Taubnesseln als Bienenweide

Taubnesseln blühen schon im Februar/ März

Als ich mir 2007 meine ersten Bienenvölker kaufte, kämpften in mir das Bienen- und das Gärtnerherz. Zwischen den Beeten mochte ich die Taubnesseln nicht haben. Da die Blüten intensiv von meinen Bienen angeflogen wurden, wollte ich sie aber auch nicht ausreißen. Inzwischen wachsen in der Umgebung meiner Bienenstöcke so viele Taubnesseln, dass ich sie in den Beeten nicht mehr dulde, an allen anderen Stellen aber blühen lasse. Laut dem Buch "Bienenweide" von Günter Pritsch wird ihr beim Nektar der Wert Zwei und bei Pollen der Wert Eins zugeschrieben. 

Das klingt erst einmal nicht sehr bemerkenswert (für die Nichteingeweihten: der höchste Wert ist Vier). Wertvoll wird die Taubnessel dadurch, dass sie bereits im zeitigen Frühjahr blüht, manchmal noch im Winter. Gerade im März ist es schön, auf den Taubnesseln die ersten Hummeln zu beobachten. Etwas später kommen die Bienen dazu.

Als Heilpflanze schon lange genutzt

Alle Taubnesseln können Sie als essbare Wildkräuter verwenden. Die zarten Blättchen passen in einen Frühlingssalat und die Blüten sind darin eine hübsche Dekoration. Schon früher, vielleicht kennen Sie es noch aus der eigenen Kindheit, saugten die Kinder den süßen Nektar aus den Blüten. In der Heilkunde wird der Tee vor allem bei Frauenleiden empfohlen. Er wird bei jungen Mädchen gegen Ausfluss verwendet sowie bei Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden. Er kann aber auch den Magen und Darm beruhigen und hilft bei Entzündungen der Atemwege. Äußerlich, als Bad, Waschung oder Umschlag, hilft die Taubnessel bei Hautproblemen, wie Ekzem, schlecht heilenden Wunden und Furunkeln.

Hummeln sind die ersten Besucher im Frühjahr

Hummel auf Taubnessel

Bemerkenswertes zur Taubnessel

Die Taubnessel ist trotz Namensähnlichkeit nicht mit der Brennnessel verwandt. Beide sind auch äußerlich gut zu unterscheiden, wird doch die Brennnessel wesentlich höher und verursacht das typische Brennen auf der Haut. Die Taubnessel hat keine Brennhaare und ist als Pflanze kleiner. Typisch ist für sie der vierkantige Stängel. Ihre Blüten sind ideal für Insekten, die sich für den Nektar mit der Bestäubung bedanken. Wenn aber keine Insekten da sind, kommt es zur Selbstbestäubung. Die ausgereiften Samen werden dann durch Ameisen verbreitet.

Quellen und weitere Info:

Autor seit 6 Jahren
134 Seiten
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