Kahler Asten - das Dach Westfalens - Wandern, Erholung, Wintersport.

Die Kuppe des Kahlen Asten nimmt eine Zwergstrauchheide ein. Auf der Heide wachsen kaum Bäume, da aufkommende Baumsämlinge durch Schafbeweidung (Heidschnucken) verbissen werden. Um das Landschaftsbild zu erhalten, sind immer wieder manuelle Pflegeeingriffe, sogenanntes Plaggen, nötig. Die Vegetation besteht vorwiegend aus Heidekraut (Calluna vulgaris), Borstgras (Nardus stricta) und Zwergsträuchern unter anderem Heidelbeere (Vaccinium sp.). Um die Belastung für das Naturschutzgebiet zu verringern, wurden Rundweg am Kahlen Asten geschaffen und die beiden Zugangswege zum Turm zusammengelegt. Neben diesen offiziellen Wegen gibt es eine Vielzahl von Trampelpfaden in der Hochheide. Die sollte man auch nicht verlassen. Viele Besucher pflücken nämlich die leckeren Heidelbeeren. Parkplätze sind ausgewiesen und gebührenpflichtig. Die Einnahmen dienen dem Erhalt der seltenen Heidelandschaft. Es gibt einen gut beschilderten Heidelehr-Pfad. Der Aufstieg im Turm (60 Stufen) kostet einen €, ebenso der Besuch in der Ausstellung des LWL-Museums für Naturkunde.

Plaggen - Abtragen der Bodenoberschicht mit Hacken oder Fräsen

Die nahrhafte Oberschicht wurde als Dung oder Dämmung benötigt. Dadurch konnte sich die Heide ausbreiten. Heute geschieht das, um sie zu schützen.

Die Lenne-Quelle ist die höchste Quelle in Nordwest-Deutschland

Der 130 km lange Fluss entspringt in 830 Meter höhe über NN.und ist Namensgeber von Lennestadt.

Bärlapp, eine Pflanze der Urzeit, die es seit 400 Millionen Jahren gibt, trifft man hier an.

Die Landschaft erinnert an die sibirische Tundra. So sah es in Deutschland kurz nach der Eiszeit vor 12000 Jahren aus, bevor die Bäume vom Süden aus zurückkehrten. Der Kahle Asten weist ein stark von den Westwinden des Atlantiks geprägtes und damit recht feuchtes Klima auf. Der Jahresdurchschnittsniederschlag erreicht hier 1420 mm und ist damit fast doppelt so hoch wie im Nordwestdeutschen Tiefland (750 bis 850 mm).

Aufgrund der Höhenlage des Berges liegt die Temperatur im Schnitt um 4 bis 5 Grad unter den Tieflandwerten. Im Winter fallen die Niederschläge daher meist als Schnee. Durchschnittlich liegt an 120 Tagen im Jahr eine geschlossene oder durchbrochene Schneedecke, die maximale Schneehöhe pro Winter liegt im Mittel bei etwa 80 cm. Der höchste Wert, der gemessen werden konnte, waren 239 cm am 9. März 1970. Dieses spezielle Klima ist aber sehr günstig für Leute mit Atemwegsproblemen. Spazieren oder leichtes Wandern in dieser Luft ist sehr gesund. Seit 1918 gibt es eine Wetterstation auf dem Berg. Diese wurde 1945 zerstört, und danach 1954 wieder neu aufgebaut. Seit 1990 wird auf dem Kahlen Asten auch Radioaktivität gemessen. Die Beamten des deutschen Wetterdienstes sind die "höchsten Beamten" in NRW.

Heidelehrpfad, viel Wissen über eine tolle Landschaft

Wandern und dabei noch etwas lernen, was könnte schöner sein?

Von hier bekommen wir teilweise unsere Vorhersagen.

Gelände mit Mesinstrumenten

Nicht weit von Winterberg, der höchsten Stadt Westfalens und dem Skiliftkarussell.

Wir erfahren aber auch viel über die Bevölkerung. Das Leben in den Bergen war schon immer hart. Landwirtschaft, Holzwirtschaft, Köhlerei sind anstrengende Berufe. Heute lebt die Region überwiegend vom Tourismus. Wintersport ist natürlich in dieser Region dominierend, aber dazu mehr im nächsten Artikel. Aber es gibt auch die Holzwirtschaft, schnell wachsende Nadelhölzer sind der sogenannte "Brotbaum" der Bergbauern. Im Mittelalter kam es auch hier zu Hexenverfolgung, Folter und Mord an unschuldigen Frauen und Männern. Hat die Kirche sich dafür eigentlich jemals entschuldigt? Aber das ist Vergangenheit. Heute können wir die Natur genießen, auf der Terrasse des Hotels Kaffee und Kuchen oder Deftiges zu uns nehmen und uns über dieses kleine Wunder gut erhaltener Heidelandschaft erfreuen. Die selbst gepflückten Heidelbeeren sind auch nicht zu verachten.

Die Leute müssen schließlich von etwas leben.

Obwohl ich persönlich mehr für Laubwälder bin, da die besser für unser Klima sind.

Die waren lecker!

Allein dafür hat sich der Weg gelohnt.

Autor seit 5 Jahren
268 Seiten
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