Die bevorzugten Farben und Materialien des japanischen Wohnstils

Wenn Sie einen Raum typisch japanisch einrichten möchten, sollten Sie auf jeden Fall auf grelle oder bunte Farben verzichten.

Die Wände und Böden sind meistens hell und uni. Ansonsten werden alle möglichen Nuancen von Erdtönen oder die Farbe schwarz verwendet.

Auch bei den Materialien setzt man auf reine Naturstoffe wie Holz, Bambus oder Japanpapier.

Tatami Matten - der Bodenbelag der traditionellen japanischen Räume

Original Tatami Matten sind reine Naturprodukte. Sie besitzen eine weiche Oberfläche aus Igusagras und einen Kern aus fest gebundenem Reisstroh. Die Kanten dieser Matten sind jeweils durch zwei Baumwollbänder geschützt.

Früher hatten die Tatami Matten alle dieselben Maße, und zwar 91,4 x 182 cm. Das entspricht genau 3 x 6 Fuß in der japanischen Maßeinheit. Durch dieses 1:2 Verhältnis und der Verwendung von halben Tatami Matten entstanden damals sehr interessante Fußbodenmuster.

Außerdem konnte durch dieses genaue Maß früher auch die Größe eines Raumes in Tatami angegeben werden. Heutzutage ist das nicht mehr der Fall, da die Matten mittlerweile in allen möglichen Größen angeboten werden.

Windows of a Temple, Genkoan ...

Windows of a Temple, Genkoan Temple, Takasaki, Gunma Prefecture, Honshu, Japan (Bild: Panoramic Images / AllPosters)

Die Farbe einer Tatami Matte verändert sich mit der Zeit auf natürliche Weise. Die anfangs grünliche Oberfläche wird mit den Jahren gelblich bis Braun.

In Japan ist das übrigens eine positive Eigenschaft, denn die Veränderung der Farbe weißt auf eine lebendige Geschichte der Matte hin. 

In Europa wird vor allem die hervorragende Schall- und Wärmedämmung der Tatami Matte geschätzt.

Zum Schlafen wurde dann nachts übrigens einfach ein Futon auf den Tatami Matten ausgerollt.

Der Raumteiler - ein wichtiges Element in japanisch eingerichteten Räumen

Fast untrennbar mit dem japanischen Wohnstil verbunden, sind die Raumteiler.

Da gibt es einmal die Schiebewände, die in Japan Shojis genannt werden. Sie bestehen aus einem hölzernen Rahmen mit streng geometrisch angeordneten Quadraten oder Rechtecken. Überzogen sind sie mit einem lichtdurchlässigen Papier aus Pflanzenfasern.

Neben ihrer Funktion als Raumteiler, dienen sie auch als Schiebetür zum Außenbereich hin oder als Verkleidung für Wandschränke.

Dann gibt es noch den Byōbu, bei uns auch bekannt als spanische Wand, Paravent oder Wandschirm.

Musée Guimet - Paravent coréen

Musée Guimet - Paravent coréen (Bild: tiseb / Flickr)

Ursprünglich stammen diese Raumteiler aus China, wo sie früher als Windschutz dienten, daher auch der Name Byōbu, was soviel wie "Schutz vor Wind" bedeutet.

Sie haben sich dann aber auch in Japan zu einem festen Bestandteil der Einrichtung entwickelt. Hier bestehen diese Paravents meistens aus einem Bambus-  oder Holzgestell, das mit einem mehr oder weniger transparenten Japanpapier überzogen ist. 

Dekoration ist im japanischen Wohnstil eher Mangelware

Ein typisches Dekorationselement in traditionellen japanischen Räumen ist die Tokonoma. Hierbei handelt es sich um eine Schmucknische, die meist mit einer Schriftrolle und/oder einem stilvollen Blumenarrangement ausgestattet ist.

Tokonoma mit Ikebana und einem ...

Tokonoma mit Ikebana und einem hängenden Bildbogen (Bild: von 663highland (663highland) [GFDL (http://www.gn)

Außer dieser Tokonoma und vielleicht einer Pflanze in Form eines Bonsai oder eines Bambusgewächses werden Sie in diesen Räumen nicht viel  Zierwerk finden.

Das heißt natürlich nicht, dass Sie Ihren japanischen Raum nicht trotzdem ein wenig schmücken dürfen.

Sollten Ihnen beispielsweise die kahlen Wände ein wenig zu nackt sein, können Sie diese sehr schön mit Wandtattoos in Form von asiatischen Schriftzeichen oder anderen japanischen Motiven auffrischen.

Ebenfalls schick, solange sie nicht zu bunt sind, sind Wandfächer im Japanstil. Oder Sie zieren Ihre Wand einfach mit Bildern, die Ihre Vorliebe für den japanischen Wohnstil erkennen lassen.

Text © Monika Rosenbaum

monros, am 01.06.2012
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