Schnecke – Kurzinfo:

  • Weltweit gibt es ca. 90 000 Schneckenarten, 250 davon in Deutschland
  • Schnecken sind Gastropoden und gehören zu der artenreichsten Klasse der Weichtiere
  • Der Begriff Gastropode kommt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet "Bauchfüßer"
  • Schnecken sind eng verwandt mit den Muscheln

Warum heißt die Weinbergschnecke so?

Die Weinbergschnecke fühlt sich in Weinbergen besonders wohl, mag aber auch Mischwälder, Wiesen und Gärten.

Die Weinbergschnecke ist ein Feuchtlufttier, sie hat keine Haut, die sie vor Austrocknung schützt und verliert deshalb durch Verdunstung viel Wasser. Aus diesem Grund lebt sie am liebsten dort, wo der Erdboden und die Pflanzen feucht sind und die Luft viel Wasserdampf enthält.

Bei Sonnenschein und trockenem Wetter zieht sich die Weinbergschnecke an ein schattiges Plätzchen zurück.

Weinbergschnecken im Garten …?

Stimmt, Schnecken sind in Gärten eher weniger beliebt. Im Gegensatz zu ihrer gefürchteten Verwandten, der Nacktschnecke, ist die Weinbergschnecke jedoch kein Gartenschädling. Während die Nachtschnecke gerne frische Blätter vernascht, bevorzugt die Weinbergschnecke tote und verwesende Pflanzenteile.

Pro Tag verspeist sie bis zu 6 Gramm Blattgrün. Dabei macht sie sich noch nützlich und leistet ihren Beitrag im Garten, indem sie totes Pflanzenmaterial zu Humus zersetzt. Außerdem frisst die Weinbergschnecke mit Vorliebe die Eigelege der Nacktschnecke.

In Deutschland gehört die Weinbergschnecke zu den geschützten Arten. Wer Nacktschnecken mit Schneckenkorn bekämpft, sollte vorsichtig sein, denn das kann auch der Weinbergschnecke zum Verhängnis werden.

Übrigens: Leere Schneckenhäuser sollte man im Garten immer liegen lassen. Andere Tiere nutzen sie gerne, um darin ihre Nester zu bauen (z.B. Wildbienen oder Spinnen) oder darin zu überwintern (z.B. die Larven der Leuchtkäfer, auch als Glühwürmchen bekannt.) 

Hat eine Weinbergschnecke Zähne?

Die Weinbergschnecke hat eine Zunge, die mit Chitinzähnen bedeckt ist. Man nennt sie Raspelzunge oder Radula ("Raspel", "Kratzeisen"). Diese Zunge wirkt wie eine Reibeplatte, mit ihrer Hilfe kann die Weinbergschnecke Pflanzenteile abschaben und zerkleinern.

Hat eine Weinbergschnecke Augen?

Ja, das hat sie. Die Augen der Weinbergschnecke sind die kleinen schwarzen Punkte, die am Ende des längeren Fühlerpaares sitzen. Obwohl die Weinbergschnecke sogar hoch entwickelte Linsenaugen besitzt, kann sie doch nicht wirklich gut sehen.

Umso mehr ist sie auf ihre Fühler angewiesen, die sie bei Berührung wie Handschuhfinger einstülpen kann. Durch die Sensoren der Fühler nimmt die Schnecke Düfte und Lockmittel wahr und spürt Futterquellen auf.

Wie kommt die Weinbergschnecke überhaupt zu ihrem Häuschen?

Jeder Hauseigentümer weiß es: Ein Haus muss ordentlich gebaut und gut gepflegt werden, damit man möglichst lange Freude daran hat. Das weiß auch die Weinbergschnecke: Deshalb kommt sie nur auf kalkhaltigen Böden vor, denn Kalk braucht sie zum Aufbau ihres Schneckenhauses.

Über die Nahrung nimmt die Weinbergschnecke Kalk auf, den sie dann über den Mantelrand wieder ausscheidet. (Der Mantel der Schnecke ist die Haut, die einen Teil der Eingeweide umgibt.) Auf diese Weise entsteht ein Ring, der immer dicker und immer stärker wird: So wächst das Häuschen der Schnecke mit seiner spiraligen Schale.

Wird es ihr draußen zu ungemütlich, kann sich die Weinbergschnecke mit Hilfe des Spindelmuskels vollständig in ihr Häuschen zurückziehen.

Die Weinbergschnecke ist die größte in Deutschland lebende Gehäuseschnecke. Zu den kleineren Schnecken, die Häuschen tragen, gehören die Schnirkelschnecken, z.B. die Gartenschnecke, die Baumschnecke oder die Hainschnecke.

Übrigens: Auch die unbeliebten Nacktschnecken waren nicht immer "oben ohne" unterwegs. Im Laufe der Zeit hat sich bei ihnen die Schale jedoch bis auf ein Überbleibsel zurückgebildet.

Etwas Besonderes und ziemlich selten ist der Schneckenkönig: So bezeichnet man eine Schnecke, deren Gehäuse nicht in die arttypische Richtung gewunden ist, sondern spiegelbildlich. Bei den Weinbergschnecken ist es die linksgedrehte Form, die nur sehr selten vorkommt. Solche Schneckenhäuser werden sogar in naturkundlichen Sammlungen ausgestellt.

Was passiert, wenn das Schneckenhaus der Weinbergschnecke beschädigt wird?

Kleine Risse und Löcher in der Schale kann die Weinbergschnecke selbst reparieren, ihr Körper muss jedoch unverletzt sein, damit die Weinbergschnecke überleben kann.

Es gibt immer mehr Menschen, die versuchen, verletzten Weinbergschnecken zu helfen und deren zerstörte Häuschen zu "reparieren". Was tatsächlich möglich und machbar ist, ist für einen Laien oft nur schwer einzuschätzen.

Wer selbst mit einem Schnecken-Notfall konfrontiert ist und Hilfe sucht, der kann sich im Schneckenforum informieren oder auf der sehr anschaulich gemachten Website über Die faszinierende Welt der Weinbergschnecke

Wie alt können Weinbergschnecken werden?

Weinbergschnecken können ein ziemlich hohes Alter erreichen, etwa 5 bis 8 Jahre in freier Natur, manche Naturforscher sprechen sogar von 12 Jahren.

In Laborhaltung sollen Weinbergschnecken schon ein Alter von mehr als 30 Jahren erreicht haben.

Ausgewachsen ist eine Weinbergschnecke ungefähr mit 3 Jahren.

Warum ist die Weinbergschnecke so schleimig?

"Jetzt schlurf doch nicht so durch die Gegend, heb doch mal deine Füße!"

Diese Ermahnung muss die Weinbergschnecke wohl überhört haben. (Mehr als einen einzigen Fuß hat sie auch gar nicht.) Ihre Bodenhaftung verliert die Weinbergschnecke nie. Wenn sie kriecht, wird ihr Fuß zusammengezogen und wieder entspannt, das macht sie in einer Art Wellenbewegung.

Dabei sondert sie Schleim ab, der als "Gleitmittel" wirkt und sie vor Verletzungen schützt. Weinbergschnecken sollen sogar über aufgestellte Rasierklingen kriechen können, ohne sich dabei zu verletzen.

Schneckenschleim ist gleich in vielerlei Hinsicht praktisch: Er sorgt dafür, dass die Schnecke mit gleichmäßiger Geschwindigkeit über raue und glatte Flächen kann.

Außerdem wirkt er wie eine Art Saugnapf. So kann die Weinbergschnecke nicht nur Wände oder Bäume hinaufkriechen, sondern auch an der Unterseite waagrechter Flächen.

Und sollte sie unterwegs mal die Orientierung verlieren, dann führt ihre Schleimspur die Weinbergschnecke wieder in ihren Unterschlupf zurück.

Kein Wunder also, dass sich die Weinbergschnecke nichts daraus macht, ein eher schleimiger Typ zu sein. Doch ganz schön anstrengend ist das schon - für den Nährstoffhaushalt und Stoffwechsel der Schnecke stellt die Schleimproduktion eine ziemliche Belastung dar, denn der Schleim besteht aus kostbarem Protein.

Wie kostbar Schneckenschleim tatsächlich ist, hat inzwischen sogar die Kosmetikindustrie entdeckt:

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Wie unterscheidet man bei der Weinbergschnecke Männchen und Weibchen?

Gar nicht, denn die Weinbergschnecken sind Zwitter, das heißt: Jedes Tier ist zugleich Männchen und Weibchen. Bei der Paarung müssen sich die Schnecken also erst überlegen, wer Männchen und wer Weibchen spielen darf.

Ist das erst mal entschieden, dann heißt es: Geduld haben. Denn wie es auch sonst ihrer Natur entspricht, ist die Weinbergschnecke in der Liebe eher gemütlich. Dafür aber auch erfinderisch!

Das Liebesspiel der Weinbergschnecken dauert mehrere Stunden, die beiden Partner kriechen dabei übereinander und schießen sich gegenseitig einen "Liebespfeil" aus Kalk in den Körper.

Was macht die Weinbergschnecke im Winter?

Die Weinbergschnecke überwintert etwa von Oktober bis März in der Erde, ihr Häuschen verschließt sie während dieser Zeit mit einem stabilen weißen Kalkdeckel.

Wie sehen Schneckeneier aus?

Nach der Paarung im Hochsommer legt die Weinbergschnecke etwa 50 – 80 Eier, die wie perlartige Kügelchen aussehen, in eine selbst gegrabene Erdhöhle. Im Frühjahr schlüpfen daraus die beinahe durchsichtigen Jungschnecken.

Wer Schneckeneier im Garten findet, sollte sie am besten an einer geeigneten Stelle in freier Natur "aussetzen".

Noch mehr Fragen?

Werden Schnecken schon mit Haus geboren?

Können sie ihr Haus verlassen?

Wo ist bei Schnecken der Mund, wo der Po?

Haben Schnecken Haare?

Wofür sind Schnecken gut?

...

Diese und weitere Fragen rund um die Schnecke beantwortet der Naturschutzbund (NABU) Niedersachsen.

Zum Weiterlesen:

Schnecke oder Muschel - worin unterscheiden sie sich?

Wie schnell ist das Schneckentempo?

Lesetipp:

Schön und liebevoll gestaltet mit viele tollen Bildern: Das Schnecken-Bilderbuch zur Entdeckung der Behutsamkeit (PDF) 

Wunderbar geeignet für Kinder, aber ebenso informativ auch für Erwachsene!

Ein außergewöhnliches Buch für Schneckenfreunde und solche, die es werden wollen

Ein besonderes Buch für Naturfreunde ist die (wahre) Geschichte der Journalistin Elisabeth Tova Bailey, der eine kleine Schnecke als Haustier durch eine lange Krankheitsphase geholfen hat:

Autor seit 6 Jahren
304 Seiten
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