibenvorfälle zwischen dem 5. Lendenwirbel und dem Kreuzbein sind hier "Markenzeichen". Patienten glauben von Zugluft unterkühlt worden zu sein. Tatsächlich könnte es sich aber auch um die Folge eines unverträglichen Nahrungsmittels handeln, nach dessen Ausscheidung wieder spontan Beschwerdefreiheit eintritt. 

Segmente von Dickdarm und Niere

Segmente von Dickdarm und Niere

Nicht wenige Behandler leben von diesem Effekt, weil sie glauben diese schnelle "Heilung" bewirkt zu haben. Das kann selbstverständlich nicht gelingen, wenn der Patient das ihm unverträgliche Lebensmittel regelmäßig weiter konsumiert.

Selbst als banal angesehene Störungen des Dickdarm können sich in der Lendenwirbelsäule massiv auswirken. Gemeint sind Verstopfungen aber auch die von Abführmitteln ausgelösten Darmreizungen und Durchfälle. Pikanterweise wirken sich hier auch die bei starkem Schmerz verwendeten morphinhaltigen Medikamente kontraproduktiv aus, denn der Nebeneffekt dieses Arzneimittels ist Verstopfung.

Alle Beeinträchtigungen des Dickdarms wirken sich wegen der nervlichen Versorgung der Beine auch auf die Hüft- Kniegelenke aus. Deshalb können sich Affektionen des Dickdarms auch auf die in diesem Gebiet befindlichen Gelenke u.a. in Form von Abnutzungserscheinungen auswirken. Selbstverständlich kann der Abnutzungsprozess nicht rückgängig gemacht werden, kann aber durch Ausschaltung der internistischen Ursachen gestoppt werden. Dazu gesellt sich meist noch Schmerzfreiheit oder zumindest eine Schmerzverringerung. 

Weitere Gründe für Beschwerden der Lendenwirbelsäule können Erkrankungen der Nieren und der Harnleiter sein. Typisch sind dafür Wirbelgelenksveränderungen und Bandscheibenvorfälle zwischen dem 3. und 4. Lendenwirbel. Die Spinalnerven, die in dieser Höhe die Wirbelsäule verlassen, versorgen ein Haut- und Muskelgebiet, das sich vom Rücken nach vorn und weiter über die Innenseite der Beine bis zum Fuß erstreckt. 

Die Brustwirbelsäule - der besondere Abschnitt

Beschwerden die sich in diesem Abschnitt der Wirbelsäule abspielen, haben fast nie orthopädische Ursachen. So ist mir beispielsweise in 50 Berufsjahren nur ein einziger Bandscheibenvorfall in diesem Wirbelsäulenabschnitt in Erinnerung. 

Anfragen vieler Schmerzpatienten beziehen sich auf die Brustwirbelsäule. Sie werden ergebnislos mit vielen nur denkbaren Methoden behandelt und nur selten werden dabei die Oberbauchorgane in die Betrachtungen miteinbezogen. Es sind Magen, Bauchspeicheldrüse, Gallenblase, Leber und dem Dünndarm die hier einstrahlen. 

Segmente der Brustwirbelsäule

Dazu gehören auch die Intercostalneuralgien, Schmerzen die ähnlich wie Zahnweh sich zwischen benachbarten Rippen abspielen. Weiter können sich in der Brustwirbelsäule aber auch Krankheiten der Lungen und des Herzens zeigen.

Entsprechend der Seitenanordnung im Körper macht die Gallenblase und Leber Beschwerden im Bereich der rechten unteren Brustwirbelsäule, während sich Magen und Bauchspeicheldrüse auf der linken Seite zeigen. Der Dünndarm, der sich über beide Seiten erstreckt, kann somit Beschwerden auf der rechten, wie auch auf der linken Seite machen. 

Die Beschwerden der Halswirbelsäule

Obwohl es bei erster Betrachtung unwahrscheinlich erscheint, sollte bei Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule ebenfalls an die Möglichkeit der Auswirkung von gestörten oder erkrankten inneren Organen gedacht werden. Wer morgens mit einem steifen Hals aufwacht, sollte keineswegs an die Auswirkung nächtlicher Zugluft glauben, sondern sich eher fragen, was es am Abend zuvor zu essen gegeben hat. Selbstverständlich existieren für dieses Symptom weitere Begründungen aber die Vermutung, dass ein Diätfehler das Desaster ausgelöst hat, ist viel wahrscheinlicher als das Märchen von der Zugluft.

Mit Ausnahme von Verletzungsfolgen handelt es sich bei Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule stets um eine Reizübertragung aus dem Bauch- oder Brustraum. Das Zwerchfell, das vergleichbar mit einem Kuchenblech waagerecht den Rumpf in Brust- und Bauchraum unterteilt, spielt dabei die tragende Rolle. Dieser flächige Atemmuskel erhält seine nervliche Versorgung aus der unteren Halswirbelsäule. Hier entspringt der Nervus Phrenikus. Er verläuft vor der Wirbelsäule bis zum Zwerchfell und bildet dort ein netzartiges Gebilde. Auf dieses Netz übertragen sich Reizzustände innerer Organe und werden so in die Halswirbelsäule übertragen. Dieser Vorgang ist hier ausführlich beschrieben.

Segmente der Halwirbelsäule

Schulter- Armbeschwerden

In Höhe der Austrittsorte des Nervus phrenikus, dem Zwerchfellnerven, verlassen auch die den Arm versorgenden Spinalnerven das Rückenmark. Bei bestehenden Reizzuständen der Bauch- oder Brustkorborgane kann dieser Reiz in die Gelenke des Armes übertragen werden.
Tatsächlich sollten die sich im Bereich der Halswirbelsäule befindlichen Nervengeflechte von einander "isoliert" sein. Sie sind es offensichtlich jedoch nicht immer und so es zu Reizübertragungen von den Bauchorganen in die Armgelenke kommen. Erfahrungsgemäß ist die sog. Frozen Shoulder" häufig die Folge von Störungen der Oberbauchorgane und der Tennisellbogen, sowie ein "Skidaumen" die Reizweiterleitung der Atmungsorgane.

Versuchen Sie sich mit einem Medikament Klarheit zu schaffen

Bei anscheinend orthopädisch bedingten Beschwerden hat es sich bewährt versuchsweise das Medikament Buscopan  ® zu verwenden. Buscopan® wird offiziell bei Bauchschmerzen, Bauchkrämpfen, Reizdarm, Regelschmerzen genommen. Es ist auch wirkungsvoll bei von den Harnorganen verursachten Schmerzen, wie Nieren-, Harnleiter- und Blasenschmerzen.

Beim Wirkstoff von Buscopan®, dem Butylscopolamin handelt sich um ein Alkaloid, dass nur bei Beschwerden der Organmuskulatur aber nicht direkt gegen Schmerzen wirksam ist. Nur sofern ein inneres Organ Beschwerden an der Skelettmuskulatur auslöst, ist dieses Medikament wirksam. Da erfahrungsgemäß viele als orthopädisch bedingt angesehene Beschwerden internistischen Ursprungs sind, lohnt sich ein Versuch mit diesem, frei in Apotheken erhältlichen Mittel. 

Sofern Buscopan® bei den o.g. Symptomen wirksam ist, sollte die Konsultation eines anderen Facharztes in Erwägung gezogen werden..

Buscopan® ist in zwei Varianten erhältlich: Einmal "Buskopan®" und zum Zweiten als "Buscopan Plus®". Buscopan plus® enthält zusätzlich zum Butylscopolamin das Schmerzmittel Paracetamol. Paracetamol wirkt auf die Skelettmuskulatur und bei Besserungen durch Einnahme dieses Medikaments, ist der organische Ursprung der Beschwerden nicht mehr beweisbar.

Klaus_Radloff, am 14.08.2010
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