Bisherige Annahmen über die braune Schnecke

Die Wut der Gärtner auf eine Schnecke, die massenweise auftritt und ihre Früchte genüsslich verzehrt, ist verständlich und wurde bisher von Naturschützern unterstützt. Sie warnten vor der braunen Schneckenflut die, so die bisherige Annahme, die einheimische Schwarze Wegschnecke verdränge. Braune Nacktschnecken wurden, so die Vermutung, nach dem Zweiten Weltkrieg mit Exporten von Obst und Gemüse nach Deutschland eingeschleppt. Sie richten nun erheblichen Schaden in der heimischen Vegetation und der Landwirtschaft an.

Keine Bestätigung dieser Meinung

Fest steht, dass die braune Schnecke inzwischen zu den häufigsten Schneckenarten in Deutschland zählt. Sie gehört, laut der europäischen Liste "100 of the worst", zu den häufigsten Tierarten. Diese haben einen erheblichen Einfluss auf die biologische Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt.

Bei der Forschung zur spanischen Schnecke machten die Wissenschaftler aus Frankfurt, im Frühjahr 2010, in Frankreich, Spanien, Großbritannien und den Beneluxländern eine Bestandsaufnahme. Zu diesem Zweck wollten sie die Population am vermuteten ursprünglichen Standort der Tiere ermitteln. Professor Markus Pfenninger, der am BiK und der Goethe-Universität forscht und lehrt, war erstaunt, dass die Gruppe statt der "spanischen Wegschnecke" zahlreiche andere Schneckenarten fand. Deren Herkunft war, mit herkömmlichen Methoden, nicht zu bestimmen. Sie wurden mittels einer DNA-Taxonomie klassifiziert. Pfenninger ist Erstautor dieser Studie und erklärt, dass bei dieser Analyse Erbinformationen zur Bestimmung herangezogen werden.

Der genetische Stammbaum klärt auf

Wer die Herkunft einer Tierart genau bestimmen will, stellt einen genetischen Stammbaum auf. Gemeinschaftliche Informationen in den Genen verraten die Verwandtschaft. Die Ergebnisse, im Fall der "spanischen Schnecke", belegen eindeutig, so Pfenninger, dass diese Schneckenart einheimisch und nicht zugewandert ist.

 

Bilder:Dr. Markus Pfenninger

Was sich stattdessen herausstellte

Die Schnecken, die an den Fundorten vorgefunden wurden, konnten überwiegend keiner bisher beschriebenen genetisch charakterisierten Art zugeordnet werden. Pfenninger erklärt weiter, dass die Wissenschaftler zum Teil Schnecken mit stark voneinander abweichenden Genen fanden, die bisher nicht als eigene Art dokumentiert wurden. Nach diesen Erkenntnissen sind "spanische Schnecken" eine noch unklare Gattung.

Vorsicht vor Fehleinschätzungen um Arten zu schützen

In den letzten Jahren beobachteten Naturschützer, Land-Forst- und Fischwirte, dass in Europa schätzungsweise, fast unbemerkt, über 12.000 Pflanzen, Tiere und unterschiedliche Pilzarten eingewandert sind. Für viele heimische Arten bedeutet dass, das sie von ihrem bisherigen Standort verdrängt werden und die biologische Vielfalt gefährdet wird. Die Folge können wirtschaftliche Verluste durch einen Ernteausfall sein.

Um dem entgegenzuwirken, befürwortete das EU-Parlament, im April 2014, Maßnahmen, die verhindern sollen, dass noch mehr fremde Pflanzen und Tiere in großer Anzahl in die EU gelangen. Zusätzlich sollen die schon eingewanderten Arten, die sich unliebsam verbreiteten, wirkungsvoll bekämpft werden.

Wie Pfenninger beweist, ist es notwendig, die Herkunft der Pflanzen und Tiere genau zu dokumentieren, um keine gravierenden Fehler zu machen. Mit dem Begriff invasiv müsse man vorsichtig sein, denn diese Einstufung könne konkrete Auswirkungen auf die Umweltpolitik haben. Pfenninger gibt zu bedenken, dass es sein könnte, dass sich diese Schneckenart in den vergangenen Jahrzehnten auch aufgrund der veränderten landwirtschaftlichen Anbaumethoden so stark vermehrt haben könnte.

Spanische Schnecke fern halten

Eine klare Kommunikation hält Schnecken fern

Manchmal, wenn Tiere oder andere Lebewesen sich, vom Menschen aus gesehen, nicht wunschgemäß verhalten, fehlt es an einer klaren, für alle Beteiligten, verständlichen Kommunikation.

Für Schnecken, die bei warmem Klima, am Abend, eine feuchte, glatte Oberfläche im Garten, zum Beispiel zu den begehrten Erdbeeren vorfinden, ist diese einladende Straße quasi eine Einladung ins Fressparadies.

Wirkungsvoll, um einer Schneckeninvasion vorzubeugen ist es. die Pflanzen am Morgen und nicht am Abend zu gießen. Schnecken mögen kein grelles Tageslicht. Ihnen ist es am Morgen noch zu frisch. Ihnen wird keine Straße zum Gemüse und zu den leckeren Früchten gebahnt und sie beköstigen sich, voraussichtlich, an einer bequemeren Quelle.

Eine Beeteinfassung mit diesen Stauden kann Schneckenfraß verhindern: 

  • Kapuzinerkresse
  • Frauenmantel
  • Löwenmäulchen
  • Efeublättriges Alpenveilchen
  • Pfingstrosen
  • Balkan Storchschnabel
  • Edeldistel
  • Prachtspiere
  • Sonnenbraut

Tatsächlich machen Schnecken um duftende Küchenkräuter, wie Rosmarin, Thymian, Salbei und Bärlauch, Estragon, Beinwell, Bohnenkraut und Zitronenmelisse, einen großen Bogen.

Eine Ausnahme bilden die Jungpflanzen von Petersilie ebenso wie Dill, Majoran und Basilikum. Diese Pflanzen werden von Nacktschnecken gerne verspeist.

Autor seit 12 Jahren
317 Seiten
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