Ivenacker Eiche - die älteste im Areal

Ivenacker Eiche - die älteste im Areal (Bild: Heike Nedo)

Fakten zum Baum

  • Alter: etwa 1000 Jahre
  • Höhe: 35,5 m
  • Stammdurchmesser: 3,49 m
  • Stammumfang: 11 m
  • Holzvolumen: 180 Festmeter

Damit ist diese Ivenacker Eiche der wohl älteste Baum Deutschlands und vom Volumen her der stärkste Baum Europas. Der Umfang der berühmten Majesty-Eiche in England ist mit 12 Metern zwar größer, sie ist aber nur 18 Meter hoch.

Nationales Naturmonument

Die 1000jährigen Eichen sind eine natur- und kulturhistorische Besonderheit. Der Bund deutscher Forstleute verlieh ihnen zu Recht den Titel "Waldgebiet des Jahres 2020". Das Gelände (70 ha groß) ist zu jeder Jahreszeit sehenswert, egal ob für einen Kurzbesuch oder Tagesausflug. Neben den Bäumen selbst erwartet den Besucher ein Barockpavillion mit einer Dauerausstellung, die auf eine Reise durch die Lebenszeit der Ivenacker Eichen einlädt. Dazu ein Damwildgehege, Baumkronenpfad und seltene Turopolje-Schweine, die unter den Eichen ihr Refugium gefunden haben.

Der Baumkronenpfad ist 620 Meter lang und bietet von einer 40 Meter hohen Aussichtsplattform aus einen herrlichen Rundblick über die Kronen der alten Bäume. Die Plattform ist über einen Aufzug zu erreichen, der gesamte Pfad mit der Wendelrampe ist barrierefrei gestaltet. Besucher mit Rollstuhl oder Kinderwagen können ihn also ungehindert nutzen. 14 Stationen auf dem Weg informieren über die Baumriesen von der Wurzel bis zur Krone.

Durch den dicken Stamm vorne kann man durchgucken ... (Bild: H. Nedo)

1000 Jahre Geschichte erlebt

Als die Eichen ihre ersten Eicheln als Früchte spendeten herrschte frühes Mittelalter in Deutschland. Die ersten steinernen Burgen entstanden, so im Jahr 1067 die Wartburg in Thüringen. Bis dahin waren auch beim Adel hölzerne Häuser üblich. Um das Jahr 1000 begannen die Kreuzzüge, die Religionen Islam und Christentum trafen aufeinander.

Unter die Eichen wurden vermutlich Schweine getrieben, die sich an ihren Eicheln satt fraßen.

Im Mittelalter wurde der Wert eines Waldes nicht daran gemessen, wieviel Holz er hergab, sondern wieviele Schweine er ernähren konnte. "Der beste Schinken wächst auf der Eiche." war eingängiger Spruch. Der Wald wurde als Hutewald genutzt. Die Ivenacker Eichen sind Zeugnisse dieser nachhaltigen Nutzung.

Rund 250 Jahre später (1252) wurde in Ivenack ein Zisterzienserkloster gegründet. Die Eichen erlebten die Gründung, das Wachsen und mit der Reformation auch die Auflösung des Klosters. Etwa weitere 250 Jahre später, da waren die Eichen schon richtig alt, entdeckte Christoph Kolumbus Amerika (1492). Kurz zuvor erfand Gutenberg den Buchdruck (1450). Bis dahin wurden Bücher per Hand geschrieben. Von 1618 bis 1648 mussten die Bäume den 30jährigen Krieg erdulden, im nächsten Jahrhundert die Französische Revolution und nicht zuletzt beide Weltkriege jüngerer Geschichte. Für uns ist der 2. Weltkrieg fast ein Menschenleben lang her, für die Eichen nicht einmal ein Zehntel ihrer Lebenszeit.

Infos für Besucher

Der Ivenacker Tiergarten ist ganzjährig geöffnet, der Baumkronenpfad im Winter nur bis 16:00 Uhr, sonst bis 18:00 Uhr. Eintritt Tageskarte für Erwachsene 5,- Euro, Ermäßigt 4,- Euro, Kinder bis 14 Jahre 2,- Euro, unter 6 Jahre frei. Auch Führungen können angemeldet werden. Bei extrem schlechtem Wetter (Sturm, Glatteis, viel Schnee oder Hagel) ist das Gelände geschlossen.

Weitere Infos z.B. unter:
Landesforst Mecklenburg-Vorpommern - Ivenacker Eichen

Standort: Stavenhagen - Mecklenburg Vorpaommern - Google-Maps

 

 

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