Die Geschichte des IRISH WHISKY - Von den Ursprüngen bis zur Neuzeit

Der Name Whisky geht ursprünglich auf das irische Wort Uisce Beatha (gesprochen: ish ke-ba ha) zurück, was so viel heißt, wie Lebenswasser. Als die Truppen des englischen Königs Henry II im Jahr 1170 das erste Mal in Irland eindrangen, fanden die englischen Soldaten sehr schnell Gefallen an den berauschenden Getränk. Sie lernten schnell, es zu trinken, aber vermochten nie, es richtig auszusprechen und so wurde aus den irischen Uisce schnell das englische Whysky. Als sie die frohe Kunde von der Entdeckung dieser Kostbarkeit 1171 nach England an den Königshof zurück brachten, fand auch König Henry II schnell seinen Geschack am irischen Whyksy in den folgenden Jahrhunderten verbreitete er sich rasch über ganz Europa und besonders der russische Zar Peter der Große war ein leidenschaftlicher Liebhaber dieses Getränks. Das britische Empire und besonders die Entdeckung Amerikas verschafften den irischen Distillerien riesige Märkte und beste Geschäfte. Bis zum Beginn des 20. Jh. gab es in Irland 160 Distillerien und 400 verschiedene Sorten von irischem Whisky. Den ersten großen Rückschlag erlitt die Branche während der Prohibition in Amerika (1919 - 1931) als die USA als Exportmarkt über Nacht vollständig wegbrach. Das zwang viele kleine Distillerien zur Aufgabe und die großen mußten ihre Produktionskapazitäten drastisch nach unten fahren, um zu überleben. Der nächste Schock kam durch den irischen Unabhängigkeitskrieg gegen England (1916 - 1919) und den darauf folgenden Bürgerkrieg zwischen Nord. und Südirland (1919 - 1921). Dadurch sind auch die Weltmärkte des britischen Empire verloren gegangen. In diese Lücke stieß dann der Scotch Whisky, der in der Folgezeit den Whisky Markt der Welt beherrschen sollte. Zwischen 1966 und 1972 schlossen sich dann die verbleibenden 5 irischen Distillerien zur Irish Distillers Group zusammen und beschlossen einen gemeinsamen Neuanfang.

Jameson Irish Whiskey (Bild: Raymond Campbell / AllPosters)

IRISH WHISKY - SCOTCH - BOURBON - Die Unterschiede

Was unterscheidet also insbesondere einen Scotch von einem Irish Whisky. Beide benutzten als Basis für die Herstellung Gerste. Der Unterschied liegt u.a. in der Vorbereitung und der Durchführung des Produktionsprozesses der Gerste, der Mälzung. Vor vielen Jahren haben irische Distillers herausgefunden, daß der Geschmack von Whisky sich verbessert, wenn man die Gerste zuerst wässert und anschießend auf einem Boden bei frühlingsartigen Bedingungen 5 Tage sprießen läßt, bevor man sie trocknet. Die so gemälzte Gerste wird dann in einem geschlossen Ofen, dem Kiln, durch heiße Luft getrocknet. Im weiteren Produktionsprozeß mischen die Iren dann gemälzte mit ungemälzter Gerste. Das genaue Mischungsverhältnis ist das Geheimnis jeder Distillerie und macht den Unterschied der verschiedenen Sorten untereinander aus.

Beim Scotch wird die Mälze über einen offenen Torffeuer getrocknet, was ihm seinen charakterischen rauchigen Geschack und den torfigen Geruch verleiht. Bei Bourbon und Tennesse Whysky wird zum Trocknen hingegen Ahornholz benutzt. Die Süße dieses Holzes verleiht dem amerikanischen Vertreter des Whiskys seien typische Ahornnote. Der darauffolgende Distillierprozeß wird bei Irish Whisky insgesamt 3 mal durchgeführt, was letztlich in dem angenehm weichen Geschack endet. Scotch wird dagegen nur 2 mal und Bourbon nur einmal distilliert.

Gelagert wird das edle Getränk heute in Eichenfässern, in denen vorher meistens Sherry abgefüllt war. Als Lagerzeit schreibt das irische Gesetz mindestens 3 Jahre vor. Gängige Praxis sind jedoch zwischen 5 und 8 Jahren und bei den ganz edlen Tropfen 12 Jahre und mehr.

Die von Land zu Land und Betrieb zu Betrieb unterschiedlichen Herstellungsmethoden führen letztlich auch zu den Unterschieden in Farbe, Geruch und Geschmack der vielen Whiskysorten, die es heute gibt.

Bushmills Irish Whisky - Giant´s Causeway near Bushmills, Northern Ireland

IRISH WHISKY heute - Von Distillerien und edlen Tropfen

Nach den herben Verlusten der Geschichte begann sich der irische Whisky ab den 70er Jahren langsam wieder zu erholen und ist mittlerweile auch wieder auf der ganzen Welt erhältlich. Fünf Distillerien sind übrig geblieben nach den Wirren der Vergangenheit. Jameson und Bushmills sind die weltweit bekanntesten Marken. Andere Marken sind Paddy, Power´s Gold Label und Tullamore Dew, der besonders in Europa beliebt ist. Die Krönung des irischen Whikys ist jedoch der Midleton Very Rare, der in der Jameson Distillerie in Midleton, etwa 18 Km östlich von Cork hergestellt wird. Jahrhundertelange Erfahrung, ausgefeilte Produktionsmethoden und modernste Ausrüstung ermöglichen die Herstellung des edelsten Tropfens, den Irland zu bieten hat. Der gesamte Produktionsprozeß unterliegt der ständigen Überwachung durch den Hauptbrandmeister, der von A bis Z jeden Schritt überwacht. Die begrenzte Anzahl, die dann jedes Jahr davon produziert wird, kommt mit einer edlen Holzkiste auf den Markt, die so auch optisch den besonderen Status von Irland´s edelstem Whisky unterstreicht. Wer durch Irland reist und zufällig an einer der Distillerien vorbei kommt, kann dort an einer Führung teilnehmen und bei einer Verkostung mitmachen, wo die Unterschiede zwischen IRISH, SCOTCH und BOUBON erklärt werden und auch die der 5 irischen Distillerien untereinander. Für Whiskyfreunde immer ein schönes Erlebnis.

Irish Pub - Temple Bar - Dublin

Temple Bar - Dublin (Bild: AllPosters)

The Buena Vista - San Francisco / California - Home of the Irish Coffee

Auch außerhalb von Irland, nämlich in San Franciso - California hat es der irische Whisky in Form des Irish Coffee zu besonderer Berühmtheit gebracht. Der Legende nach soll sich dort im 19. Jahrhundert folgende Geschichte zugetragen haben. Ein irischer Einwanderer betrat eines Tages das Lokal Buena Vista, um vor seiner Heimfahrt mit der Fähre noch einen Drink zu nehmen. Da er kein Geld mehr dafür hatte, schlug er dem Barkeeper einen Deal vor. "Wenn ich bei Dir heute ausnahmsweise einen Drink frei bekomme, verrate ich Dir ein tolles Rezept ". Der Mann willigte ein und der Ire verriet ihm das "Geheimnis" des Irish Coffee.

Home of the Irish Coffee

Das Getränk wurde in der Folgezeit so populär, daß es zum Markenzeichen des Lokals wurde. Deshalb heißt es heute auch: The Buena Vista - Home of the Irish Coffee. Das Lokal ist eine eines der berühmtesten in San Francisco und liegt direkt an der Cable Car Station am Ghiradelli Square. Wer dort ist, sollte einen Besuch auf keinen Fall versäumen.

San Francisco - Ghiradelli Square

Ghirardelli Square, Fisherman's Wharf, San Francisco, United States of America (Bild: Richard Cummins / AllPosters)

IRISH COFFEE - Das Rezept

Man nehme ein Glas mit einem kurzen Stil.

- 2 Löffel braunen Zucker

- 1/3 Irish Whisky

- 2/3 Frisch gekochter Kaffee

- leicht geschlagene Sahne.

Den Zucker mit dem Whisky und dem Kaffee gut verrühren und anschließend die Sahne vorsichtig über den Rücken eines Löffels in das Glas fließen lassen und so mit dem Sahnehäubchen servieren.

Auch das ist immer ein leckeres Getränk für kalte Tage.

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